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Wieder Glockenklang in Medewitz

Sanierung der Dorfkirche Wieder Glockenklang in Medewitz

Der erste Abschnitt der Sanierung der Medewitzer Dorfkirche ist abgeschlossen. Nach drei Jahren der Ruhe konnte deshalb am Sonntagnachmittag erstmals wieder das Geläut erklingen. Zur Herkunft und Historie der größeren der beiden Glocken, die Mauerwerk und Gebälk beansprucht haben, gibt es aber Fragen.

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Zur Erinnerung: Bauleute, Architekt und Kirchenräte nach der Bauabnahme.

Quelle: privat

Medewitz. Nach mehr als drei Jahren der fast absoluten Ruhe ist es genug. Die Glocken der Dorfkirche werden ab sofort regelmäßig mittags und abends erklingen. Außerdem zu liturgischen und festlichen Anlässen. Am Sonntagnachmittag war es soweit: Mit einem von Pfarrer Stephan Schönfeld gestalteten Gottesdienst ist nämlich der Abschluss des ersten Abschnittes der Sanierung des Gotteshauses in dem 520-Einwohner-Ort gefeiert worden.

2013 war das Geläut eilig eingestellt worden. Denn es schlug gegen das Gebälk des ohnehin schiefen Turms, der zunächst sogar von der freiwilligen Feuerwehr provisorisch gesichert werden musstet. Längst war jedem klar, dass es einer umfassenden Instandsetzung des 1713 im Auftrag der Familie Brandt von Lindau errichteten Gebäudes bedurfte. Nachdem es unter großen Anstrengungen gelungen war, Geld aus zahlreichen Quellen zu erschließen, wurde vor ziemlich genau einem Jahr mit den Arbeiten begonnen.

Landeskonservator vor Ort

Thomas Drachenberg war unlängst zur Bauabnahme anwesend. Der Landeskonservator hat die Bedeutung der Medewitzer Kirche unterstrichen, die eigentlich ein flämingtypischer rechteckiger Bau aus Feld- und Mauersteinen ist. Besonders wird das Gotteshaus ob der reichhaltigen und fast kompletten Ausstattung.

Deshalb scheint die Innensanierung unausweichlich, aber auch eine Frage der Zeit und der Kosten. Unter anderem die hölzernen Bänke ganz nah am ewig feuchten Mauerwerk bereiten Pfarrer, Gemeindekirchenrat und Förderkreis vor Ort erhebliche Sorgen.

Nicht zuletzt wird eine Modellierung des Außengeländes angestrebt, damit es dann die Nässe besser aufnehmen kann.

Buchstäblich am Rande ist Andre Brückner dabei, das Küsterhaus gleich nebenan instand zu setzen. Der ortsansässige Bauunternehmer hat es nicht nur voriges Jahr vom Straßenbetrieb gekauft und der Kirchengemeinde Wiesenburg/Mark gespendet, sondern wirkt maßgeblich an der Sanierung des Gebäudes mit.

Rund 165 000 Euro hat es nunmehr gekostet, Dach, Gemäuer und Turm wieder herzurichten; Elektroanlage und Blitzschutz inklusive. „Der kalkulierte Rahmen wurde damit exakt eingehalten“, bestätigt Matthias Wilke. Wie der Vorsitzende des Förderkreises zum Erhalt der Dorfkirche einräumt, musste der ursprünglich vorgesehene Zeitplan verworfen werden. Denn das Gebälk, das direkt auf dem Mauerwerk des Schiffes auflag, war bei genauer Betrachtung mehr in Mitleidenschaft gezogen als das vor der ersten Öffnung des Bauwerkes nach vielleicht 150 Jahren erwartet werden konnte. Es musste umfangreicher ersetzt werden als gedacht. Vor allem wegen der erheblichen Lieferfrist für das gewünschte Eichenholz mussten sich schließlich die Bauleute in Geduld üben und konnten dann im Frühjahr richtig loslegen.

Mit einem Festgottesdienst wurde am Sonntag der Abschluss      des ersten Bauabschnittes  an den Kirche zu Medewitz gefeiert

Mit einem Festgottesdienst wurde am Sonntag der Abschluss des ersten Bauabschnittes an den Kirche zu Medewitz gefeiert.

Quelle: Dirk Fröhlich

„Sie haben aber alle durchweg sehr gute Arbeit geliefert“, lobt Martin Braunchweig die fast durchweg lokalen Unternehmen. „Dabei ging es nicht etwa darum, den Turm zu richten“, betont der koordinierende Architekt aus Brandenburg/Havel. „Sondern um die Stabilisierung der Konstruktion.“

Die Reparatur des Glockenstuhls war ein Beitrag dazu. Gleichwohl er den Fachleuten nach wie vor noch Rätsel aufgibt. „Denn zumindest die Herkunft und Historie der größeren der beiden Glocken ist nicht klar. Vermutlich wurde sie nicht ursprünglich in der Medewitzer Kirche aufgehängt, sagt Martin Braunschweig. Er verweist nicht nur auf die Anschlagspuren im Gebälk und am Mauerwerk. Sondern auf den Kreuzverbund, der wohl Anfang des 20. Jahrhunderts eingebaut und nun mit gerichtet worden ist. Dass die Arbeit gelungen ist, lässt sich jetzt wieder ganz gut hören.

Von René Gaffron

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