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Wiesenburger Autorin legt neues Werk vor

Historischer Roman Wiesenburger Autorin legt neues Werk vor

Mit ihrem dritten historischen Roman betritt Swetlana Neumann die nationale Bühne. „Kaiserkind“ erzählt die Geschichte eines Mädchens, das zwischen die Fronten der Herrscherfamilie und der märkischen Adeligen gerät.

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Swetlana Neumann im historischen Gewand ihrer Romanheldin Christine Gräfin von Lindau.

Quelle: Wiesengrund-Verlag/Susan Petzold

Wiesenburg. Die Lehniner waren ihm dankbar. Als Kronprinz hatte sich Friedrich Wilhelm, Sohn Kaiser Wilhelm I., maßgeblich für den Wiederaufbau des Klosters eingesetzt. Postum dankten es ihm die Lehniner, als sie 1902, lange nach seinem Tode, ein Kaiser-Friedrich-Denkmal mitten im Ort errichteten. Das ist bekannt und hat Spuren hinterlassen. Vieles ist unbekannt. Was aber wäre zum Beispiel gewesen, wenn Friedrich Wilhelm, ein Vertreter der liberalen Gesinnung und Liebhaber der Künste, neben seinen acht Kindern eine illegitime Tochter gezeugt hätte, die den hohenzollernschen Laden gehörig durcheinander geworfen hätte? Hier setzt die Geschichte von Swetlana Neumann an. „Kaiserkind“ heißt sie und stellt eben jenes Mädchen in den Mittelpunkt, das es nie hätte geben dürfen.

Die Wiesenburger Verlegerin und Autorin legt nach „Krause“ (2014) und „Jahnslieb“ (2015) ihren dritten historischen Roman vor. „Krause“ war eine überarbeitete Fassung eines 100 Jahre alten Buches über einen Landstreicher im Fläming, den es wirklich gegeben hat. Bei der literarischen Aufarbeitung des Räuber- und Rächer-Stoffes, den der Wildschütz Jahnslieb, geboren 1825, in Sachsen und Böhmen bot, löste sich Neumann schon spürbar davon, die Biografie abzuarbeiten.

Buch Nummer 10

Swetlana Neumann (37) ist gelernte Steuerfachangestellte, arbeitet in Bad Belzig und Berlin und lebt seit über zehn Jahren in Wiesenburg. Ihren Wiesengrund-Verlag gründete sie Ende 2013.

Neben den drei historischen Romanen hat sie seit Ende 2013 sieben Kinderbücher verfasst und im eigenen Verlag herausgebracht. Zuletzt erschien vor wenigen Wochen „Paule und die Riesenflocke“.

Die Präsentation ihrer Romane gestaltet sie mit ihrem Mann Sirko meist als szenische Lesung in historischen Gewandungen.

Bei „Kaiserkind“ ist die 37-Jährige nun ganz anders herangegangen. Sie hat historische Fakten in ihre Geschichte eingewoben. Historiker Dieter Scheidig lobt: „Die Neumann schreibt ihren turbulenten, handlungsreichen Stoff, der im Zentrum der deutschen Geschichte angesiedelt ist, ohne Patzer, dafür mit viel Spannung.“

Dabei hatte sie anfangs gar nicht vor, sich auf die nationale Bühne zu begeben. „Mich hat das Leben des Wiesenburger Schlossherrn Curt von Watzdorf interessiert“, sagt Swetlana Neumann. Sie wohnt nur einen Steinwurf vom Schloss entfernt. Nicht minder erregte der Tod des Mannes ihre Neugierde. Von Watzdorf hatte sich im Alter von 41 Jahren im fernen Blankenburg das Leben genommen, am Neujahrsmorgen 1881. Hier steckt ein Kern der Geschichte.

Das Wiesenburger Schloss spielt eine zentrale Rolle, hier auf einer Ansichtskarte um 1925

Das Wiesenburger Schloss spielt eine zentrale Rolle, hier auf einer Ansichtskarte um 1925

Quelle: Sammlung Hesse

Bei ihrer Recherche, die sie sehr akribisch betrieben habe, traten mit der Zeit andere Figuren in ihr Schauspiel. Viele sind erfunden, zahlreiche aber historisch belegt. Neben dem Kronprinzen aus dem Hause der Hohenzollern begegnet der Leser dem Herrn auf Golzow, einem bedeutenden Adelsgeschlecht in der Mittelmark. Major Wichard von Rochow wirkte weit über seiner Güter hinaus im Staate Preußen.

Swetlana Neumann weist ihm die Rolle einen kaisertreuen Dieners zu, der für das Wohl seines Herrn und den Schutz der Ordnung über Leichen gehen würde.

Ursprünglich wollte Neumann ein Buch schaffen. „Doch beim Schreiben war ich auf einmal an einem Punkt angelangt, an dem die Geschichte endete, aber doch nicht vorbei war.“ Sie spann diesen Faden weiter und arbeitet bereits an zwei weiteren Büchern für eine Trilogie. Denn es drohen dem Kind des Kaisers weiter Gefahren.

Die Autorin in ihrer Rolle als Gräfin

Die Autorin in ihrer Rolle als Gräfin.

Quelle: Wiesengrund-Verlag/Susan Petzold

Das Buch entführt den Leser in eine spannende Zeit. Nach dem deutsch-französischen Krieg 1871 gerät das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben mächtig in Schwung. Deutschland blüht auf, die Betriebe schießen wie Pilze aus dem Boden, internationale Beziehungen auf allen Ebenen bahnen sich an. Das lässt Neumann nicht außen vor. Die Hauptdarstellerin dieses ersten Teil, Christine Gräfin von Lindau, hat lange Zeit eine fernöstliche Freundin an ihrer Seite.

Und dann ist da noch ein mysteriöser Engländer, der mehr über sie weiß, als ihr lieb ist, und immer wieder Weichen in ihrem Leben stellt. Auch hier lehnt sich Swetlana Neumann an reale Ereignisse an. Die Gattin des Kronprinzen ist eine Tochter der legendären britischen Königin Victoria. Als der Kronprinz schwer erkrankt, verbringt er zur Behandlung einige Zeit in London.

Premiere des Buches ist am Freitag, 25. November, um 20 Uhr, im Gartensaal des Wiesenburger Schlosses; Swetlana Neumann, „Kaiserkind“, 473 Seiten, 18,50 Euro, im Buchhandel oder unter www.wiesengrund-verlag.de.

Von Heiko Hesse

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