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Potsdam-Mittelmark Wie der Stör in den Lienewitzsee kommt
Lokales Potsdam-Mittelmark Wie der Stör in den Lienewitzsee kommt
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18:04 07.08.2016
Gehören zur Vereinsjugend: Sebastian Dürrhauer (l., 16) und Eric Lausch (17). Ihr bisher größter Fang war ein 67 Zentimeter langer Karpfen. Den fast sechs Kilo schweren Fisch holten sie gemeinsam aus dem Wasser Quelle: Jens  Steglich
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Michendorf

Er wird drei Meter lang und mehr als 100 Jahre alt. Und er schwimmt im Großen Lienewitzsee, was kaum einer vermuten würde. War der Stör doch hierzulande fast verschwunden. Dass es ihn im Lienewitzsee gibt, ist dem Michendorfer Anglerverein zu verdanken. Jedes Jahr zum Anglerfest wird ein Jungstör ausgesetzt. Theoretisch müssten jetzt 17 Störe, die eine Weile brauchen, bis sie Geschlechtsreife erreichen, im abflusslosen See leben. Schließlich feierte der Verein am Samstag sein 17. Anglerfest.

Die Fische, die weltweit in ihren Beständen arg dezimiert wurden, bleiben im Lienewitzsee verschont. „Sollte ein Angler des Vereins einen Stör fangen, muss er ihn wieder in den See setzen. Das ist Ehrenkodex bei uns“, sagte Vereinsvorsitzender Torsten Heidemann.

Beim gut besuchten Anglerfest hingen im Räucherofen denn auch andere Fische aus dem See, in dem es etwa Barsch, Karpfen, Zander, Hecht und einige Weißfischarten gibt. Ein Stör wird auch niemals in der Fischsuppe landen, die zum Fest gehört wie Fische zum Angeln. Es war auch schwer, an das lange Zeit geheime Rezept heranzukommen. Es stand in keinem Buch, war sozusagen unzugänglich und fest verschlossen – im Kopf vom Koch des Seddiner Fischers. „Wir mussten ihn mehrmals betrunken machen, bevor er das Rezept herausrückte“, erzählte Heidemann. Jetzt ist es für die Nachwelt gesichert. Zum Fest kocht Jugendwart Frank Spahn die Fischsuppe, der sich ansonsten um 20 Jugendliche des Vereins kümmert, der 84 Mitglieder hat. Der Älteste ist Siegfried Sydow, der am Sonntag 80. Geburtstag feierte. Zu den Jüngsten gehört Noah-Gabriel. Der Achtjährige zeigte Talent bei einer Sportart, die nur zum Anglerfest angeboten wird – beim Bierkrugschieben. Dabei gilt es, den Krug so nahe wie möglich ans Ende einer 1,5 Meter langen Bahn zu schieben, erklärten Sebastian und Eric von der Vereinsjugend, die das Wettkampfgeschehen festhielten. Bei Noah-Gabriel blieb der Bierkrug auf der Kippe stehen, fiel aber nicht herunter. Das schaffte auch kein geschulter Biertrinker.

Wer fürs Bierkrugschieben und Aal-Würfeln, für Tombola oder Bootstouren einen Obolus bezahlte, tat zugleich etwas für die Erfüllung einer Mission, die mit dem Anglerfest verbunden ist. Ein Teil der Festerlöse wird verwendet, das Grundstück samt der 108 Jahre alten Fischerhütte am See zu kaufen. Der 1949 gegründete Anglerverein pachtete einst die 1904 von einem Lehrer aus Potsdam entdeckte Idylle, die nach der Wende ins Treuhandvermögen überging.

Weil dem Verein das Geld fehlte, kauften Vereinsmitglieder das Areal von der Treuhand. Der Verein spart nun, um Grundstück und Fischerhütte von den Mitgliedern zu erwerben. „Wir wollen es dem Verein übertragen, damit der herrliche Fleck für alle zugänglich bleibt“, sagte der Vereinschef und fügte hinzu: „Ein paar Feste brauchen wir noch, um alles abzubezahlen.“

Von Jens Steglich

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