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Potsdam-Mittelmark Wiesenburger Familienzentrum auf dem Wege
Lokales Potsdam-Mittelmark Wiesenburger Familienzentrum auf dem Wege
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07:00 22.02.2016
Die Wiesenburger Kunsthalle als Ausstellungsort. Quelle: Dirk Fröhlich
Wiesenburg

Das Familienzentrum soll aller Voraussicht nach in der Ortsmitte angesiedelt werden. Die Kunsthalle ist und bleibt die aktuell favorisierte Adresse.

Der einstige Pferdestall und Sportsaal am Goetheplatz gehört der Kommune. Zuweilen sie selbst, in der Regel zweimal jährlich die Initiative „Kunst-Perle Fläming“ sowie am dritten Advent das Jugendblasorchester mit der Chorgemeinschaft sind derzeit die wenigen Nutzer. Schon aus Kostengründen sieht Marco Beckendorf (Linke) eine effektivere Auslastung des um die Jahrtausendwende außen sanierten Gebäudes als notwendig an. Der Bürgermeister ist guter Dinge, dass sich alle Beteiligten unter einem Dach arrangieren – Revierposten der Polizei mit seinem Büro auf der Rückseite inklusive.

Auflagen für Barrierefreiheit und Brandschutz erfüllen

Bernd Müller (SPD) hat nicht ganz so viel Optimismus versprüht. Er erinnerte daran, dass der Tourismusverein, derzeit mit einer Bleibe im Schlossturm, ebenfalls auf der Suche nach einem Quartier zu ebener Erde ist. „Bedenkzeit wurde allseits erbeten“, berichtete der Dorfchef in der jüngsten Ortsbeiratssitzung von einer Zusammenkunft des Arbeitskreises Familienzentrum. Dort und für die Abgeordneten hat Kornelia Stephan aus Neuehütten einen Entwurf vorgelegt, wie das Domizil hergerichtet werden könnte. Im Kern geht es darum, Auflagen für Barrierefreiheit und Brandschutz zu erfüllen.

Aufgaben noch zu klären

Die Gemeinde Wiesenburg/Mark ist eine der letzten Kommunen im Kreis Potsdam-Mittelmark, die noch ohne Familien- bzw. Eltern-Kind-Zentrum auskommen müssen.

Noch ist unklar, welche inhaltliche Aufgaben das Domizil vor Ort erfüllen soll. Zwischen Havel und Fläming gibt es da unterschiedliche Ansätze; nicht zuletzt abhängig von Träger und Besetzung der Koordionatorenstelle.

Bis zu 80 Prozent der Personalkosten würde der Landkreis Potsdam-Mittelmark übernehmen. Die Sachkosten schlagen bei der Kommune zu Buche.

Bürgermeister Marco Beckendorf (die Linke) fordert, dass es eine enge Zusammenarbeit mit Jugendkoordinator und Schulsozialarbeit geben müssen.

Bei der Gelegenheit sollte laut Vorschlag der Architektin die Fläche des 292 Quadratmeter großen Saales um etwa zehn Prozent reduziert werden. Dann könnten am Südgiebel separat das Behinderten-WC und ein Magazin-Raum für Tische und Stühle geschaffen werden. Einer der beiden etwa 45 Quadratmeter großen hinteren Räume würde dann – erschlossen durch einen Eingang von der Rückseite – den festen Familientreff beherbergen, der andere könnte variabel zum Beispiel von Versorgern bei Veranstaltungen genutzt werden.

Prompt haben die Lokalpolitiker die Details erörtert – ob der Erhalt des Parketts im Saal lohnt und sinnvoll ist und ob die Rampe am Haupteingang vorn oder hinten (auch für Kinderwagen) platziert werden sollte.

Geld aus den Fonds der Europäischen Union

Derweil ist zunächst einmal die Finanzierung des Vorhabens zu klären und deren Rahmen festzulegen. Für ein Volumen von etwa 250 000 Euro hat der Verwaltungschef schon einmal die Quellen vorgestellt, die es zu erschließen gilt: 50 000 Euro aus dem Ausgleichsfonds des Kreistages Potsdam-Mittelmark als Eigenanteil; 200 000 Euro aus den Fonds der Europäischen Union; – „aus denen allerdings das Geld aktuell noch nicht gerade sprudelt“, wie Jürgen Pohl (SPD) anmerkte.

Indes muss ja die Gemeinde Wiesenburg/Mark ohnehin erst einmal ihre Haushaltsplanungen für 2015 und 2016 erstellen. Den Förderantrag bei der Lokalen Aktionsgruppe Fläming/Havel im Herbst dieses Jahres zu stellen, um nächstes Jahr mit dem Umbau der Kunsthalle zu beginnen, hält Gisela Burmeister vom Bauamt für machbar. Der Verwaltung mit entsprechenden Beschlüssen den Rücken zu stärken, mahnte Norbert Hesse (die Linke). „Nur stetige Bedenken bringen uns in Wiesenburg nicht vorwärts.“

Von René Gaffron

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