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Wiesenburg: Widerstand gegen Solarpark

Eiliger Protest Wiesenburg: Widerstand gegen Solarpark

Zwei Hand voll Aktivisten organisieren den Protest gegen die geplante Errichtung von Photovoltaikanlagen am Wiesenburger Ortsrand. Sie fürchten um Flora und Fauna auf dem Standort nahe dem Internationalen Kunstwanderweg. Doch für Einsprüche läuft die Zeit ab, währen der Investor schon mit vorbereitenden Arbeiten begonnen hat.

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Die Bürgerinitiative kämpft gegen das Sonnenkraftwerk bei Wiesenburg.

Quelle: Dirk Fröhlich

Wiesenburg. In der „Perle des Flämings“ formiert sich der Widerstand gegen den Aufbau einer Photovoltaikanlage am Borner Weg. Die Organisatoren des Protestes machen darauf aufmerksam, dass Einwände schnellstens vorgebracht werden müssten. Denn nur noch bis nächsten Mittwoch liegen die Unterlagen des aktuellen Bebauungsplanverfahrens zur Stellungnahme in der Gemeindeverwaltung Wiesenburg/Mark aus.

Eine Investorengruppe, hinter der die Stadtwerke Halle (Saale) stehen, will unmittelbar neben den Biogas-Anlagen 72 Solarmodule aufstellen. Dazu hat sie eine 4,8 Hektar große Fläche teils gepachtet, teils erworben. Dieser Tage haben die vorbereitenden Arbeiten für das 3,5 Millionen Euro teure Projekt begonnen. Sie sollen dazu dienen – die nicht zuletzt von Behörden und Verbänden geforderte und durchgesetzte – Umsiedlung der unter Naturschutz stehenden Zauneidechsen und Schlingnattern zu ermöglichen.

Geschützte Art vor Ort

Geschützte Art vor Ort

Quelle: privat

Das jetzt noch laufende Planverfahren hat allerdings vor allem die formelle Umwidmung der Gewerbe- zur Sonderfläche zum Inhalt, damit der Betreiber für den ins Netz eingespeisten Strom die höhere Vergütung erhalten kann.

„Nichts gegen Strom vom Dach und für Eigenverbrauch“

„Viele Einwohner von Wiesenburg wissen noch gar nicht, was dort errichtet werden soll“, hat Karola Wendler festgestellt. Sie gehört zu zwei Hand voll Protagonisten, die ein Bürgerbegehren gegen die Photovoltaikanlagen anstreben. Denn die bisherige Vorgehensweise der Kommune halten sie keineswegs für hinreichend. „Frühzeitige Bürgerbeteiligung? Weder aus Einladungen noch Beschlüssen, die veröffentlicht wurden, gehen das Vorhaben, die Größenordnung und die Auswirkungen hervor“, beklagt Karola Wendler und zweifelt sogar, ob die Grundstücke überhaupt für den Zweck genutzt werden dürften. Bauverwaltung und Planer vom Ingenieurbüro Castus hatten dies zumindest im Parlament, wo das Thema seit einem Dreivierteljahr behandelt wird, immer wieder bekräftigt.

Baubeginn in Mai geplant

Seit Sommer 2015 ist die Errichtung von Solaranlagen in Reetz, Reetzerhütten und Wiesenburg im Gespräch.

In einer ersten Planänderung für das sogenannte Gewerbegebiet II ist bereits der Grünausgleich für die ansonsten laut Bauverwaltung zulässige Errichtung der Solanlagen ausgehandelt worden. Nicht zuletzt hat die Rabener Gruppe für den Kunstwanderweg „Hoher Fläming“ ihre Interessen eingebracht. Die Umsetzung der Schutzauflagen für Flora und Fauna hat im März begonnen.

Vorbehaltlich der parlamentarischen Beschlüsse und der behördlichen Genehmigungen der Kreisverwaltung Potsdam-Mittelmark für die 3,8 Megawatt-Anlage ist ein Baubeginn im Mai geplant.

„Wir begrüßen Solarstrom als Teil der Energiewende, solange er vom Dach kommt und möglichst dem Eigenverbrauch dient.Die Nutzung kostbarer Landschaftsflächen ist dafür ungeeignet“, heißt es hingegen in einem Schreiben der Aktivisten. Sie verweisen weiter auf die Lage unweit von Wohnhäusern und am Internationalen Kunstwanderweg. Die Solaranlage werde sowohl in der Nähe als auch weithin sichtbar sein, selbst wenn der Investor das Zugeständnis gemacht habe, sie hinter Bäumen und Büschen zu verstecken.

Weitere Planungen in Reetz und Reetzerhütten

Die Vorhaben, wie sie auch noch in Reetz und Reetzerhütten auf ehemaligen Agrarbetriebsbrachen in Rede stehen, widersprechen nach Ansicht der Aktivisten der nachhaltigen Zukunft des Naturparks „Hoher Fläming“. Sie seien Profitmodelle für Investoren, die keine Wertschöpfung und Arbeitsplätzen in der Region schaffen „Diese Form von zerstörerischer Landschaftsnutzung kann nicht unser Interesse sein“, heißt es letztlich.

Von René Gaffron

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