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Wiesenburg Der Schöpfer des Schlossparks kehrt zurück
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12:35 31.05.2018
Stolze Erscheinung: Kolja Güldenberg spielt Curt Friedrich Ernst von Watzdorf. Quelle: Christiane Sommer
Wiesenburg

Am 27. Mai 1863 hat Curt Friedrich Ernst von Watzdorf feierlichen Einzug in das Schloss Wiesenburg gehalten. Er trat dort das Erbe seiner Väter an. Fast auf den Tag genau – 155 Jahre später – kehrt er zurück. Gespielt von Kolja Güldenberg im historisch-musikalischen Schauspiel „Die Legende Watzdorf“. Das Stück wird am Wochenende vor der Kulisse des Wiesenburger Schlossparks aufgeführt. Nicht ohne Grund: Curt Friedrich Ernst von Watzdorf gilt als Schöpfer desselben.

„Mit dem Stück ist Julia Strehler ein Geniestreich gelungen“, zollt Güldenberg der in Bad Belzigs Ortsteil Hagelberg lebenden Schauspielerin, Autorin und Regisseurin Anerkennung. Als Prinzessin von Würtemberg wird sie im Schauspiel ebenfalls zu erleben sein. Der Dritte im Bunde ist Daniel Pillon. Er verkörpert die Rolle des Oberförsters Gebbers. Einem Freund von Watzdorfs, der nicht unerheblichen Anteil an der Schlossparkgestaltung hatte.

Aufführung am Sonnabend und Sonntag

Aufführungen von „Legende Watzdorf“ finden am Sonnabend, 2. Juni, um 17 Uhr, am Sonntag, 3. Juni, um 15 Uhr sowie am 9. und 23. September jeweils um 11 Uhr statt.

Tickets zum Preis von 18 Euro – im Vorverkauf 15 Euro – sind in den Touristeninformationen in Wiesenburg und Bad Belzig sowie über den Parkförderverein erhältlich.

Die Aufführungen beginnen jeweils am rechten Treppenaufgang unterhalb der Schlossterrasse.

Obgleich die Uraufführung der Legende bereits 15 Jahre zurückliegt und das rund 80-minütige Stück bis 2012 bereits wiederholt aufgeführt worden war, hat es nichts von seiner Faszination verloren. „Ich freue mich sehr darauf, wieder im Schlosspark spielen zu können. Einen schöneren Arbeitsplatz kann es nicht geben“, bemerkt Kolja Güldenberg. „Vieles ist noch sehr vertraut“, ergänzt der 47-jährige Bad Belziger.

Dennoch hat sich der Schlosspark während der zurückliegenden vier Jahre verändert. Blitzeinschläge, denen zwei wichtige „Kulissenbäume“ zum Opfer fielen, und das ganz normale Wachstum haben, wie das Schauspielertrio bei seinen Proben feststellen musste, Spuren hinterlassen. Weshalb sich die neue Choreographie an einigen Stellen von der alten unterscheiden wird.

Das Schloss Wiesenburg auf einer Ansichtskarte, die 1913 nach Gommern verschickt worden ist. Quelle: Repro: Sammlung Hesse

„Vor sechs Jahren konnte ich auf dem Steintisch noch problemlos stehen. Jetzt hängen mir die Blätter über dem Kopf. Von Watzdorf hält dort eine Rede“, erklärt Güldenberg an einem Beispiel. Wie das Problem gelöst wird, bleibt ein Geheimnis. Die Frage, ob er nach sechs Jahren die Texte wieder neu lernen musste, bejaht der Schauspieler. „Wie viel dennoch hängen geblieben war, wurde mir bei den Proben bewusst.“

Doch zurück zum Parkbegründer: Am 28. Mai 1839 in Dresden geboren, hat von Watzdorf seine Jugend auf Schloss Wiesenburg verbracht. Sein Vater stirbt, als der Junge gerade neun Jahre alt ist. Von Watzdorf erlebt die Revolutionstage von 1848 mit, studiert und kann die Privilegien verschiedener Reisen genießen. Und – so zumindest geht die Legende – er ist unglücklich verliebt.

Zwei Herzen schlugen in seiner Brust

Es heißt, auch aus diesem Grund sei er 1881 in den Freitod gegangen. Zwei Herzen haben damit in seiner Brust geschlagen. Eines für die bis auf den heutigen Tag namentlich unbekannte Prinzessin, die im Schauspiel von Julia Strehler dargestellt wird. Und eines für den Schlosspark, der heute als bedeutendstes Gartenkunstwerk zwischen Sanssouci und dem Dessau-Wörlitzer Gartenreich gilt. Ihr soll er den Park gewidmet haben.

Auf dramatische, amüsante und unterhaltsame Weise spiegelt das Stück Leben und Wirken eines feinsinnigen und feinfühligen Schlossherren wieder – und das vor einer einzigartig schönen Parkkulisse.

Der Wiesenburger Schlosspark dient auch dem Fernsehen gern als Kulisse.

Von Christiane Sommer

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