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Wiesenburg muss Friedhofsgebühr erhöhen

Falsch kalkuliert Wiesenburg muss Friedhofsgebühr erhöhen

Die Gemeinde Wiesenburg/Mark wird demnächst ihre Friedhofsgebühren erhöhen müssen. Sie decken nicht einmal zu 25 Prozent die Kosten. Der Grund: Anders als 2005 noch kalkuliert, wählt kaum noch jemand die Erdbestattung. Sie würde mit 770 bis 990 Euro zu Buche schlagen. Urnenbeisetzungen sind viel preiswerter. Doch geht es den Leuten wohl nicht nur ums Geld.

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Das anonyme Urnenfeld auf dem Wiesenburger Friedhof.

Quelle: René Gaffron

Wiesenburg. Nicht einmal der Tod ist umsonst. Er kostet das Leben, so heißt es in einer Redewendung. Und die Hinterbliebenen müssen künftig viel tiefer ins Portemonnaie greifen, wenn es um eine Bestattung auf einem der kommunalen Friedhöfe in der Gemeinde Wiesenburg/Mark geht. Das ist während der jüngsten Haushaltsdebatte angekündigt worden.

„Das Kommunalabgabengesetz verpflichtet uns zur regelmäßigen Aktualisierung der Gebührensatzung“, sagt Kornelia Feldmann. Sie sollen eigentlich eine Kostendeckung absichern. Davon ist die Kommunen, die ob ihres Defizits besonders zur Sparsamkeit verpflichtet ist, weit entfernt, wie die Kämmerin einräumt.

Demnach wurden laut Jahresabschluss 2011 für die Bewirtschaftung der Friedhöfe 87 100 Euro ausgegeben. Eingenommen wurden aber lediglich 19 500 Euro. Das sind nicht einmal 25 Prozent, obwohl bei der vorerst letzten Gebührenanpassung 2005 zumindest eine Quote von 80 Prozent wenigstens ins Auge gefasst war. Volle Umlage ist wohl nirgendwo üblich.

Die Kalkulation ist letztlich nicht annähernd aufgegangen. Einzig die Zahl der Sterbefälle ist fast exakt so eingetreten wie vorhergesagt: 56 statt 57. Doch hat sich die Art der Bestattung erheblich geändert. Nicht etwa je zur Hälfte wurden Erdbegräbnis und Urnenbeisetzung gewählt, wie beim Satzungsbeschluss vor zehn Jahren noch angenommen. Sondern: Lediglich fünf Reihengräber waren 2011, gefragt. Dafür aber 51 Urnenbestattungen, davon 20 sogar auf den vielerorts neu geschaffenen, anonymen Flächen.

Ein Prozent Defizit

Die Gemeinde Wiesenburg/Mark hat für 2016 einen beschlossenen Haushaltsplan. Er ist ohne Gegenstimme verabschiedet worden.

Das Zahlenwerk weist im Ergebnishaushalt bei einem Volumen von 8,15 Millionen Euro ein Defizit von knapp 80 000 Euro aus.

Die Genehmigung dessen von Seiten der Kommunalaufsicht im Landratsamt Bad Belzig steht allerdings noch aus.

Noch wird zwischen den Verwaltungen verhandelt, ob – mit Hinweis auf die noch zu erarbeitenden Jahresabschlüsse für 2012 bis 2015 – auf ein Haushaltssicherungskonzept verzichtet werden kann.

Die Preisunterschiede sind erheblich. Für das Reihengrab (Nutzungsdauer 25 Jahre) müssen 770 Euro bezahlt werden; für das Wahlgrab (zwei Personen) sogar 990 Euro. Für das Urnengrab (Nutzungsdauer: 20 Jahre) sind 270 Euro fällig, für die so genannte grüne Wiese nur 200 Euro. Ähnlich sind laut Verwaltung die Verteilung und das Manko in den Jahren bis 2015.

Ob die Entwicklung ausschließlich auf den Preisunterschied zurückzuführen ist, darf bezweifelt werden. „Immer häufiger ist zu hören, dass es um die langfristige Pflege der Grabstätte geht“, weiß Kornelia Feldmann. Die Arbeit und die Kosten für die jährlichen Pflanzungen übersteigen mitunter die Möglichkeiten der Angehörigen. Oft ist es sogar so, dass keine Kinder, Verwandte und Bekannte mehr vor Ort sind, die sich regelmäßig um die Gräber kümmern können.

Gleichwohl wird gerade auf dem Lande besondere Wert darauf gelegt, wie eine Person geehrt wird und der Friedhof an sich gepflegt ist. „Mit diesem Nutzungsverhalten ist die Überarbeitung der Gebührensatzung dringend geboten“, so die Kämmerin. Von der Debatte ausgenommen sind die Ruhestätten in Benken, Grubo und Jeserig/Fläming, wo die Kirchengemeinden verantwortlich zeichnen.

Von René Gaffron

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