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Wieder mehr Tempo-Sünder vor Schulen

Bad Belzig Wieder mehr Tempo-Sünder vor Schulen

Der Landkreis Potsdam-Mittelmark hat zu Beginn des Schuljahres wieder Geschwindigkeitskontrollen vor Grundschulen und Gesamtschulen mit Primarstufe durchgeführt. Das Ergebnis dieser Messungen liegt nun vor – und ist ernüchternd.

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Säulen wie diese stehen mittlerweile vor vielen Schulen. Sie sollen die Achtsamkeit der Autofahrer erhöhen.

Quelle: Thomas Wachs

Bad Belzig. Das neue Schuljahr ist nun schon ein paar Wochen alt, die Hinweisschilder und Banner, die Autofahrer auf die frischgebackenen ABC-Schützen im Straßenverkehr aufmerksam machen sollen, sind wieder verschwunden. Dennoch gilt es auch weiterhin insbesondere auf Grundschüler zu achten und vor den Schulen das Tempo zu drosseln.

Der Landkreis Potsdam-Mittelmark hat daher zu Beginn des Schuljahres wieder Geschwindigkeitskontrollen vor Grundschulen und Gesamtschulen mit Primarstufe durchgeführt. Das Ergebnis dieser Messungen liegt nun vor: Im Vergleich zum Vorjahr sind erneut mehr Verstöße registriert worden.

Zwei Fahrer bekamen Fahrverbot

Insgesamt sind die Einsatzkräfte zu 54 Kontrollen ausgerückt. 2016 hatte es sogar 59 Kontrollen gegeben. Ebenfalls gesunken ist die Anzahl der kontrollierten Fahrzeuge – von 10 122 in 2016 auf 9361 in diesem Jahr. Zwar waren nur 517 Autofahrer über dem Limit unterwegs – im vergangenen Jahr sind 533 Überschreitungen gemessen worden – dennoch ist der prozentuale Anteil der Verstöße damit leicht gestiegen: von 5,3 Prozent im vergangen Jahr auf jetzt 5,5. Zwei Fahrer waren sogar so schnell unterwegs, dass sie sich ein Fahrverbot eingehandelt haben.

„Die Geschwindigkeitsüberwachungen vor Schulen sind aus unserer Sicht wichtig und erforderlich, weil unangemessene Geschwindigkeit noch immer eine der Hauptunfallursachen ist“, sagt Heike Vierke-Eichler, Chefin der kreislichen Verkehrsbehörde mit Sitz in Werder/Havel. „Kinder können Geschwindigkeiten schwer einschätzen – unabhängig davon halte ich eine Überschreitungsquote von 5,5 Prozent für hoch.“

Die Frage, was gegen Raserei vor Schulen am ehesten Wirkung zeige, sei nicht pauschal zu beantworten, sagt Vierke-Eichler weiter. „Hier kommt es sicherlich immer auf eine sinnvolle Kombination in Abhängigkeit von den örtlichen Gegebenheiten an.“ Die Durchführung einer verdeckten Geschwindigkeitsmessung etwa zwei Jahre nach der Installation von Säulen vor einer Schule habe beispielsweise gezeigt, dass ein geschwindigkeitssenkender Effekt nach wie vor besteht.

Kontrollen auch weiter konsequent durchführen

Die Polizeiinspektion Brandenburg führt keine statistische Erhebung zu Kontrollorten und konkreten Verstößen durch. „Grundsätzlich werden alle Kraftfahrer dazu angehalten, sich an die vorgeschriebenen Geschwindigkeitsbeschränkungen zu halten“, schreibt Sprecher Oliver Bergholz auf MAZ-Nachfrage. „Die Polizei führt dazu regelmäßig Geschwindigkeitsüberwachungen durch, um deren Einhaltung auch zu kontrollieren.“

Ziel der jährlich stattfindenden Kontrollen ist es, Autofahrer zu sensibilisieren besonders auf Schulanfänger Rücksicht zu nehmen und entsprechend vorsichtig zu fahren. Die Auswertung mache deutlich, dass die Geschwindigkeitsüberprüfungen vor Schulen auch in den kommenden Jahren einer konsequenten Fortsetzung bedürfen, schließt Heike Vierke-Eichler.

Von Josephine Mühln

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