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Wiesenburg Voller Einsatz für den Kirchendienst
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10:11 28.05.2018
Christine Lorenz (58) aus Mützdorf ist als Ehrenamtlerin im Kirchendienst tätig.  Quelle: Christiane Sommer
Mützdorf

Mit seinen 76 Einwohnern ist Mützdorf der kleinste Ortsteil der im Jahr 2002 gebildeten Großgemeinde Wiesenburg. Weniger als die Hälfte der Dorfbewohner geht noch zur Kirche. Christine Lorenz ist eine von ihnen. Sie ist seit Jahrzehnten im Dorf zu Hause und hat mit dem Kirchendienst ein Ehrenamt übernommen.

Unterstützt wird sie dabei von Elfriede Lindau. Obwohl letztere eigentlich nur ein Sommergast in Mützdorf ist, hilft die 80-Jährige bei allen Aufgaben die anfallen. „Frau Lindau wollte so gern heute dabei sein, aber sie ist doch nicht immer hier“, erklärt Christine Lorenz. Die Ruheständlerin aus Dessau gehört zu den so genannten Bungalow-Mützdorfern, die während der Sommermonate im Dorf ihr Häuschen im Grünen bewohnen.

Letzte Hochzeit vor 40 Jahren

„Viel gibt es bei uns in der Kirche ja nicht mehr zu tun“, sagt Christine Lorenz bescheiden. Dann schließt sie die schwere Kirchentüre auf. Im Kirchenschiff steht, quer vor dem Altar, eine lange Tafel. „Einmal im Monat treffen wir uns hier zum Kirchenkaffee. Immer sonntags“, erklärt die 58-Jährige den Tisch an ungewohnter Stelle.

Mit der Aktion, die auf Anregung von Pfarrer Matthias Stephan ins Leben gerufen wurde, wird die kleine Gemeinde belebt. Durchschnittlich 15 Mützdorfer, vorrangig Damen, folgen jeweils der Einladung zum ungezwungenen Kaffeetrinken in der Kirche. Das Angebot gibt es seit mittlerweile einem Jahr. „Keiner möchte es mehr missen“, sagt die Mutter von drei Kindern und zweifache Oma. Gedeckt wird die gemeinsame Kaffeetafel von den Teilnehmern selbst. Jeder steuert etwas dazu bei.

„Vor 40 Jahren fand die letzte Hochzeit in unserer Kirche statt“, bemerkt Christine Lorenz weiter und streicht mit der Hand über die Kirchenbänke. Für einen Moment hält sie inne, lächelt und verrät: „Aber im August wird hier endlich mal wieder geheiratet.“ Das Ereignis wirft bereits seine Schatten voraus.

Lorenz sorgt für Blumenschmuck und Sauberkeit

Der Kirchendienst in Mützdorf unterscheidet sich nicht von dem in anderen Orten. Die beiden Frauen sorgen für Blumenschmuck auf dem Altar, für Sauberkeit im Kirchlein und erledigen allerlei organisatorische Dinge. „Die Glocke müssen wir aber nicht mehr läuten. Das macht Pfarrer Stephan für uns“, so Christine Lorenz.

Wollen Neugierige das Dorfkirchlein ansehen, schließen Christine Lorenz und Elfriede Lindau gern die Kirchentüre auf. Vorher muss man sich im Dorf jedoch zu ihnen durchfragen. Daran wollen sie auch in Zukunft nichts ändern. Weil ihr Herzblut nicht nur am Kirchendienst hängt, sondern auch an den schmucken Gärten daheim, in denen sie mit viel Liebe ackern. „Und wenn dann noch Zeit bleibt, dann fahre ich am liebsten Fahrrad“, verrät Christine Lorenz.

Von Christiane Sommer

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