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Potsdam-Mittelmark Wie Herbert Baier in den Ruhestand rollt
Lokales Potsdam-Mittelmark Wie Herbert Baier in den Ruhestand rollt
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15:31 26.02.2018
Der langjährige Kreisbrandmeister Herbert Baier (65) ist mit einem Festakt in den Ruhestand verabschiedet worden. Als  Überraschungsgeschenk gab es ein ausgemustertes Motorrad. Quelle: Thomas Wachs
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Brück

Seit Jahrzehnten sind die Belange der Feuerwehren zwischen Fläming und Havel für Herbert Baier Beruf und Hobby zugleich. Ab 1. März darf der Brandschutz für ihn jedoch nur noch Freizeitbeschäftigung sein. Der 65-jährige Kreisbrandmeister Potsdam-Mittelmarks geht in den Ruhestand.

Am Monatsende gibt er seine hauptamtliche Tätigkeit als Sachbearbeiter im Ordnungsamt der Kreisverwaltung auf, wo er seit 1992 für die Technik, die Einsatzbereitschaft und die Ausbildung der Feuerwehren zuständig war.

Zugleich endet aus Altersgründen seine Berufung als Ehrenbeamter in der Funktion des Kreisbrandmeisters. Seit 2002 war Baier durchgehend oberster Feuerwehrchef für derzeit rund 3400 aktive Brandschützer in 163 Ortswehren des Kreises.

Herbert Baier (65), der langjährige Kreisbrandmeister Potsdam-Mittelmarks, ist mit einem Festakt im Brücker Schützenhaus in den Ruhestand verabschiedet worden. Als Überraschungsgeschenk gab es ein ausgemustertes Feuerwehr-Motorrad.

Ein Nachfolger ist noch nicht benannt. Zunächst führt Stellvertreter Jens Heinze aus Treuenbrietzen die Aufgaben fort. Bis zum 17. Februar lief die Ausschreibung der Kreisverwaltung. Sie hat die bislang stets ehrenamtlich besetzte Funktion des Kreisbrandmeisters nun auf Vorschlag von Landrat Wolfgang Blasig (SPD) erstmals als hauptamtlichen Posten ausgeschrieben.

Ein Saal voller blauer Uniformen

Am Mittwochabend ist zunächst groß Abschied für den langjährigen Amtsinhaber gefeiert worden. Landrat Blasig hat zum Festakt in das Brücker Schützenhaus geladen. Dort ist der Saal voll gefüllt mit Brandschützern in blauen Uniformen.

Viele Weggefährten aus Feuerwehrinstanzen der Orte, des Kreises und des Landes sowie Bürgermeister, Amtsdirektoren und Kreistagsmitglieder würdigen Baiers langjährige Verdienste für den Brandschutz, seinen Sachverstand und den Einsatz für eine möglichst gute Ausbildung der Kameraden.

Gut 3400 aktive Kameraden

Der Kreisbrandmeister ist zuständig für die Ausbildung und die Ausrüstung der freiwilligen Feuerwehren in 163 Ortswehren.

Insgesamt gibt es aktuell in Potsdam-Mittelmark 3400 Aktive Männer und Frauen in den Einsatzabteilungen.

Hinzu kommen 1490 Kameraden in den Alters- und Ehrenabteilungen.

In Jugendwehren werden rund 1500 Jungen und Mädchen als Nachwuchs für die Feuerwehren ausgebildet.

Zur Verfügung stehen den Brandschützern im Landkreis insgesamt 415 verschiedenste Fahrzeuge sowie 23 Boote.

Im Fahrzeugbestand sind auch noch drei betagte Wagen vom Typ LO aus DDR-Produktion. Im Jahr 2016 lag deren Zahl noch bei zwölf Wagen.

Besondere Überraschung ist ein ausgemustertes Feuerwehrmotorrad als Abschiedsgeschenk. Für den Ankauf haben alle Stadt- und Amtswehrführer gesammelt.

Herbert Baier zeigt sich gerührt von dieser besonderen Würdigung. „Es hat immer ein gute Zusammenarbeit mit den Bürgermeistern und Amtsdirektoren sowie mit den Fachdienstleistern der Kreisverwaltung gegeben“, sagt er im Saal.

„Nur so konnten die Belange des Brandschutzes so erfolgreich vorangebracht werden“, resümiert der scheidende Kreisbrandmeister.

Stolz auf gefragte Sondereinheiten

Potsdam-Mittelmark sei nach vielen Investitionen heute ein „Vorzeigelandkreis in Sachen Brandschutz“, sagt Baier gegenüber der MAZ. Den freiwilligen Wehren bescheinigt er einen guten Ausbildungsstand, „der professionelle Arbeit möglich macht“. Dazu trage auch das Feuerwehrtechnische Zentrum in Beelitz-Heilstätten bei.

Um dessen Aufbau bis 2001 und die 2003 erfolgte Erweiterung um den Trainingsparcours habe er vehement gerungen, erinnert sich Baier. Nun stehe gar eine Erweiterung zur Debatte.

Stolz ist Baier zudem auf die Schwerpunktwehren sowie die Sondereinheiten für Waldbrand, Gefahrstoffeinsätze oder inzwischen auch für Höhenrettung im Landkreis. Die Experten seien oft auch bei Einsätzen in anderen Regionen Brandenburgs gefragt und trainieren regelmäßig auch im größeren Rahmen.

Die Feuerwehrchefs der Ämter und Städte verabschieden Herbert Baier in Brück. Quelle: Thomas Wachs

Probleme sieht der Experte in der immer weiter sinkenden Tagesbereitschaft der freiwilligen Kameraden, die heute längst nicht mehr nur in ihren Heimatorten arbeiten. „Ein riesengroßes Problem“ sei ferner die deutlich steigenden Zahl von Einsätzen mit Gefahrstoffen auf der Straße wie auch auf der Schiene.

„Gab es sonst im Schnitt zwei solcher Einsätze pro Jahr, waren es voriges Jahr schon neun“, bilanziert Herbert Baier.

Tragisches Erlebnis in der Nachbarschaft

Dem Brandschutz ist er seit seiner Jugend eng verbunden. Baier ist in Medewitzerhütten aufgewachsen und wohnt bis heute in dem Flämingdorf. Als 19-Jähriger tritt der gelernte Betriebsschlosser und spätere Handwerksmeister 1971 der Freiwilligen Feuerwehr Medewitz bei.

Als 1974 im Heimatdorf das Nachbarhaus der Familie komplett niederbrennt, steht für den jungen Mann der Entschluss fest, „mehr für die Feuerwehr machen zu wollen“. Mit dem beruflichen Wechsel in das Tanklager bei Medewitz ist Baier dort in der Werksfeuerwehr beschäftigt und leitete diese später. Nach der politischen Wende wechselt Herbert Baier in die Kreisverwaltung Belzig.

Pläne für den Ruhestand müssen erst noch reifen

Dort hat er von 1992 bis zur Kreisreform 1994 schon einmal den Posten des Kreisbrandmeisters inne. Danach ist er lange Jahre Stellvertreter. Nach dem Tod von Amtsinhaber Bernd Wilke aus Stahnsdorf wird Herbert Baier im Jahr 2002 erneut zum Kreisbrandmeister berufen. Zweimal erfolgt die Bestätigung für weitere sechs Jahre in diesem Ehrenamt.

Für seine ab März stärker verfügbare Freizeit im Ruhestand hat er noch keine konkreten Pläne geschmiedet, erzählt Herbert Baier der MAZ. Doch soll es mehr Zeit für die Lebenspartnerin, die Enkelkinder sowie Haus und Hof im Heimatdorf geben.

Nicht mehr zu kurz kommen muss nun auch das Basteln an Motorrädern. Immerhin warten nun vier feuerwehrrote Maschinen auf eine Ausfahrt.

Von Thomas Wachs

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