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Wiedersehen alter Freunde

Alte Campergruppe trifft sich Wiedersehen alter Freunde

Nur durch Zufall kamen die Jungs und Mädels aus Bad Dürrenberg einst zum Campen nach Rädigke. Seit dreißig Jahren halten sie dem Ort die Treue. Beim Jubiläumstreffen am Wochenende gab es deshalb viel zu erzählen.

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Ohne den Gasthof Moritz hätte das Treffen zum 30. Jubiläum wohl nicht stattgefunden.

Quelle: Uwe Klemens

Rädigke. Na ja, zugegeben: „Damals“ waren die Haare ein wenig länger und dichter, die Wangen besser oder gar nicht rasiert und auch Körpergröße und -gewicht stimmten besser überein. Aber ansonsten sind sie ganz die „Alten“ geblieben. 30 Jahre ist es her, dass sich eine kleine Gruppe Halbwüchsiger aus dem damaligen Bezirk Halle auf den Weg nach Rädigke gemacht haben. Jedes Jahr sind sie seither wiederkommen. Am vergangenen Wochenende feierten sie im größer gewordenen Kreis ihr Rädigke-Jubiläum.

Schuld an ihrem ersten Ausflug in den Hohen Fläming war die Zentrale Zeltplatzvermittlung, bei der man sich zur damaligen Zeit Wochen voraus um einen Platz für das eigene Stück Zeltdach bewerben musste. Caputh und Ferch standen wegen ihrer Berlin-Nähe ganz oben auf der Liste der acht 16- bis 17-jährigen Bad Dürrenberger. Rädigke kam als dritter Reservevorschlag auf den Zettel.

Vor 30 Jahren nach Rädigke

Es wurde Rädigke. „Zwölf Dauercamper waren außer uns die einzigen auf dem Platz“, erinnert sich Katrin Eitler. „Und es war herrlich. Denn wir konnten tun und lassen, was wir wollten. Selbst ’ACDC’ hören in der Nacht ging, ohne dass sich jemand aufregte.“ Dass ihre Eltern, die sie mit Trabbi und Wartburg nach Rädigke gebracht hatten, den kleinen Platz mehrmals übersahen und ihn für ein Gartengrundstück hielten“, wurde zu einer ihrer ersten Episoden, der unzählige weitere folgen sollten.

Mit lila toupierten Haaren erkundeten sie die Gegend, freundeten sich mit dem LPG-Fahrer an, der sie im „Bus“ genannten Glaskasten auf der Ladefläche seines W50 manchmal mitnahm, und mit den sowjetischen „Freunden“, die ebenfalls nicht vorbei fuhren, wenn sie auf der Landstraße den Daumen hochhielten.

Auch zu den gleichaltrigen Jugendlichen im Dorf entwickelten sich Kontakte. Der Versuch, eine feste Beziehung zu einem Rädigker Mädel aufzubauen, gelang nur zeitweilig, wie sich Otti erinnert, der eigentlich Torsten Otto heißt und zur Campergruppe der ersten Stunde gehört. Statt dessen wurden Katrin und Tobias ein Paar. Bis heute halten auch sie der Stammtruppe von damals die Treue.

Den Kopf durch die Tür stecken

Und Rädigke. Kein einziges Jahr haben sie seit ihrem ersten Besuch ausgelassen, um sich nicht wenigstens zu Pfingsten und manchmal auch zwischendurch für ein, zwei, drei Tage hier zu treffen. Das Campen haben sie der Bequemlichkeit inzwischen aufgegeben und ihren eigenen Kindern überlassen. „Man wird ja auch ein bisschen älter und wozu gibt’s auf dem Platz die Bungalows“, sagen „Fischi“ Holger Fischer und Katrin Eitner. „Aber uns auseinander zu bringen, hat nicht mal die Wende hat es geschafft.“

Einen großen Anteil daran haben die Wirtsleute des „Moritz“-Hofes. Den gab es schon damals, wenngleich anfangs nur als gemütliche Gaststätte. Neben einem kühlen Bier und köstlichem Essen gab es hier immer ein freundliches Wort und ein großes „Hallo“, wenn die Bad Dürrenberger wieder mal den Kopf durch die Tür steckten. Seit ein paar Jahren ist der Hof ihr Dauerquartier und schauen bei ihren Besuchen nur interessenshalber, was aus dem Campingplatz geworden ist.

Bis zu 15 Leute

Die Freundschaften zu ihren Rädigker Kumpels aus der Vorwendezeit haben sich nicht über die Jahre gehalten. „Keiner von denen wohnt heute noch hier“, sagt Otti. „Das ist ja auch bei uns nicht anders gewesen“. Katrin und Tobias Eitner sind die einzigen, die heute noch in Bad Dürrenberg wohnen. Bis nach Oberndorf am Neckar und nach Bonn hat es die Truppe inzwischen in alle Himmelsrichtungen verschlagen. Für einen Abstecher nach Rädigke ist aber auch das nicht zu weit. Da im Laufe der Jahre immer mal jemand neues hinzukam, sind sie mittlerweile bis zu 15 Leute.

Das Programm des Jubiläumstreffens am vergangenen Wochenende bestand vor allem aus dem Schwelgen in alten Erinnerungen und einer abendlichen Diashow. „Ich werd verrückt, wo hast Du denn diese Bilder her“, war einer der Sätze, der dabei öfter zu hören war. Die 500 Meter bergauf bis zum Campingplatz war diesmal schon eine echte kleine Herausforderung. „Früher haben wir die in Sprint zurückgelegt, jetzt kam’s mir vor wie 30 Kilometer“, sagt Torsten Otto.

Von Uwe Klemens

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