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Wiesenburger Brandruinen werden abgerissen

Bagger rollen an Wiesenburger Brandruinen werden abgerissen

Baggerlärm statt das Ächzen der windschiefen Stahlkonstruktion lässt die Anwohner am ehemaligen Kreisbetrieb für Landtechnik hoffen. Der Teilabriss der Brandruinen hat begonnen. Derweil die Suche nach dem Verursacher ebenso andauert wie die Suche nach einer Lösung zur Entsorgung des Sondermülls, der bei den Bränden im Frühjahr entstanden ist.

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Quelle: Dirk Fröhlich

Wiesenburg. Die Anwohner des ehemaligen Kreisbetriebes für Landtechnik (KfL) haben am Montagmorgen etwas ungläubig die Ohren gespitzt. Denn die Geräuschkulisse gestaltete sich deutlich anders als in den vergangenen Tagen. Statt dem Ächzen der Metallkonstruktionen auf den Brandruinen dort zeugte Baggerlärm davon, dass deren Teilabriss begonnen hat. Zweimal – zu Ostern und Himmelfahrt – waren die Lagerstätten eines insolventen Reifenhändlers an der Thomas-Müntzer-Straße in Wiesenburg zum Raub der Flammen geworden.

Der Verdacht der Brandstiftung liegt in beiden Fällen nah, wie die Polizeidirektion West auf MAZ-Nachfrage bestätigt hat. „Es gibt keine Hinweise, die auf einen technischen Defekt oder eine Selbstentzündung hindeuten“, sagte ein Sprecher. Allerdings könne eine endgültige Aussage zum Brandausbruch erst nach Auswertung des Spurengutachtens durch das Landeskriminalamt erfolgen. Dies sei noch in Arbeit. „Die Ermittlungen richten sich weiter gegen Unbekannt, da sich kein konkreter Tatverdacht gegen eine bestimmte Person ergeben hat“, hieß es weiter. Voraussichtlich Mitte des Monats werde die Staatsanwaltschaft das Verfahren übernehmen.

Warten an der Fläming-Sortieranlage

Die Anwohner der einstigen Fläming-Sortieranlage in Neuendorf (bei Rädigke) müssen sich noch in Geduld üben. Voraussichtlich nächstes Jahr wird sie beräumt.

Die Gemeinde Rabenstein/Fläming hat zu dem Zweck zu Beginn des Jahres das 3,2-Hektar-Grundstück für den symbolischen Preis von einem Euro gekauft.

2002 war der Betreiber pleite gegangen. Vor fast fünf Jahren ging dann, wovor oft gewarnt wurde, ein Teil der etwa 50 000 Tonnen Abfälle zweimal in Flammen auf.

Nach langem Tauziehen sind Land Brandenburg und Landkreis Potsdam-Mittelmark nun in die Verantwortung gegangen und bereiten die Vergabe des Großauftrages für die sachgerechte Entsorgung _ auf Kosten des Steuerzahlers _ vor.

Nicht nur die Brandbekämpfung mit jeweils großem technischen und personellem Aufwand sowie die Geruchsbelästigung unmittelbar bereiteten den Anrainern große Sorgen; sondern auch die mehr denn je einsturzgefährdete Haupthalle sowie weitere Pneus in den Nebengebäuden wurden als neue Gefahrenquellen erkannt. Doch eine Lösung schien außer Reichweite. Denn der Eigentümer hatte erklärt, dass er sich nicht in der Lage sehe, das Grundstück zu sichern oder gar zu beräumen, wie Marco Beckendorf (Die Linke) unlängst berichtete. Dennoch hatte sich der Bürgermeister der Gemeinde Wiesenburg/Mark dagegen ausgesprochen, lediglich den obligatorischen Zaun als fragwürdige Abgrenzung aufzustellen.

Tatsächlich hat die Kreisverwaltung Potsdam-Mittelmark nun erst einmal ein Budget gefunden, mit dem zunächst einmal der Betonabbruch und die Verschrottung von Gebäudeteilen realisiert werden kann. Hinzu kommt noch die Abfuhr der nicht abgebrannten Reifen, solange das Geld reicht, hat Andrea Metzler bestätigt. Wie groß der Betrag ist und wem er letztlich in Rechnung gestellt wird, konnte die Sprecherin des Landratsamtes Bad Belzig noch nicht sagen. Nicht angerührt werden die Brandrückstände, die als Sondermüll deklariert werden.

Derweil wartete Michael Krüger vor Ort vergeblich auf die Behörde. Für den Metallhandel-Unternehmer aus Wiesenau (Oder-Spree) handelt es sich laut eigenem Bekunden um einen mehr oder weniger alltäglichen Auftrag. Die Tonne Schrott, so der 36-Jährige, soll ihm bei einem Berliner Entsorger etwa 100 Euro bringen. Eine Woche lang werden seine Mitarbeiter nun vor Ort gefordert sein, den Müll abzutransportieren. Dann dürfen die Anwohner auf etwas mehr Ruhe hoffen.

Von René Gaffron

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