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Widerstand gegen geplante Großdeponie

Firma BZR will in Kiesgrube Fresdorfer Heide Bauschutt verfüllen Widerstand gegen geplante Großdeponie

Was soll in den nächsten Jahrzehnten auf dem Gebiet des Kiestagebaus Fresdorfer Heide passieren? Die Gemeinde Michendorf steht vor einer entscheidenden Weichenstellung, die Auswirkungen auch auf nächste Generationen hat. Die Firma BZR will auf längere Sicht aus der Kiesgrube eine Deponie für Bauschutt machen. Gegen das Vorhaben formiert sich Widerstand.

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Derzeit ist das Terrain Fresdorfer Heide ein Kiestagebau, Abfälle werden aber zwischengelagert.

Quelle: Privat

Michendorf. Gegen die Pläne, im Gebiet des Kiestagebaus Fresdorfer Heide eine Bauschuttdeponie einzurichten, formiert sich Widerstand. „Sie können uns die schönste Deponie versprechen – wir werden alles versuchen, diese zu verhindern“, sagte Günther Schiemann (Grüne), Mitglied im Ortsbeirat Wildenbruch, am Freitagabend bei einer Bürgerversammlung und erntete Beifall. Auch von der Gründung einer Bürgerinitiative war die Rede. Die Michendorfer Grünen hatten eingeladen, um nach Einsicht aktueller Pläne über das Vorhaben der BZR GmbH zu informieren.

Das Unternehmen will in mehreren Bauabschnitten auf einer Fläche von 37 Hektar insgesamt 5,3 Millionen Kubikmeter Abfall der Deponieklasse 1 in den Kiesgruben verfüllen. Darunter fallen etwa Bodenaushub und verschiedener Bauschutt. Nach BZR-Angaben wird mit einem jährlichen Verfüllvolumen von 180 000 Kubikmetern gerechnet. Um den Abfall auf das Gelände zu transportieren, sind pro Tag bis zu 160 zusätzliche Lastwagen-Fahrten nötig. Grünen-Gemeindevertreter Volker Wiedersberg geht davon aus, dass die Hauptlast des Lkw-Verkehrs wohl Langerwisch und Saarmund treffen würde. Für die Deponie ist eine Gesamtlaufzeit bis Ende der 2050er Jahre vorgesehen. Sollten die Pläne realisiert werden, würde auf dem Gelände Brandenburgs zweitgrößte Bauschuttdeponie entstehen, sagte Schiemann. Für ihn der falsche Standort. Der Kiestagebau liegt im Landschaftsschutzgebiet und in der Nähe eines europäischen Flora-Fauna-Habitats. Carsten Wunderlich vom Ortsbeirat Fresdorf befürchtet auch einen Imageschaden für die „grüne Gemeinde Michendorf“, wenn auf ihrem Terrain die zweitgrößte Bauschuttdeponie des Landes entstünde.

Das nötige Planfeststellungsverfahren ist laut dem Michendorfer Bauamt noch nicht in Gang gesetzt worden. Die BZR-Pläne sorgten aber bereits vor drei Jahren für Debatten. Damals kam von der Gemeinde Michendorf ein klares Nein zur Deponie. Sie hatte ein schlagkräftiges Argument, das heute noch gilt: Die Deponie-Pläne verstoßen gegen den Flächennutzungsplan (FNP) der Kommune. Dort ist das Gelände als „Fläche zur Abgrabung oder Gewinnung von Bodenschätzen“ ausgewiesen, sagte Bauamtsleiter Christopher Gerhard der MAZ. Von einer Deponie ist keine Rede. Allerdings könnte sich das Landesumweltamt im Verfahren über die Planung der Gemeinde hinwegsetzen, braucht dafür aber triftige Gründe – etwa ein übergeordnetes öffentliches Interesse. „Mit dem Flächennutzungsplan sind die Hürden wesentlich höher, als wenn wir nur sagen würden: Wir wollen das nicht“, so Gerhard. Neben den Deponie-Plänen gibt es aktuell bereits einen Antrag der BZR, den Kiestagebau, der dort erlaubt ist, zu erweitern – allerdings über das Maß hinweg, das im FNP vorgesehen ist. Ex-Europaabgeordnete Elisabeth Schroedter (Grüne) warnte die Gemeinde davor, dem Antrag zuzustimmen. Bei einem Ja zur Erweiterung des Kiestagebaus würde man auch den Deponieplänen zustimmen. Im Erweiterungs-Antrag sei das Ziel, später daraus eine Deponie zu machen, bereits verankert, so Schroedter.

BZR-Chef Götz Eckert versuchte an dem Abend vergebens, für das Projekt zu werben: „Wir wollen gern einen offenen Dialog führen.“ Was etwa den Lkw-Verkehr betreffe, „kann man für alle Beteiligten einen guten Weg finden“.

„Mir konnte keiner einen plausiblen Grund nennen, warum wir uns eine Deponie in das Gebiet holen sollen“, sagte Wildenbruchs Ortsvorsteher Manfred Bellin (FBL-UWG). Er plädiert dafür, an den gültigen Rekultivierungsplänen aus den 1990er Jahren festzuhalten. Demnach soll der Kiestagebau 2019 auslaufen und dann von der Natur zurückerobert werden.

Von Jens Steglich

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