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Potsdam-Mittelmark Wetterpropheten sind Frühaufsteher
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12:15 14.03.2018
Thomas Endrulat ist Leiter des Teams Wettervorhersage beim Deutschen Wetterdienst (DWD) in Stahnsdorf. Quelle: Linus Höller
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Stahnsdorf

Ob morgen die Sonne scheint oder doch ein Sturm die Region durchpustet, das weiß der Deutsche Wetterdienst in Stahnsdorf. Insgesamt drei Jahre lang soll die Behörde von dort aus Vorhersagen und Warnungen ausgeben: Im November 2016 ist die Regionalzentrale für den Nordosten Deutschlands – Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern – von ihrer eigentlichen Niederlassung in Potsdam nach Stahnsdorf umgezogen. Bis 2019 soll in Potsdam ein Neubau für den Wetterdienst fertiggestellt werden, danach geht es wieder zurück.

Doch entgegen der weitläufigen Meinung arbeitet der DWD nicht nur mit dem Wetter, erklärt Thomas Endrulat, Leiter des Teams für Wettervorhersage: „Wir beschäftigen uns auch mit dem Klima und dem Klimawandel, was ja immer wichtiger wird.“ Dabei gehe es besonders darum, das Gemessene und Errechnete auch zu interpretieren. Denn das können selbst die modernsten Supercomputer der weltweiten Wetterdienste noch nicht. Besonderen Wert legt Endrulat auch auf eine andere Aufgabe des DWD: „Wir messen auch die Radioaktivität in der Atmosphäre – gerade diese wichtige Aufgabe wird häufig übersehen, außer es kommt zu einer Katastrophe wie in Tschernobyl“, betont der gebürtige Sachse.

Schon fast wie Fließbandarbeit

Die Gründe, zum DWD zu gehen, seien so verschieden wie seine Arbeitsbereiche, erzählt er. Was allerdings die allermeisten verbindet, die hier arbeiten, ist die Faszination an der Physik der Atmosphäre. Die Teams würden auch immer mal wieder gut durchgemischt, so Endrulat: „Wir bekommen fast jedes Jahr neue Leute dazu – manche wechseln zwischen den Bereichen des DWD, andere kommen gleich frisch von der Uni zu uns.“ Als Wetterberater beim DWD muss man jedenfalls früh aufstehen: Schon um halb sechs Uhr morgens beginnt die erste Schicht im Büro. Endrulat zieht einen Vergleich: „Wir müssen auch vor allen anderen anfangen zu arbeiten, wie beim Bäcker. Denn der Wetterberater muss sich mit der neuesten Wetterlage und den Modellläufen vertraut machen, sowie Vorhersagen vorbereiten, damit alles fertig ist, wenn die Öffentlichkeit es ein paar Stunden später braucht.“ Kurz vor sieben Uhr in der Früh ist die erste Hauptabgabezeit für unterschiedliche Vorhersagen und Analysen, sowohl für die Öffentlichkeit als auch für Kunden. Veröffentlicht werden die Vorhersagen, Analysen und viele Daten des DWD für auch für „Otto Normalverbraucher“ zugänglich online unter www.dwd.de oder auch über die WarnWetter-App. Das Stahnsdorfer Büro ist auch dafür verantwortlich, Warnungen für den gesamten Nordosten Deutschlands auszugeben. Um halb zwei Uhr am Nachmittag übernimmt die zweite Schicht bis halb zehn Uhr abends. Die muss auch noch spezifische Vorhersagen vorbereiten, etwa für den Winterdienst, damit wichtige Vorbereitungen getroffen werden können. Endrulat erzählt von der alltäglichen Arbeit: „Es ist fast schon etwas wie Fließbandarbeit, denn man hat bestimmte Vorhersagen und andere Produkte, die man zu fixen Zeiten fertig haben muss. Das ist aber auch bei Unwettern so - dann kann es doch mal etwas stressig werden. Denn auch dann ist es nur ein Wetterberater, der Warnungen ausgibt, Kunden betreut und Vorhersagen schreibt – und das alles, während er sich über die Entwicklungen informiert halten muss.“

Auch im Hintergrund muss einiges getan werden

Ganz ohne Unterstützung geht es jedoch nicht: „Wir Meteorologen sind darauf angewiesen, was uns die Supercomputer in der Form von Vorhersagemodellen angeben“, so Endrulat. Deswegen sei es unglaublich wichtig, viele möglichst genaue Daten zu sammeln. „Wie weit wir gehen können, ist ganz eng mit der Hardware verknüpft“, betont der Meteorologe. Doch damit das funktionieren kann, müssen auch im Verborgenen Sachen passieren, meint Endrulat: „Es muss der Rasen bei den Wetterstationen gemäht oder die Software für Wettervorhersagen und Forschung weiterentwickelt werden.“

Rund 200 Mitarbeiter für die Region im Einsatz

Von 2016 bis 2019 ist die „Regionalzentrale Potsdam“ vorübergehend in Stahnsdorf untergebracht. In Potsdam entsteht ein Neubau für den Wetterdienst. In den ziehen die Mitarbeiter nach seiner Fertigstellung ein.

Rund 100 Leute sind beim Stahnsdorfer DWD beschäftigt. Insgesamt sind 200 Mitarbeiter für die Region Potsdam im Einsatz.

Etwa 500 Stationen unterstehen der „Regionalzentrale Potsdam“.

Für dieses Jahr hat die Behörde ein geplantes Budget von 347 Millionen Euro. Davon gehen 157 Millionen Euro an internationale Verpflichtungen, wie EUMETSAT, die Europäische Organisation für meteorologische Satelliten.

Von Linus Höller

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