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Wiesenburg Feuerteufel zündelt trotz Verbots
Lokales Potsdam-Mittelmark Wiesenburg Feuerteufel zündelt trotz Verbots
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17:25 12.12.2018
Einsatzkräfte der Wiesenburger Feuerwehr waren Anfang November 2017 in Neuehütten im Einsatz. Damals hatte ein Anwohner seine Scheune in fünf Tagen drei Mal in Brand gesteckt. Er erhielt weitere Auflagen, die ihm das Anzünden eines Feuers untersagen. Quelle: Feuerwehr Wiesenburg/Mark
Neuehütten

Mit einem Lagerfeuer verbrannte ein Mann im Wiesenburger Ortsteil Neuehütten am Mittwochmorgen seinen Müll im Freien, darunter waren Holzdielen aus dem Haus. Zeugen alarmierten die Polizei. Auch als die Beamten den Mann aufforderten, das Feuer zu löschen, reagierte er nicht. „Der lässt sich nichts sagen, was er auch gegenüber den Polizisten deutlich macht“, sagt Tobias Schulz von der Wiesenburger Feuerwehr.

Ein Lagerfeuer brannte Mittwochvormittag im Wiesenburger Ortsteil Neuehütten. Es wurde trotz eines Verbots von einem Mann entzündet und auch nach Aufforderung durch die Polizei nicht abgelöscht. Die Polizeibeamten forderten zusätzlich Einsatzkräfte der Feuerwehr an, die das Feuer dann endgültig löschten. Quelle: Feuerwehr Wiesenburg

Brandverursacher kein Unbekannter

Zunächst versuchte die Polizei, das Lagerfeuer selbst zu bekämpfen. Als dies aussichtslos erschien, wurde die Feuerwehr hinzugerufen. Die Einsatzkräfte bekamen den Brand rasch in den Griff.

Der Brandverursacher ist kein Unbekannter. Dem Mann aus Zerbst (Sachsen-Anhalt) gehört in Neuehütten ein Grundstück, er zündelte zwischen Ende Oktober und Anfang November 2017 mehrfach. Wiesenburgs Ordnungsamtsleiter Jens-Uwe Werner bestätigte, dass der Mann zum wiederholten Male eine Ordnungsverfügung erhielt und kein Feuer entzünden darf.

„Er sagte, dass er sich daran nicht erinnern kann und von keiner Verordnung wüsste“, kommentierte Werner eine MAZ-Anfrage. Der Mann habe laut Werner gegenüber den Behörden geäußert, dass er keine Straftat begehe, da er nur den Abfall verbrennen möchte. „Das ist aber schwierig, wenn er das in unmittelbarer Nähe eines Holzschuppens macht“, sagt Werner.

Er würde dem Zerbster ja helfen. Doch wenn der Grundstücksbesitzer keine Unterstützung annehme, müsse Werner das akzeptieren. „Wenn er einen Spleen bekommt, können wir das so nicht verhindern, weil er ja nicht unter Überwachung steht“, äußert der Leiter des Ordnungsamtes. Schon häufiger habe sich der Mann in Neuehütten aufgehalten, sorgte für Unruhe und sei dann nach wenigen Tagen wieder verschwunden.

Polizeiliche Ermittlungen dauern an

Jens-Uwe Werner hofft, dass die Polizei die Lage weiter im Blick habe. Den Einwohnern rät er, im Falle einer illegalen Müllverbrennung auch das Ordnungsamt zu rufen. Daniel Keip, Sprecher der Polizeidirektion West, appelliert an Bürger, die strafrechtliches Verhalten feststellen, die Polizei zu informieren.

Bei den weiteren polizeilichen Ermittlungen würden eventuelle Vortaten oder Einsätze aus der Vergangenheit geprüft, kommentierte Keip eine MAZ-Anfrage weiter. Bis zum Abschluss der Prüfung könne die Polizei noch keine genauen Angaben zum konkreten Sachverhalt machen. Sie will jetzt bewerten, ob es sich bei dem Vorgang um eine Straftat handelt oder lediglich eine Ordnungswidrigkeit vorliegt.

In der Nacht zum 1. November 2017 führte ein vom Besitzer entzündetes Lagerfeuer zum Niederbrennen eines Schuppens. Damals gelang es den Einsatzkräften, ein Übergreifen des Brandes auf andere Gebäude zu verhindern. Innerhalb von fünf Tagen musste die Wiesenburger Feuerwehr drei Mal zu dem Grundstück in Neuehütten ausrücken.

Nachdem der Schuppen bis auf die Grundmauern zerstört worden war, soll der Zerbster nur wenige Tage später auf der Brandstelle erneut ein Feuer entzündet haben. 76 Feuerwehrleute waren bei den drei Einsätzen vor Ort, allein in der ersten Brandnacht wurden rund 20.000 Liter Wasser sowie 100 Liter Schaum eingesetzt.

Zahlung der Einsatzkosten fraglich

Die Kosten des Einsatzes soll auch jetzt der mutmaßliche Brandstifter tragen. Doch dies sei schwierig, da er laut Werner „mittellos“ sei. Der Mann sei zu Besuch in Neuehütten, bei einem erneuten Vorfall will Werner versuchen, „deeskalierend zu wirken.“ Die Tat wird auch im sozialen Netzwerk Facebook kontrovers diskutiert. Conny Cramer schreibt: „War ja nicht der erste Einsatz bei dem.“ Saskia Schmidt findet es „ärgerlich, dass sich die Feuerwehr damit beschäftigen muss.“

Von André Großmann

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