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Wiesenburg Wienerberger investiert weiter im Fläming
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17:43 16.08.2018
Die Wienerberger GmbH betreibt erfolgreich das Ziegelwerk in Reetz. Dort war Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber zu einem Informationsbesuch. Hier mit Jürgen Habenbacher (li.), Günter Baaske und Betriebsleiter Erhard Tauer (re.) Quelle: Thomas Wachs
Reetz

Die europaweit tätige Firma Wienerberger GmbH möchte weiter in den Ausbau ihres Produktionsstandortes in Reetz investieren. Für den Hersteller hochwertiger Ziegelsteine für den Bausektor sei der Betrieb „ein wichtiger Wachstumspfeiler, vor allem im Hinblick auf die mit Mineralwolle verfüllten Produkte“. Das sagte Jürgen Habenbacher, Sprecher der Geschäftsführung von Wienerberger Deutschland jetzt beim Besuch von Albrecht Gerber (SPD), Minister für Wirtschaft und Energie des Landes Brandenburg. Im Rahmen seiner Sommer-Regionalreise stattet Gerber der Firma einen Kurzbesuch ab.

Roboter füllt Dämmwolle in Steine

Schon heute gehört eine per Roboter arbeitende Produktionsstrecke zum Fläming-Standort. Sie verfüllt die Poroton-Ziegel automatisch mit Mineralwolle als Dämmmaterial im Inneren des Bausteines. Folgen sollen nun „Investitionen unter anderem in eine Schleifstrecke für die Ziegel, um diese noch hochwertiger zu machen“, sagt Jürgen Habenbacher gegenüber der MAZ.

Zwei Standorte in Brandenburg

Die Wienerberger GmbH, Tochterunternehmen der Wienerberger AG in Wien, betreibt deutschlandweit 17 Ziegelwerke.

Darunter sind neun für Hintermauerziegel, drei für Vormauerziegel und Pflasterklinker sowie vier für Dachziegel.

In Brandenburg unterhält Wienerberger neben dem Werk in Reetz einen zweiten Standort mit Werk und Manufaktur Buchwäldchen bei Calau in der Lausitz.

Die deutsche Wienerberger GmbH beschäftigt am Hauptsitz Hannover und in den verschiedenen Werken insgesamt rund 1 500 Mitarbeiter.

Nach Angaben des Managers ist der Standort Reetz strategisch günstig gelegen und wichtig unter anderem zur Versorgung Berlins und Brandenburgs als „Schwerpunkte des aktuellen Baubooms“, so Habenbacher. Gut ein Jahr nach der Übernahme des Reetzer Betriebes vom Vorgänger Röben habe sich der Standort „bestens integriert in den Gesamtkonzern Wienerberger und trägt wesentlich zum wirtschaftlichem Erfolg bei“, sagt der Manager.

Standortfreundliche Politik erhofft

Vom Wirtschaftsminister erhofft er sich Unterstützung für „eine standortfreundliche Politik“. Das betreffe die Fragen von Energiekosten, leistbarem Wohnraum sowie der wachsenden Digitalisierung. „Ideal wären direkte Glasfaseranschlüsse oder mindestens schon mal eine DSL-Datenleitung für 50 Megabit pro Sekunde, die leider hier in Reetz noch nicht mal verfügbar ist“, sagt Jürgen Habenbacher der MAZ. „Wir benötigen dies dringend, um wettbewerbsfähig zu bleiben“, so der Manager. Denn auch bei den geplanten Investitionen in Reetz liege der Fokus für Wienerberger „auf dem vielfältigen Gebiet der Digitalisierung“.

Die Beschäftigten im Reetzer Ziegelwerk erhalten Tariflohn wie im Westen. Quelle: Thomas Wachs

Herausforderung sei es am Standort Reetz zudem, dem Fachkräftemangel zu begegnen. Vor allem gesucht werden Elektriker, Elektroniker sowie Schlosser. Die Firma Wienerberger strebt dazu einem Ausbildungsverbund mit anderen Firmen an. So sollen Nachwuchskräfte gewonnen und das derzeit hohe Durchschnittsalter der Belegschaft gesenkt werden. Rund 60 Mitarbeiter in Produktion und Logistik sind in dem von Erhard Tauer geleiteten Werk in Reetz tätig.

Firma lockt mit Tariflohn

Jürgen Habenbacher verweist dabei auf den Tariflohn, den sein Unternehmen allen Beschäftigten zahlt. „Der gilt in der gesamten Branche der Ziegel-Industrie inzwischen bereits seit 2008 einheitlich in West- wie in Ostdeutschland“, bestätigt Hans Flory, der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrates von Wienerberger und Aufsichtsrat. Unter dem Strich verdienen die ostdeutschen Arbeiter sogar mehr. „Sie arbeiten zwar 40 statt der 38 Wochenstunden im Westen, bekommen diese zwei Stunden aber zusätzlich bezahlt“, erklärt Flory der MAZ.

Zur Sicherung des Standortes Reetz wesentlich beigetragen habe die Ende Februar erteilte Genehmigung für ein neues Bergfeld in der zum Werk gehörenden Tongrube am Ort. Damit könnten 70 Prozent der Rohstoffversorgung nun direkt gesichert werden, heißt es von Wienerberger.

Probleme mit Lkw-Chaos sind gelöst

Gelöst werden konnten die bis zum Frühsommer aufgetretenen, massiven Probleme mit dem Rückstau von Lastwagen durch die gesamte Ortslage von Reetzerhütten und über die Landstraße zum Teil bis nach Wiesenburg. Das hatte zu Protesten der Dorfbewohner und Autofahrer geführt. „Wir haben nun Platz geschaffen für mehr Stauraum auf dem Werksgelände und tun dies noch weiter“, sagt Erhard Tauer der MAZ. „Bis auf einen Fall, wo ein Kraftfahrer seine Ruhezeit mitten im Dorf verbrachte, sind uns keine Probleme mehr bekannt geworden“, erklärt der Leiter des Reetzer Werkes.

Von Thomas Wachs

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