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Potsdam-Mittelmark Wespenplage verdirbt Winzern die Rekordernte
Lokales Potsdam-Mittelmark Wespenplage verdirbt Winzern die Rekordernte
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02:15 29.08.2015
Weinbauer Manfred Lindicke misst den Zuckergehalt der Trauben. Schön süß lieben sie leider auch die Wespen. Quelle: privat
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Werder

Wespen lieben den süßen Saft der reifen Weintrauben und fressen sich gerade genüsslich durch die Reihen auf Werders Wachtelberg. „So heftig wie in diesem Jahr haben wir die Wespenplage im Weinberg noch nicht erlebt“, sagt Weinbauer Manfred Lindicke. Trotz der vielen Insekten und der Fruchtschäden, die sie anrichten, erwartet Lindicke im September und Oktober eine „recht gute Ernte“. Von Netzen als Schutz vor Insekten hält der Werderaner nichts. „Unter den Netzen würden die Trauben schneller faulen. Die Wespen werden wir schon überstehen“, gibt sich der Weinbauer zuversichtlich.

Sehnsucht nach Regen hat Winzer Manfred Lindicke nicht. Er wünscht sich für seine Trauben bis zur Ernte trockenes und sonniges Wetter. „Wir werden auch später als sonst lesen, ich schätze um den 20. September herum. Grund ist die späte Blüte“, sagt Lindicke. Er hofft auf annähernd 60 Tonnen Wein und einen guten Ertrag auch von der noch jungen Anlage auf dem Galgenberg.„Morgen wollen wir die ersten Trauben für den Federweißer ernten, am Wochenende schenken wir ihn aus“, sagt Lindicke.

Wespen haben der Apfelernte kaum geschadet

Auch Obstbauer Thomas Giese, Chef der Havelfrucht GmbH, kann ein Lied von gefräßigen Wespen singen. „Vor allem auf die Äpfel mit Schäden, wo der Saft läuft, stehen die Wespen. Aber die Verluste halten sich zum Glück in Grenzen.“ Vor zehn Tage hat der Betrieb mit der Ernte der Herbstäpfel begonnen. In der nächsten Woche sind die Lageräpfel dran.

Das Unternehmen bewirtschaftet neben anderen Obstplantagen in Werder, Groß Kreutz und Umgebung auf 60 Hektar Apfelbäume, an denen 12 Sorten reifen. „Durch den heißen Sommer haben nicht wenige Äpfel regelrecht einen Sonnenbrand bekommen. Die braune Frucht kann nicht mal mehr für Saft verwendet werden“, sagt Giese. Er ist zwar zufrieden, dass er seine Plantagen durch Tröpfchenbewässerung mit dem nötigen Nass versorgen kann, aber die Mengen sind laut Giese beträchtlich, und der Kubikmeter kostet 60 Cent. Doch ohne das Wasser gehe es auch nicht.

Im September ist auch Sanddorn dran

Die Havelfrucht, die Thomas Giese nach der Wende als damaliger Neueinrichter über Jahre  aufgebaut hat, investiert auch in Neupflanzungen. „Auf insgesamt acht Hektar haben wir im Vorjahr neue Apfelbäume gepflanzt. In diesem Jahr werden es noch mal vier Hektar sein“, sagt Giese. Damit will er einen Beitrag dazu leisten, dass das Havelländische Obstanbaugebiet im Frühling weiter blüht und später eine gute Ernte garantiert. Doch damit nicht genug. Die Havelfrucht baut wie der Sanddornhof von Christine Berger in Petzow auch Sanddorn an. „Von 30 Hektar können wir im September schon eine gute Ernte einbringen“, sagt Giese. Und weil es mit den orangen Beeren so gut läuft, setzt der Betrieb in diesem Jahr noch mal auf 10 Hektar Sanddornsträucher in den märkischen Boden.

Zeit für Federweißer

Die Weintiene auf dem Wachtelberg in Werder startet am Sonnabend, 29. August, ab 10 Uhr in die Federweißer-Saison. Dazu gibt es Zwiebelkuchen und Live-Musik mit Jono.

Auf dem Wachtelberg wachsen annähernd 27 000 Rebstöcke auf sechs Hektar. Es sind 12 Sorten angebaut. Sie werden in der eigenen Kelterei verarbeitet und abgefüllt.

Erstmals wird in diesem Herbst der Wein Pinotin vom Galgenberg in der Kelterei in Plötzin abgefüllt. 1,4 Hektar der Anhöhe hat die Stadt Werder seit 2012 an den heimischen Weinverein verpachtet.

Gemeinsam mit dem Weinverein von Werder hat die Winzerfamilie Lindicke die Aktion „Miet Dir Deine Rebstöcke“ gestartet. Seit Ende 2013 sind alle 2600 Stöcke vermietet.

Beim Galgenberg handelt es sich um die älteste Weinlage außerhalb der Insel Werder. Sie ist vermutlich im 16. Jahrhundert erstmals mit Reben bepflanzt worden.

Das Bundesland Brandenburg hat für 30 Hektar Rebrechte vergeben, davon entfallen auf Weinberge der Stadt Werder 10,4 Hektar. Dort produzieren drei Winzer auf vier Weinlagen hochwertige Weine.

Von Regine Greiner

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