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Wieder kein Osterfeuer in Wiesenburg

Tradition vor dem Aus Wieder kein Osterfeuer in Wiesenburg

Das Veto eines Nachbarn führt dazu, dass es in Wiesenburg in diesem Jahr erneut kein Osterfeuer in der Dorfmitte geben wird. Der Vorschlag von Ortsvorsteher Bernd Müller (SPD), auf den sogenannten Spulenberg zurück zu kehren, lässt sich ebenfalls nicht realisieren. Das sind aber nicht die einzigen Standorte, die vergeblich geprüft wurden, um die Tradition doch noch zu retten.

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Erinnerung an früher: Osterfeuer in Wiesenburg wurden gut angenommen.

Quelle: Dirk Fröhlich

Wiesenburg. In Wiesenburg wird es wieder kein zentrales Osterfeuer geben. Das ist das Ergebnis einer Beratung von Ortsbeirat und freiwilliger Feuerwehr in dieser Woche. Für das Spektakel am Borner Weg gibt es keine Aussicht auf Genehmigung.

Ein Anwohner hat sein Veto eingelegt – wie schon kurzfristig im Vorjahr. Dieses Mal ließ er lange vorab die Wiesenburger Gemeindeverwaltung wissen, dass er sich keine Beeinträchtigungen durch den Rauch gefallen lasse. Versuche von Löschgruppe, Lokalpolitikern und Verwaltung, den Beschwerdeführer zu beschwichtigen und den Brauch an der Stelle zu retten, hätten keinen Erfolg gehabt, wird übereinstimmend berichtet.

Anwohner legte sein Veto ein

Das Feuer wieder am sogenannten Spulenberg zu entfachen, ist offenbar ebenfalls keine Alternative. Dort loderten die Flammen bis 2012 immer, ehe – zunächst ausnahmsweise wegen Schneematsch – der Standortwechsel vollzogen worden ist. Das rief Bernd Müller (SPD) den Teilnehmern der Krisenberatung in Erinnerung.

Er hatte sich bereit erklärt, Mitstreiter für den Aufbau zu finden. „Denn ganz viele Grundstückseigentümer hätten gern eine Gelegenheit gehabt, um ihre Gartenabfälle zu verbrennen“, erklärte der Ortsvorsteher das Anliegen. Da werden die Fuhren wohl in die Nachbarorte rollen müssen, hieß es nun auf Nachfrage.

Ultimatum für Maibaum-Brauch

Nur noch einmal soll der Maibaum wie bisher auf dem Wiesenburger Goetheplatz aufgestellt werden. Dann will man Aufbau- und Haltekonstruktion schaffen, von der schon seit vielen Jahren die Rede ist.

Ortswehrführer und Bauhofmitarbeiter Rainer Birkefeld hat einen entsprechenden Konstruktionsvorschlag unterbreitet. Die Verwaltung soll Beschaffung oder Anfertigung in Auftrag geben.

Passiert das nicht, droht – wie beim Osterfeuer – das Aus für den Brauch, bei dem alljährlich Jung und Alt am Vorabend des 1. Mai bei Blasmusik, Bier und Bratwurst zusammenkommen.

Die freiwillige Feuerwehr jedenfalls wird nicht die Aufsicht und die abschließende Brandwache am Rande des Ortes übernehmen. Ohne Toiletten vor Ort und Licht an den Wegen will heutzutage sowieso kaum noch jemand dorthin, wie sich herumgesprochen hat.

Stattdessen laden die Wiesenburger Einsatzkräfte am Ostersonnabend ab 14.30 Uhr zum Nachmittag in Familie vor ihrem Domizil ein. Ponyreiten und Eiersuche, Speis und Trank sind angekündigt, Feuer in der Schale nicht ausgeschlossen.

Auch andere Areale fielen bereits durch

„Es ist eine Blamage, dass ein Brauch so in die Brüche geht“, kommentiert Helmut Uebe, Mitglied der Gemeindevertretung Wiesenburg/Mark und ehemals Feuerwehrchef. Einzige Möglichkeit, dass sie nicht von Dauer wird, ist dass eine Ausweichfläche gefunden wird, die bei Bevölkerung und Behörden jeweils Zuspruch findet.

Nachdem in den 90er-Jahren das Osterfeuer immer am Wasserturm postiert war, ist auch schon eine Parkwiese erprobt worden, wobei die Beteiligten buchstäblich baden gingen. Auf dem Areal des Flämingstadions, das ebenfalls schon als Kulisse diente, könnten laut aktuelle Prüfung der Verwaltung die Auflagen des (Wald-)Brandschutzes nicht gewährleitstet werden.

Von René Gaffron

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