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Potsdam-Mittelmark Wieland und Mirjam Meinhold begeistern in der Kirche
Lokales Potsdam-Mittelmark Wieland und Mirjam Meinhold begeistern in der Kirche
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11:18 09.12.2018
Wieland Meinhold erklärt interessierten Besuchern die Orgel. Quelle: Andreas Trunschke
Garrey

Es ist kalt in der Garreyer Dorfkirche. Die Menschen hüllen sich tief in ihre Winterkleidung. Vielleicht liegt es an den Temperaturen, dass nur reichlich zwanzig Besucher gekommen sind. Doch die gekommen sind, werden mit einem wunderbaren Konzert erwärmt. Der Thüringer Universitätsorganist Wieland Meinhold und seine Frau Mirjam, Sopranistin im Weimarer Opernensemble des Deutschen Nationaltheaters, bringen Adventsweisen aus dem Barocken Europa zu Gehör.

Die Musiker auf der Empore der Kirche haben wenigstens einen Radiotor zum Aufwärmen. Dem Organisten hilft das offenbar nur wenig. Wieland Meinhold baut daher geschickt eine Erklärung der Stücke in sein Spiel ein, während der er sich die Finger erwärmen kann. Trotz der von der Kälte etwas steifen Finger versteht er es gleichermaßen, die erdigen, männlichen Töne und die eher weiblichen Töne der 1883 vom Niemegker Orgelbaumeister Friedrich Wilhelm Lobbes erbauten Orgel zum Klingen zu bringen. Mal klingt sie ganz zart und leise, mal voluminös und die Kirche ausfüllend. Lutz Wieland vom Kirchengemeinderat findet anschließend: „Es ist immer wieder beeindruckend, Herrn Meinhold die Orgel spielen zu hören.“

Von Xaver bis Händel

Das Konzert beginnt mit weihnachtlicher Hirtenmusik für Orgel von Johann Sebastian Bach. Ein Höhepunkt sind sicher die fünf europäischen Weihnachtslieder aus Böhmen, Portugal, dem Eichsfeld und Österreich für Sopran und Tasten. Glockenhell klingt die Stimme von Mirjam Meinhold durch die restaurierte Kirche, dezent unterstützt vom Orgelspiel ihres Mannes. „Ihnen wird das Herz aufgehen“, versprach der Organist eingangs, „und wenn Ihnen so ist, summen sie bei ‚Es ist ein Roß entsprungen‘ innerlich mit.“

Eine Stunde lang kann man der wunderbaren Musik lauschen, den „wundervollen, quicklebendigen Variationen ‚Aria variata pastoralis‘ von Franz Xaver Murschhauser für Sopranblockflöte und Orgel“ zum Beispiel. Oder der „Pifa“ (Hirtenmusik) und dem „Rejoyce greatly“ aus dem Weihnachtsteil des „Messias2 von Georg Friedrich Händel. Zwischendurch rumpelt es immer mal wieder oben auf der Empore. „Keine Angst“, erklärt Meinhold, „ich mache ihre Orgel nicht kaputt.“

Pfarrer Daniel Geißler (l.) mit Mirjam und Wieland Meinhold. Quelle: Andreas Trunschke

Die Filze, die das Spielen der Pedale dämpfen, sind wohl hart geworden und müssten wieder einmal ausgetauscht werden. Auch lassen sich einige Register schwer ziehen, wenn sie selten bewegt werden. Dem Gesamteindruck des Konzerts schadet das nicht, es verleiht ihm Authentizität. „Schade, dass so wenige Leute gekommen sind“, findet nach dem Konzert Claudia Grünthal aus Dahnsdorf, „so ein Konzert belebt das Dorfleben.“

Nach dem Konzert können sich Interessierte von Meinhold die Königin der Instrumente hautnah erklären lassen. Direkt am Spieltisch der historischen 135-jährigen Orgel erklärt er die Register, allen voran die Prinzipale, das Fehlen der Bässe bei der Garreyer Orgel und die unterschiedlichsten Aufgaben der Orgel beim Gottesdienst. Auch den Klang der Aeoline, der zartesten Stimme der Orgel. „Zauberhaft“, ist Meinhold selbst begeistert und begeistert die Umstehenden.

Von Andreas Trunschke

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