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Wiesenburg Naturschutz-Stiftung hat mit Arbeit begonnen
Lokales Potsdam-Mittelmark Wiesenburg Naturschutz-Stiftung hat mit Arbeit begonnen
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05:09 30.10.2018
Um Blühstreifen für Bienen und Insekten will sich die Naturschutz-Stiftung kümmern. Quelle: Christin Iffert
Reetz

Die Reetzer Naturschutz-Stiftung hat ihre Arbeit aufgenommen. Sie kümmert sich künftig um die Förderung des Umwelt- und Naturschutzes sowie der Landschaftspflege in der Gemeinde Wiesenburg/Mark. Letztere will zusammen mit dem Naturschutzbund (Nabu) sowie dem Naturpark Hoher Fläming Projekte in der Region anschieben und unterstützen, die der Natur sowie den Anwohnern und Besuchern des Naturparks zugute kommen.

Die Stiftung ist gegründet worden, weil es bei der Renaturierung des Reetzer Tontagebaus zu Versäumnissen gekommen war. Das hatten die Wienerberger GmbH als Eigentümerin sowie Behörden gleichermaßen eingeräumt. Der Brandenburger Nabu hatte seinerzeit Bedenken gegen die Fortführung des Rohstoffabbaus geltend gemacht – und sich mit Wienerberger über Wege verständigt, die entstandenen Defizite zum Erhalt und zur Wiederherstellung von Natur und Landschaft auszugleichen.

Wegebegrünung und Blühstreifen

„Wir sind aktuell dabei, ein Maßnahmenkonzept zu erstellen und Schwerpunkte für unsere Arbeit zu setzen“, erläutert Oliver Müller, Mitarbeiter des Naturparkvereins „Hoher Fläming“ und tätig im Bereich Landschaftspflege. „Wegebegrünung und Blühstreifen sind beispielsweise Projekte, deren Umsetzung uns allen wichtig sind. Wir schauen, welche Flächen sich dafür eignen und ob sich eine Zusammenarbeit – beispielsweise mit Landwirten und Flächeneigentümern – anbietet.“

Im waldreichen Hohen Fläming sei auch sehr wichtig, einige Laubwälder richtig alt werden zu lassen. Deshalb werden auch Waldeigentümer gesucht, die zum Beispiel Hirschkäfern, Spechten und Fledermäusen dauerhaft helfen wollen. Oliver Müller ist Hauptansprechpartner, wenn es um die Planung, Vorbereitung und Durchführung der Stiftungsprojekte geht. Der Diplom-Landschaftsarchitekt (FH) setzt sich dabei für die Ziele der Stiftung ein.

Weitere Ideen gefragt

Weil die Tonvorräte in der Reetzer Grube weitgehend erschöpft sind, hatte Wienerberger eine Erweiterung des Geländes auf 108 Hektar beantragt.

Diese Flächen liegen jedoch mitten im Landschaftsschutzgebiet Hoher Fläming-Belziger Landschaftswiesen und ein Abbau von Rohstoffen in der vorgesehenen Größenordnung wäre daher nicht zulässig.

Trotz der vom Nabu geäußerten Bedenken, hatte das Landesamt für Bergbau den Abbau im März 2017 genehmigt.

Weil die dabei erteilten Auflagen zum Erhalt und der Wiederherstellung des Landschaftsbildes nicht ausreichend waren, hatte der Nabu die Genehmigung gerichtlich überprüfen lassen.

Die Stiftung ist interessiert an weiteren Ideen von Bürgern oder Firmen aus der Region zu Naturschutzprojekten.

Wer einen konkreten Flächenvorschlag hat oder eigene Flächen zur Verfügung stellen möchte, meldet sich bei Oliver Müller unter 033848/18303 oder per Mail an: oliver.mueller@flaeming.net.

„An erster Stelle steht die Umsetzung von Maßnahmen zum Boden-, Landschafts- und Lebensraumschutz. Damit fördern wir gleichzeitig auch den Erholungswert für Anwohner und Gäste des Naturparks. Für den Naturparkverein entwickele ich zudem gerade einen Flächenpool ’Hoher Fläming’, damit bei Eingriffen in Natur und Landschaft auch der Ausgleich in der Region bleibt“, sagt Oliver Müller.

Zu besagten Eingriffen zählen beispielsweise Straßenbauarbeiten, die Entwicklung neuer Gewerbegebiete oder der Bau von Stallanlagen. Ziel sei es, die Ausgleichsmaßnahmen langfristig zu erhalten und deren Pflege dauerhaft sicherzustellen. „Dafür wollen wir mit Flächeneigentümern und –nutzern sowie Land- und Forstwirten eng zusammenarbeiten und vor Ort tätige Garten- und Landschaftsbaufirmen sensibilisieren“, sagt Müller.

Hohe Nachfrage für Ausgleichsflächen

Für die Umsetzung der Maßnahmen können verschiedene Fördermittel beantragt werden – zum Beispiel über den Naturschutzfonds Brandenburg – für Oliver Müller eine der Herausforderungen der Stiftungsarbeit. „Das, sowie die langfristige Sicherung der Flächen und die Personalsituation“, sagt der 34-Jährige. „Letzteres wollen wir aber über die Vernetzung mit den verschiedenen Akteuren abfangen.“

Gut sei die hohe Nachfrage von Unternehmen und Institutionen wie dem Landesbetrieb Straßenwesen für Ausgleichsflächen. Auch der neue Flächennutzungsplan der Gemeinde Wiesenburg/Mark bringe einen Bedarf an Naturschutzmaßnahmen mit sich.

Startkapital beträgt 400.000 Euro

Die Stiftung hat ein Startkapital von 400.000 Euro – zur Verfügung gestellt von Wienerberger. „Wie weit wir damit kommen, hängt von verschiedenen Faktoren ab“, sagt Oliver Müller. „Wir müssen schauen, in welchen Größenordnungen die ersten Maßnahmen umgesetzt werden und wie gut es uns gelingt, weitere Fördermittel zu generieren. Ziel soll natürlich nicht sein, immer nur das Kapital anzugreifen. Aber wir sind optimistisch, dass die Stiftung keine Eintagsfliege wird.“

Von Josephine Mühln

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