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Potsdam-Mittelmark Wertvolles aus der Bronzezeit aufgetaucht
Lokales Potsdam-Mittelmark Wertvolles aus der Bronzezeit aufgetaucht
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00:18 28.04.2017
Grabungsexperte Thomas Langer freut sich über die Funde auf dem Grundstück in der Berliner Straße: Er entdeckte Scherben aus der Jungbronzezeit. Quelle: Christiane Sommer
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Bad Belzig

Ein Baufeld voller kleiner Fähnchen? Das ist ungewöhnlich. In der Berliner Straße in Bad Belzig soll ein neues Eigenheim entstehen. Den Eigentümern, die sich dort ihren Traum von den eigenen vier Wänden erfüllen wollen, ist jetzt klar: Das für ihr Bauvorhaben ausgewählte Fleckchen Erde ist historisch gesehen kein unbeschriebenes Blatt. Genau an dieser Stelle reicht die Menschheitsgeschichte wenigstens bis in die Zeit 1300 bis 800 Jahre v. Chr. zurück.

Denkmalpfleger Thomas Langer hat im Auftrag der Bauherren die gesetzlich vorgeschriebene baubegleitende archäologische Grabung durchgeführt. „Ich habe unter anderem jede Menge bronzezeitliche Keramik gefunden“, verrät der Experte aus Bad Belzig. „Obwohl meine Erwartung anfangs nicht allzu hoch war.“ Der Grund für den Fund: Die Fläche war schon einmal bebaut worden, mit einem Häuschen samt Nebengelass. Nach dem Abriss nutzte man die Fläche in Hanglange nur noch als Gartenland.

Goldenes Zeitalter Europas

Die gefundenen Scherben sind der so genannten Jungbronzezeit zuzuordnen. Eine Epoche, die Fachleute als das erste goldene Zeitalter Europas bezeichnen.

Die Jungbronzezeit war der Zeitraum von 1300 bis 800 v. Chr.

Sie unterscheidet sich von der vorangegangenen mittleren Bronzezeit durch eine Veränderung der Grab- und Beigabensitten und durch geänderte Siedlungsstrukturen.

Kaum begonnen, offenbarten sich schon die ersten stummen Zeugen vergangener Jahrtausende. Von der ursprünglichen Bebauung und Nutzung des Areals waren sie nahezu vollkommen unberührt geblieben. In den Bruchstücken der 3000 Jahre alten Keramik entdeckte der Fachmann mit seinem geschulten Auge schnell zueinander passende Scherben. Zusammengesetzt lassen sie das Bild eines Siebgefäßes, wie es zur Käseherstellung genutzt worden sein könnte, einer Terrine und eines Bechers entstehen. Die Gefäßreste offenbaren auch, dass die Menschen, die in Belzig siedelten, Experten in Sachen Formkunde gewesen sein müssen.

Überbleibsel eines alten Siebes. Quelle: Christiane Sommer

Thomas Langer zufolge galt der Fläming bis vor 25 Jahren in Fachkreisen als siedlungsleer. „Funde wie dieser lenken einen vollkommen neuen Blick auf die Region.“ Er vertritt die Ansicht, dass die Region damals genauso gut bevölkert war wie im Hohen Mittelalter und die so genannte Siedlungskammer rund um die Stadt ideale Siedlungsbedingungen bot. Neben dem Zugang zu Wasser gab es unter anderem viel Wald und Ton, was für die Entwicklung des Handwerks förderte. Unweit der Fundstelle erhebt sich der Burgberg, auf dem es vor gut 3000 Jahren eine Befestigungsanlage gegeben haben dürfte.

Reste einer alten Terrine. Quelle: Christiane Sommer

Die dokumentierten Abfallgruben auf dem Areal belegen ferner, dass das Gelände in der Jungbronzezeit mit Haus und Hof bebaut war. Während von den Gebäuden keine Spuren nachgewiesen werden konnten, wirken die Gruben auf den Laien wie verwaschene Flecken in der Erde. Fachleute bezeichnen sie als Störungen im Erdreich. Die aktuellen bronzezeitlichen Funde in der Berliner Straße geben einen weiteren spannenden Einblick in die Siedlungsgeschichte der Stadt.

Von Christiane Sommer

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