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Wiesenburg Wie Taube wieder hören können
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11:07 25.09.2018
Anton Stucki aus Reetz vertraut der Kraft der Selbstheilung. Quelle: Christina Koormann
Wiesenburg/Reetz

„Die Natur hat uns die Fähigkeit geschenkt, uns selbst zu heilen“, sagt Anton Stucki. Der Autor des Buches „Besser hören – Leichter leben“ hat sein Werk im März 2018 veröffentlicht. Es erklärt, wie das Hören funktioniert und wie man es selbst schaffen kann, die eigene Hörfähigkeit Schritt für Schritt wieder zu verbessern und zu trainieren.

Auf 239 Seiten schildert der Unternehmer und Forscher anhand eines Programmes von 20 aufeinander aufbauenden Übungen das Mundus-Basisverfahren zur Hör-Regeneration; ein Verfahren, das seit über zehn Jahren an Menschen mit Hörproblemen erfolgreich erprobt wird und „in jedem Fall zu einer Verbesserung führt“, wie Stucki betont. Davon ist der gebürtige Schweizer überzeugt, der sich seit 2005 intensiv mit Schall und Schwingung auseinandersetzt.

„Das Gehör ist regenerierbar“

Seine Erkenntnis: „Das Gehör ist regenerierbar.“ Mit dieser revolutionären Behauptung, das wisse er, widerspreche er der Schulmedizin. „Diese besagt, dass man als Baby ein besonders gutes Gehör hat und dass die Entwicklung von den jungen Jahren bis ins hohe Alter abfallend ist.“ Genau so erlebe es der Mensch auch. „Aber ich sage: Nein, das stimmt so nicht, denn wir können unser Gehör trainieren.“

Um das zu erklären und zu beweisen, hat Stucki in seinem Buch an vielen Fallbeispielen deutlich gemacht, dass es Methoden gibt, sein verloren geglaubtes Gehör aus eigener Kraft wieder zurückzuerlangen. Damit wolle er keine Hoffnungen schüren und weist darauf hin, dass die grundsätzliche Bereitschaft vorhanden sein müsse, sich auf diese alternative Herangehensweise einzulassen. Doch dass es funktioniere, habe sich bereits hundertfach bestätigt. „Die Natur ist dabei unser Vorbild, sie baut in einer ganz bestimmten Weise unseren Hör-Raum auf, der immer von einem bestimmten Punkt ausgeht.“

Verbindung zwischen Sehen und Hören

Genau so sei es auch bei den Menschen. „Wir bauen den Hörraum von einem Punkt auf, der an unserem Hinterkopf liegt“, erklärt der Autor. Das sei auf die Verbindung zwischen Sehen und Hören zurückzuführen. „Bei Menschen, die Hörprobleme haben, ist dieser Punkt verschoben“, erklärt er. Dadurch haben sie Schwierigkeiten, die Quelle eines Geräusches richtig zu orten. „Ohne diese Zu-Ortung kann ich mit einem Geräusch nichts anfangen, das ist so, als schaue ich auf eine detaillierte Landkarte, auf der ich aber den Punkt nicht finde, an dem ich selbst stehe.“

Aus dieser Erkenntnis heraus entwickelte Anton Stucki das therapeutische Basisprogramm, das man allein oder mit einem Partner als Grundlage für ein persönliches Hörtraining verwenden kann. Neben der Anleitung zur Selbsthilfe bietet der Experte außerdem kostenlose Schulungen an und bildet dahingehend Therapeuten aus.

Anleitung zum Trainieren des Gehörs

Die Trainingsmethoden seien nicht schwierig. „Ich kann mit natürlichen, feststehenden Klangquellen das Gehör trainieren, etwa mit einem Wasserhahn“, erklärt Stucki. „Ich stelle mich davor, schließe die Augen und prüfe: Wo höre ich? Dann drehe ich mich um, habe das Geräusch im Rücken und sollte es dann hinter mir hören.“ Dieses systematische Training aus Ortung und Ordnung unterstütze dabei, zum eigenen Gehör zurückzufinden. „In einem Prozess aus verschiedenen Schritten erlernt man so die Fähigkeit wieder, richtig zu hören. Es ist alles in uns vorhanden – das Programm muss nur wieder angeschaltet werden.“

Mit seinem Buch richtet sich Anton Stucki an alle Menschen, die von einer beginnenden Hörschwäche bis hin zu Härtefällen Probleme mit dem Gehör haben. „Nachdem ein Mann, der als Soldat ein Knalltrauma erlitt, 25 Jahre auf einem Ohr taub war, konnte er durch die Anwendung des Verfahrens wieder hören“, sagt Stucki, der hofft, dass sich zwischen seinen Erkenntnissen und der Schulmedizin künftig eine Brücke bauen lässt. In Zusammenarbeit mit Medizinern und Therapeuten hat er über Jahre hinweg fundierte Ergebnisse erreicht.

„60 Prozent aller Hörgeräte liegen in der Schublade“

„Es geht darum zu sehen, dass die Natur uns helfen kann, bevor wir auf Technik zurückgreifen“, sagt Anton Stucki. Das Problem bei Hörgeräten sei, dass diese im menschlichen System keine natürliche Ortung und Vernetzung herstellen können. „60 Prozent aller Hörgeräte liegen in der Schublade, viele Menschen kommen nicht damit zurecht.“ Sobald man aber Naturprinzipien anwende, könne der Körper leichter damit in Resonanz gehen und sich aus eigener Kraft regenerieren.

Das Buch Besser hören –Leichter leben: Wie Sie Ihre natürliche Hörfähigkeit wiederherstellen“ von Anton Stucki ist erhältlich. Informationen zu Schulungen gibt es unter www.naturschallwandler.com.

Von Christina Koormann

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