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Wiesenburg Noch ist der Reetzer Ringofen nicht verloren
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13:56 07.10.2018
Die Ziegelei und der Ringofen in Reetz verfallen zusehends. Quelle: Eva Loth
Reetz

Schon Mitte des 14. Jahrhunderts gab es in und um Reetz und Reetzerhütten im Hohen Fläming Ziegelbrennöfen. Von 1883 bis 1887 ließ der Maurermeister Friedrich Senst in Reetz ein Wohnhaus und eine Ziegelei errichten. Der 1856 geborene Maurermeister Friedrich Senst kaufte die Erdgruben der Familie Friedrich, die eine Ziegelei betrieben hatte, in der Ziegel in Handarbeit hergestellt wurden. Senst hatte kein Geld und finanzierte das Projekt mit einem 300 Mark Kredit von der Kreissparkasse.

1938 wurden bestimmte Produktionsbereiche der Ziegelei automatisiert. Weiterhin wirtschaftete der Besitzer Richard Senst aus heutiger Sicht in geradezu vorbildlicher Weise. Wenn der Ton einer Fläche ausgebeutet war, wurden umfangreiche Bodenumlagerungen vorgenommen, damit das Land sofort wieder als Acker genutzt werden konnte.

Ab dem 1. Januar 1956 gehörte der Betrieb den Vereinigten Ziegelwerken des Kreises Belzig mit Sitz in Niemegk. 1956 waren noch ein Betriebsleiter, eine Köchin und 34 Arbeiter in der Ziegelei beschäftigt. Die Ziegelei blieb der wichtigste Arbeitgeber im Ort, aber die Arbeit forderte manchen hohen Preis. Die Heizer, die mit Kohlenstaub arbeiteten, atmeten gefährliche Gase ein. Der Arbeiter Hans Senst starb an Lungenkrebs.

Noch ist im Ringofen einiges erhalten. Quelle: Eva Loth

Anfang der 90er Jahre wurde die Ziegelei geschlossen und durch einen Neubau der Firma Röben Tonbaustoffe auf der anderen Straßenseite ersetzt. Das Unternehmen erwarb auch das Gelände der alten Ziegelei. Versprochen war eigentlich der Erhalt der Anlage, aber dazu kam es nicht. Das Gelände verfiel mehr und mehr. Jetzt gehört der Firma Wienerberger das Werk.

Anfang des Jahres 2014 wurde ein Vertrag unterschrieben, in dem die Werial GmbH als neuer Nutzer ihre Absicht erklärte, die seit 22 Jahren stillliegende alte Ziegelei wieder zu neuem – auch touristischem – Leben zu erwecken.

Dafür war vorgesehen, dass neben der Rekonstruktion des historischen Ringofens eine parkähnliche Erholungsanlage rund um die Ziegelei entsteht, bei der Blumen und Pflanzen eine dominante Rolle spielen. Durch eine schwere Erkrankung von Werial-Geschäftsführer Hans-Jürgen Horn legte man diese Pläne jedoch zu den Akten.

Sio sieht es aus, wenn er läuft: der historische Ringofen in der Glindower Ziegelei. Quelle: Dietmar Horn

Inzwischen ist die Gemeinde Wiesenburg Eigentümerin des Grundstücks. Nicht wenige meinen, dass es mit Hilfe von Fördermitteln möglich wäre, das Areal zu erhalten und wieder für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Auch in Reetz mehren sich die Stimmen für einen Erhalt des historischen Betriebes und einer Nutzung als Museum. Wiesenburgs Bürgermeister Marco Beckendorf erläutert die Vorgehensweise: „Noch besteht der Pachtvertrag mit Herrn Horn.

Im Zuge der Aufstellung des Flächennutzungsplans wird über die Zukunft entschieden werden.“ Und dann? „Ich könnte mir beispielsweise eine Renaturierung, also Entsiegelung vorstellen“, sagt Beckendorf, „bei der wir versuchen einige Gebäudeteile als Industriedenkmal in der Landschaft zu erhalten“.

Von Eva Loth

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