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Werders Kino etabliert sich immer stärker

Bilanz nach einem Jahr Werders Kino etabliert sich immer stärker

Vor knapp einem Jahr begannen wieder Filme auf der Leinwand des Scala Kulturpalastes in Werder zu flimmern. Filmproduzent Gösta Oelstrom betreibt das traditionsreiche Kino seit Juli 2015 und blickt zufrieden auf das vergangene Jahr zurück. Sein Plan für die Zukunft: Mit Hilfe eines Fördervereins will er sein Traumkino irgendwann kaufen.

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Gösta Oelstrom ist der aktuelle Betreiber im Scala.

Werder. Vor einem Jahr begann das Abenteuer im Scala Kulturpalast für den Filmproduzenten Gösta Oelstrom (54) aus Berlin. Gemeinsam mit einem kleinen Team eröffnete er das traditionsreiche Kino in der Werderaner Eisenbahnstraße neu. Im November erlebten sie mit dem Konzert von „Black“ einen denkwürdigen Auftakt. Denn es war nicht nur ein voller Erfolg, sondern auch der letzte Auftritt des „Black“-Sängers Colin Vearncombe, bevor der Brite nur zwei Monate später im Alter von 53 Jahren starb. „Wir haben noch lange nach dem Konzert mit ihm gesessen und gequatscht“, erinnert sich Timo Seidenstücker, Oelstroms Bruder.

Oelstrom selbst betreibt das Kino mit seiner Gesellschaft „stars and heroes“ seit Juli 2015. Seidenstücker machte sofort mit und zog von Hamburg in die Blütenstadt. Der 38-Jährige bezeichnet sich selbst als „Mädchen für alles“ im Kino. Tagsüber betreut er das Mediencafé im Foyer, kassiert, serviert Getränke oder putzt die Toiletten. Mittlerweile, sagt er, ist das Kino wieder bei den Werderanern angekommen. Probleme gab es im vergangenen Jahr vor allem mit fehlender Technik, Baumängeln an dem 76 Jahre alten Haus und einem schlechten Image, das erstmal wieder aufpoliert werden muss. „Zwischendurch haben wir schon gezweifelt, aber jetzt überwiegt das Positive“, sagt Seidenstücker.

Gründung eines Fördervereins im Gange

Aktuell ist Oelstrom dabei, einen Förderverein zu gründen. „Am Haus haben wir bislang nur das Gröbste gemacht, um den Betrieb am Laufen zu halten“, berichtet er. Sein Ziel ist es nun, sein Traumkino zu kaufen, damit sich die Reparaturen und Investitionen langfristig auszahlen. Der Kaufpreis liegt zwischen 200 000 und 300 000 Euro. Mit einem Förderverein könnten Sponsoren gefunden werden, die etwas dazugeben. Oelstrom hofft dabei auch auf die Unterstützung der Stadt. Für die digitale Filmtechnik im Wert von 50 000 Euro etwa, die er schon vor einem Jahr dringend anschaffen wollte, hat das Geld bislang nicht gereicht.

Ursprünglich sollten die Filme im Vordergrund stehen, doch das Geld bringen derzeit eher die Veranstaltungen am Wochenende ein. In Erinnerung geblieben ist dabei nicht nur das „Black“-Konzert, sondern auch der David-Bowie-Abend, das Konzert von Purple Schulz, für das zusätzliche Stühle in den Saal gestellt werden mussten, oder die Teilnahme an der Kneipennacht. Einige Werderaner haben den Betreibern ihre Hilfe angeboten.

Gute Zusammenarbeit mit Schulen

Oelstrom will künftig „Werderaner Filmgespräche“ veranstalten, bei denen es nach der Präsentation offene Diskussionen geben soll. „Die Zusammenarbeit mit dem Gymnasium und der Waldorfschule läuft auch sehr gut“, sagt Seidenstücker. Immer wieder besuchen Schülergruppen das Kino. Auch Flüchtlingskinder aus der Erstaufnahmeeinrichtung in Ferch kamen nach Werder. „Das ist eigentlich das Schönste, wenn die Kinder zuerst ganz schüchtern hier reinkommen und nach dem Film mit einem Lächeln im Gesicht nach Hause fahren“, so Seidenstücker weiter.

Der Scala Kulturpalast ist 1940 als Reichspropagandakino gebaut worden und stand längere Zeit leer. In Treuenbrietzen steht ein Schwesterbau namens „Kammerspiele“. „Dieses Kino ist aufwendig von Geldern der Stadt und aus Lottomitteln saniert worden“, sagt Oelstrom. Dort gibt es seit vielen Jahren einen Kinoförderverein. Der einstige Betreiber und Eigentümer des Werderaner Kinos, Knuth Steenwerth, hatte immer gehofft, das Kino mit einem Kulturverein und städtischer Unterstützung wirtschaftlich zu erhalten. Im Herbst 2014 gab er auf.

Aktuell im Programm

Im Kinosaal gibt es zum Deutschlandstart „Die Ökonomie der Liebe“ aus Frankreich zu sehen. Außerdem im Programm: „Das kalte Herz“, „24 Wochen“ und der „Vollpfosten“.

Am Sonntag , 6. November, zeigt das Scala den Tatort „Borowski und das verlorene Mädchen“ um 20.15 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Auf der Bühne startet am Freitag, 4. November, um 20 Uhr die Blues-Night mit „Confessin’ the Blues“ und Peter Schmidt.

Am Sonnabend , 5. November, folgt das Puppentheater „Pitti Platsch“ mit Originalfiguren um 15 Uhr. Ab 19 Uhr präsentiert Oelstrom die Tanzshow „Noche Flamenca“.

Mehr Infos unter www.scala-werder.de

 

Von Luise Fröhlich

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