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Wie ein Zugezogener die Dorf-Herzen eroberte

Zuhause in Gömnigk Wie ein Zugezogener die Dorf-Herzen eroberte

Kai Fröhlich war so etwas wie ein Weltenbummler. Geboren in Ludwigshafen, lebte der 50-jährige Internethändler im Laufe seines Lebens in den USA und in Holland. 2008 verschlug es den Mann, der seinem Namen stets alle Ehre macht, nach Gömnigk (Amt Brück). Im Dorf eroberte er mit seiner Art schnell die Herzen der Bewohner und ist heute beliebtes Gemeinschaftsmitglied.

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Kai Fröhlich fühlt sich in Gömnigk pudelwohl.

Gömnigk. Die Frauen der „Gömnigker Hoftänzer“ sind fleißig dabei, neue Schürzen zu nähen und sie mit dem Logo „Wir lieben Gömnigk“ zu besticken. Alles nur, um bei der kommenden Landpartie auf dem Stammgut 24 einheitlich aufzutreten und ihre Liebe zum Dorf und ihre Hochachtung für Kai Fröhlich zu dokumentieren.

Der 50-Jährige ist für die Gömnigker das beste Beispiel einer gelungen „Integration“ eines gebürtigen Westdeutschen in das Dorfleben. Geboren wurde er in Ludwigshafen, aufgewachsen ist er im Taunus, zog mit seinen Eltern in die USA und nach Holland, wo er dann über längere Zeit auch blieb. Seit dem Jahr 2008 wohnt Fröhlich nun im Plane-Dorf.

Weltenbummler strandet in Gömnigk

Das Haus hat er erworben, um genügend Platz für sein Hobby – alte VW-Fahrzeuge – zu haben. „Wenn schon Dorf, dann aber richtig“, dachte sich Kai Fröhlich und trat vor fünf Jahren in die freiwillige Feuerwehr ein. Als er hörte, dass im Trebitzer Männerchor „Harmonia“ Stimmen fehlten, trat er auch dem Gesangsverein bei.

Wie viele, die neu in ein Dorf kommen, begann Fröhlich sich mit der Geschichte seines Hauses zu beschäftigen, dokumentierte die Entwicklung des seit 1496 besiedelten Hofes. Doch damit nicht genug: Der Internet-Händler nahm sich des Netzauftritts seines Dorfes an, betreut seither die Webseite und schreibt an der Fortsetzung der Dorf-Chronik, veröffentlicht Termine und weist auf Sehenswürdigkeiten hin. Nachbar Bernd Schulz nimmt mit seiner Bio-Schweinezucht und der Backschweintenne seit Jahren an der Brandenburger Landpartie teil. Da war es auch für Fröhlich eine Selbstverständlichkeit, seinen Hof zu öffnen und stolz seine alten Fahrzeuge zu präsentieren.

Fröhlich schreibt die Dorfchronik fort

Was fehlte, war der Bezug zur Landpartie. Ein paar Schafe wurden geliehen und alte Enten- und Hühnerrassen angeschafft. Seither sind jetzt auch Haubenlaufenten und Sundheimer Hühner auf Fröhlichs Hof unterwegs. Das Sundheimer Huhn, in Baden gezüchtet, gilt allgemein als stark gefährdet. „Ich frage mich bei einer solchen Rasse, weshalb sie gefährdet ist. Schließlich galt sie immer sowohl bei der Legeleistung als auch beim Fleisch als besonders gut“, sagte der Neuzüchter vor zwei Jahren etwas ratlos.

Inzwischen ist er Profi im Umgang mit den Tieren und hegt seinen Bestand. „Als er das erste Mal den Hof öffnete, einen Grill aufstellte und ein paar Flaschen Sekt und Bier kredenzte, hat er die Herzen vieler Gömnigker gewonnen“, ist nicht nur Marion Jahn noch heute begeistert vom Engagement des einstmals „Neuen“. Schon seit einigen Jahren unterstützen auch die Hoftänzerinnen die Aktion.

Angekommen in der Idylle des Dorflebens

„Das gefiel den Frauen so gut, dass sie sich von da an um das Gelingen der Landpartie auf Fröhlichs Hof kümmerten, Unmengen von Kuchen buken und Kaffee anboten“, berichtet Jahn, die ebenfalls in Gömnigk wohnt.

Wer nach Gömnigk kommt, spürt sofort: Kai Fröhlich ist angekommen in seiner neuen Heimat.

Von Andreas Koska

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