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Wiesenburger Erbbegräbnis wird hergerichtet

Gartendenkmal Wiesenburger Erbbegräbnis wird hergerichtet

Im Wiesenburger Park soll das Erbbegräbnis wieder hergerichtet werden. Unter anderem die Gründer des Gartendenkmals Curt Friedrich Ernst von Watzdorf ist dort bestattet. Dennoch war die abseits gelegene Stelle dem Verfall preisgegeben und die Kommune hätte eigentlich kein Geld für das Vorhaben.

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Die Maurerarbeiten am Erbbegräbnis im Wiesenburger Park haben begonnen: Uwe Fuchs und Rolf Schade von der Firma Wuster Service am Grab des unbekannten Kindes.

Quelle: Dirk Fröhlich

Wiesenburg. Es gibt noch Augenzeugen, die sich an Beisetzung von Alexander von Fürstenstein 1930 erinnern können. Der in der Weimarer Republik berühmte Schauflieger Ernst Udet – später bei der NS-Luftwaffe in Verantwortung – drehte damals einige Runden über dem Wiesenburger Park und warf Kränze zu Ehren seines Tennis-Freundes ab, den er seinerzeit des öfteren besucht hatte. Am nächsten Tag mussten die Jungen aus dem Dorf die Blumengrüße aus den Baumkronen holen und am so genannten Erbbegräbnis ablegen, berichtet Gerhard Jacobi.

Der Neffe des Parkbegründers; Curt Friedrich Ernst von Watzdorf selbst, der ja 1881 den Freitod gewählt hatte, und dessen Schwester Elisabeth von Fürstenstein (1921) sowie ein unbekanntes Kind sind unweit des Forsthauses beigesetzt worden. Doch nach und nach geriet die etwas abseits gelegne Stelle in Vergessenheit, war über Jahre sogar dem Verfall preisgegeben. Jetzt aber wird sie in Abstimmung mit der Oberen Denkmalbehörde instandgesetzt.

Das Geld dafür stellt der Parkförderverein bereit. Insgesamt sind dafür etwa 28 000 Euro kalkuliert. Damit ist die gesamte Rücklage weg, die seit einigen Jahren vor allem durch Spenden, Beiträge und Veranstaltungstätigkeit wie Schlossparknacht angehäuft werden konnte. Dies entspricht durchaus dem Vereinszweck und doch gilt es nach Aussage Ulrich Jarke zu bedenken, dass die Kommune sich jährlich kaum das Sachkostenbudget von 26 000 Euro für die allgemeine Parkpflege leisten könne. Als Angestellter der Gemeinde Wiesenburg/Mark und Vereinsvorsitzender kennt er beide Seiten bestens.

Die angemessene Gestaltung der Ruhestätte stand spätestens seit 2011 auf der Agenda. Seinerzeit war die Parkbrigade bei Pflegearbeiten auf das Grab eines Kindes gestoßen. Weder dass sich jemand an die Existenz erinnern konnte, noch dass zu klären war, wer dort einst beerdigt wurde.

Als das Grab geplündert wurde

Carola Stern (1925 bis 2006) hat in ihrem Buch „Doppelleben“ dem Erbbegräbnis im Wiesenburger Park ein literarisches Denkmal gesetzt. Denn noch unter dem Namen Erika Asmuss war sie 1947/48 im Oberschulinternat, welches im Schloss befand, untergebracht.

Die Publizistin (und Spionin) berichtet in ihrer Autobiografie, wie die Schüler damals die Ruhestätte geplündert haben und unter anderem das entwendete Gold in Berlin auf dem Schwarzmarkt gegen Angelsehne eintauschten.

Damit wurden Kaninchen eingefangen, um den kargen Speiseplan aufzubessern. Durch den Gestank des im Zimmerschrank aufbewahrten Kleinviehs ist die Geschichte letztlich aufgeflogen.

Die nun auf dem 20 x 16 Meter großen Areal jedenfalls umgesetzte Planung stammt aus der Feder von Julia Baumgarten aus Lühnsdorf. Die Firma Wuster Service aus Brandenburg/Havel ist bereits seit dieser Woche damit befasst, die Grabeinfassungen so hoch zu mauern, dass sie – versehen mit einer Rollschicht aus rotem Klinker der heimischen Firma Röben – alle dauerhaft etwa zehn Zentimeter über dem Gelände sichtbar sind. Umsäumt von Efeu und weiß blühendem Immergrün sollen Stauden ab Herbst auf den Gruften stehen. Unmittelbar daneben wird eine Bank postiert und ein kleiner Weg dorthin hergestellt.

Vor den dann ergänzten Rhododendren wird indes noch ein schmiedeeiserner Zaun montiert. Jener war vor Ort längst verschwunden und die Frage, wie der Ersatz genau aussehen sollte, deshalb nur schwer zu beantworten. Die Altvorderen aber erkannten einige Felder wieder, die inzwischen auf dem Wiesenburger Friedhof ihr Dasein frönten. Nach deren Vorbild ist nunmehr Metallbauer Jörg Mählis aus Bergholz damit beauftragt, die insgesamt 33 Felder _ insgesamt 55 Meter _ anzufertigen, die bis Monatsende aufgestellt werden sollen.

Von René Gaffron

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