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Wiesenburg streitet weiter um Solarpark

Mittelmark Wiesenburg streitet weiter um Solarpark

Eine Baugenehmigung liegt schon vor. Damit es sich lohnt, den geplanten Solarpark am Wiesenburger Ortsrand zu errichten, braucht es aber noch einen zusätzlichen Beschluss der Parlamentarier. Doch übt eine Hand voll Aktivisten weiter Protest gegen die Ansiedlung nahe dem Landschaftsschutzgebiet.

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Auf der Fläche links des Borner Weges soll der Wiesenburger Solarpark entstehen

Quelle: Karola Wendler

Wiesenburg. Die Gegner des am Ortsrand geplanten Solarparks haben an die Gemeindevertretung Wiesenburg/Mark appelliert, auf den Abschluss eines weiteren städtebaulichen Vertrages mit der Castus-GmbH zu verzichten. Wenn aber die Kommune bestätige, dass es sich bei dem für die Nutzung in Rede stehenden Areal um eine Konversionsfläche handle, habe der Investor später das Recht, die angestrebte günstige Vergütung mit acht Cent je Kilowattstunde zu erhalten.

Um die Anlage zu errichten, braucht er die Vereinbarung tatsächlich nicht. Denn es gibt schon seit Ende April eine für sechs Jahre gültige Baugenehmigung auf Grundlage des bereits gültigen Bebauungsplanes (Nr. 6) für das sogenannte Gewerbegebiet II am Borner Weg. Wegen der dann absehbar weniger Einnahmen bei gleichzeitig mehr Ausgaben, um die Umwelt-Auflagen zu erfüllen, bezweifelt die Bürgerinitiative, dass die Realisierung dann in Angriff genommen – und wäre wohl zufrieden. Denn sie will den ihrer Meinung nach erheblichen Eingriff in die Landschaft verhindern.

Mehr als drei Stunden hat eine Hand voll Aktivisten am Dienstagabend im Quergebäude mit eben so vielen Parlamentariern, einschließlich Bürgermeister Marco Beckendorf (die Linke), hinter verschlossenen Türen im Quergebäude ausschließlich dieses Thema erörtert. Das „Rund-Tisch-Gespräch“ war von der Protestgruppe initiiert worden, weil sonst in den Gremien nicht genügend Zeit für ausführlichen Austausch von Argumenten sei. Aktueller Anlass ist eine erneute Bürgerbeteiligung. Noch bis Freitag hat jeder Gelegenheit, die Unterlagen einzusehen und sich dazu zu äußern. Die Kreisverwaltung Potsdam-Mittelmark hatte unter anderem gefordert, einen eindeutigen Lageplan anzufügen.

„Es geht nicht darum jemanden wegen seiner Fehler vorzuführen“, sagt Harald Slibar. „Doch ist es ärgerlich, wenn er auf Fehler hingewiesen wird und sich weigert, diese zu korrigieren“. Ein Kompromiss nicht in Sicht, hat sich die Kontroverse verschärft. . Nicht nur weil die Energiewende allgemein umstritten ist und die lokale Planungsgrundlage unterschiedlich interpretiert wird. Die Seriosität des Antragstellers, der für die Stadtwerke Halle (Saale) arbeitet, ist ebenso in Frage gestellt worden wie das Entgegenkommen von Politik und Verwaltung.für dessen Anliegen.

Dargestellt wurde von den Kritikern, dass die Parzellen womöglich gar nicht in den Blick geraten hätten können, wenn die Auflagen für Schall-, Sicht- und Staubschutz in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Biogas-Anlagen der Marktfrucht-GmbH erfüllt worden wären. Dann würden dort nämlich heutzutage zahllose Bäume wachsen. Deren Anpflanzung ist wohl nicht wie in den Papieren festgelegt erfolgt. Nun soll diese Ersatzmaßnahme anderenorts erfolgen, damit die Tische mit den Photovoltaikmodulen aufgestellt werden können.

„Denn die Mehrheit der Abgeordneten ist für die Errichtung des Solarparks“, stellte Bernd Müller (SPD) klar. Gleichwohl sie zunehmend zuwuchert und Heimstatt der seltenen Zauneidechse geworden ist, handle es sich um eine alte Agrarbrache und rechtfertige allemal die ins Auge gefasste Nutzung zu den exklusiven Konditionen. „Natürlich wäre einem produzierendes, verträgliches Gewerbe mit mehr Arbeitsplätzen an der Stelle lieber“, so der Wiesenburger Ortsvorsteher. Aber die Nachfrage bestehe nicht. Vor dem Hintergrund, dass selbst 10 000-Euro-Einsparungen gerade höchst umstritten sind, hofft er jetzt allerdings auf die Steuereinnahmen.

Von Rene Gaffron

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