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Potsdam-Mittelmark Werke von Habdank schmücken die Kirche
Lokales Potsdam-Mittelmark Werke von Habdank schmücken die Kirche
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00:19 19.08.2017
Pfarrer Daniel Geißler (links) mit Michael J. Hack, der einen Teil seiner Habdank-Sammlung an die Kirchengemeinde verschenkt hat.   Quelle: Andreas Trunschke
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Garrey

 Die frisch restaurierte Kirche in Garrey ist um ein paar Schmuckstücke reicher: 14 Holzschnitte über den Kreuzweg sind ab sofort dort zu sehen – allesamt Originaldrucke von Walter Habdank, einem der renommiertesten Vertreter der christlichen Kunst in Deutschland. Dass die Holzschnitte in Garrey zu bewundern sind, verdanken die Garreyer einmal mehr Wolfgang Lubitzsch, der schon maßgeblich für die Kirchenrettung verantwortlich war.

Der aus Garrey stammende Lubitzsch hat vor 55 Jahren sein Abitur in Jülich (Nordrhein-Westfalen) abgelegt. In seiner Klasse war auch Michael J. Hack – ein enger Freund von Walter Habdank, weshalb Hack von jeder Grafik einen Druck mit einer Widmung geschenkt bekam. Habdank selbst erklärte nur sehr ungern seine Arbeiten. „Wenn ich das gewollt hatte, wäre ich Schriftsteller geworden“, pflegte er zu sagen. Lieber verwies er dann auf Michael Hack, der westwärts von Habdank wohnte. Über 400 Habdank-Grafiken und andere Kunstwerke ruhen heute in dessen Schubfächern.

Bilder waren ein Geschenk

Als sich die Jülicher Abiturienten zum 50-jährigen Jubiläum ihres Schulabschlusses trafen, kamen Wolfgang Lubitzsch und Michael Hack ins Gespräch. Lubitzsch erzählte von der tollen Kirche im Osten, Hack sah sich das Gotteshaus an und war schnell überzeugt, dass die Garreyer Kirche ein guter Ort für einen Teil seiner Sammlung wäre. „Warum sollen die Werke bei mir liegen? Kirchenkunst gehört in die Kirche!“, sagte Hack. „Das können wir uns nicht leisten“, war die erste Reaktion des hiesigen Pfarrers, Daniel Geißler. Doch dessen Sorge war unbegründet: Michael Hack schenkte der Kirchengemeinde Garrey/Zixdorf die Bilder.

Am Sonntag hat Hack die Werke mit einem kleinen Vortrag über seinen Künstlerfreund Walter Habdank schließlich öffentlich übergeben. Vor allem Kirchenmitglieder, aber auch einige andere Garreyer hatten sich in der kleinen Kirche eingefunden.

14 Holzschnitte über den Kreuzweg schmücken ab sofort die Garreyer Kirche. Quelle: Andreas Trunschke

Habdank habe nach seinem Studium sofort als freischaffender Künstler angefangen, sagt Hack. Geprägt habe ihn – wie viele seiner Generation – der Zweite Weltkrieg. Zeit seines Lebens habe Habdank gegenständlich gearbeitet, was ihm auch massive Anfeindungen einbrachte. Doch für Habdank blieb das Abstrakte fremd: „Ein abstraktes Bild ist auch ein Loch in der Wand.“

Der Künstler verstand sich als Arbeiter Gottes. Er schuf „aggressive, hoffnungsvolle und tröstliche“ Bilder, wie es in der Familienanzeige zu seinem Tod heißt. Im Mittelpunkt seiner Figuren standen die Gesichter, die Hände und die Füße, während die Körper oft unbestimmt blieben: „Entweder der Mensch ist gelähmt, oder er kommt in Bewegung.“ Seine Gesichter sind ungeachtet der Holzschnitttechnik sehr differenziert.

250 Ausstellungen

Walter Habdank wurde am 5. Februar 1930 in Schweinfurt geboren und starb am 26. November 2001 in Berg am Starnberger See.

Von 1949 bis 1953 erhielt er ein Stipendium für Hochbegabte und besuchte die Akademie der Bildenden Künste in München. Dort studierte er Malerei und Grafik.

1956 gestaltete Habdank die erste Kirche.

Ab den 1970er Jahren wird er mit Holzschnitten zu biblischen Themen bekannt. Heute gilt er als einer der führenden Künstler der christlichen Kunst im 20. Jahrhundert.

Seine Bilder wurden in über 250 Ausstellungen präsentiert.

Die Kirchengemeinde Garrey/Zixdorf bekam neben den Holzschnitten zum Kreuzweg einige weitere Werke geschenkt. Kurzentschlossene Kunstinteressenten können darüber hinaus derzeit noch weitere Werke im Gasthof Lehmann in Garrey bewundern. Walter Habdank hat indes nicht nur Kirchenkunst geschaffen, sondern auch weltliche, vor allem das Weibliche huldigende Werke produziert.

Von Andreas Trunschke

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