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Wiesenburg Rückbau des Tennisplatzes beginnt
Lokales Potsdam-Mittelmark Wiesenburg Rückbau des Tennisplatzes beginnt
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19:47 11.10.2018
Aufnahme von 1937: Erich Schönfeld am Tennisplatz im Wiesenburger Schlosspark. Quelle: Archiv Helga Kästner
Wiesenburg

Die Tage des Tennisplatzes im Wiesenburger Schlosspark sind gezählt. „Der Abriss steht unmittelbar bevor. Mehr als 100 Jahre nach seiner Errichtung wird der Platz aus dem Park verschwinden“, sagt Parkleiter Ulrich Jarke.

Mitglieder des Parkfördervereins und andere Interessierte sind gebeten, während eines Arbeitseinsatzes am Sonnabend bei zu erledigenden Vorarbeiten mit anzupacken. Konkret sollen Zäune abgerissen und Gehölze gerodet werden.

Rückbau ab Mitte Oktober

Ab Mitte Oktober beginnt dann der Rückbau der Anlage und die Demontage des alten Umkleidehäuschens. Dafür hat die Gemeinde Wiesenburg/Mark ein Garten- und Landschaftsunternehmen beauftragt. Finanziert wird der Rückbau über Fördermittel und aus Eigenmitteln des Parkfördervereins.

Noch im Frühjahr hatte die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Potsdam-Mittelmark das Vorhaben ausgebremst und die Arbeiten nur zwischen Oktober und Februar genehmigt. Eidechsen sollte der Sonnen- und Fortpflanzungsplatz nicht genommen werden. Jetzt drängt die Zeit, weil die Fördermittel abgerufen werden müssen.

Die Tennisspieler hatten stets einen guten Blick auf das Schloss. Quelle: Christiane Sommer

In der Zwischenzeit war bereits versucht worden, dass kleine Holzhaus gegen eine Spende und bei Selbstabholung an den Mann zu bringen. „Der einzige Interessent ist dieser Tage aber abgesprungen“, sagt Jarke. Er erklärt weiter, dass der Abriss des Tennisplatzes seit Jahren von der Denkmalpflege gewünscht wird, um die Weiträumigkeit der Sichtachse wieder herzustellen – so, wie sie einst in der Mitte des 19. Jahrhunderts durch Curt Friedrich Ernst von Watzdorf geplant wurde.

In den Lebenserinnerungen des Wiesenburger Stellmachers Paul Krüger ist wiederum zu lesen, seit wann es den Tennisplatz gibt. Er schreibt: „Der Tennisplatz im Park bestand schon Anfang des Jahrhunderts (1904). Er war aber nur der Herrschaft und ihren Gästen zugänglich. Wir Jungen waren bemüht, den einen oder anderen Ball, der über das Ziel hinausgegangen war, zu erhaschen, einzusammeln und auf das Spielfeld zurückzuwerfen.“

Tennisspiel seit dem Zweiten Weltkrieg

Damals war das hölzerne Umkleidehäuschen noch mit Reet gedeckt und die Umzäunung des Platzes so dicht mit Pflanzen bewachsen, dass das Grün vor unerwünschten Blicken geschützt wurde. Die Bad Belziger Chronistin Helga Kästner gehört zu denen, die Fotografien aus jener Zeit hüten.

Eine der Aufnahmen, die den Tennisplatz im Park und im Hintergrund das Wiesenburger Schloss zeigen, stellte ihr Anselm Schönfeld zur Verfügung. Dessen Vater Erich Schönfeld, der Zeichner bei der Ufa in Potsdam war, weilte 1937 zu Gast im Schloss und ließ sich auf dem Tennisplatz ablichten.

Seit dem Zweiten Weltkrieg spielten Mitglieder des Turn- und Sportvereins Wiesenburg auf dem Tennisplatz im Park. Sie werden dem Sport künftig im Flämingstadion frönen.

Info: Arbeitseinsatz am Tennisplatz im Wiesenburger Schlosspark am Sonnabend von 10 bis 12 Uhr. Arbeitsgeräte werden gestellt. Wer hat, soll aber Spaten, Kneifzange oder Astschere mitbringen. Im Anschluss werden Getränke und ein kleiner Imbiss gereicht.

Von Christiane Sommer

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