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Potsdam-Mittelmark Wiesenburger Wasserturm wird nicht gekauft
Lokales Potsdam-Mittelmark Wiesenburger Wasserturm wird nicht gekauft
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06:41 17.02.2017
Der Wiesenburger Wasserturm bleibt im Besitz des Versorgungsverbandes „Hoher Fläming“. Quelle: Dirk Fröhlich
Wiesenburg

Der Wasserturm auf dem Krähenberg wird nicht zurück gekauft. Einen im vergangenen Jahr kurzfristig gefassten Protokollbeschluss hat die Gemeindevertretung Wiesenburg/Mark jetzt aufgehoben.

Anfang der 90er Jahre hatte die Kommune ihr buchstäbliches Anlagevermögen in den Wasserversorgungsverband „Hoher Fläming eingebracht. Doch seit 2012 wird es für diesen Zweck nicht mehr gebraucht und verursacht lediglich Kosten, die letztlich dem Gebührenzahler in Rechnung gestellt werden müssten.

Rund 600 Euro pro Jahr werden für die Grundstückspflege pro Jahr fällig, später könnte es mehr werden. Deshalb wird seit dem vergangenen Sommer in der in Brück ansässigen Verbandsspitze überlegt, das Bauwerk mit Grund und Boden zu veräußern. Der erste Ansprechpartner war nicht von ungefähr Marco Beckendorf (die Linke). Ein Vorzugspreis unter dem Verkehrswert von rund 7000 Euro war aufgerufen oder gar eine Schenkung erwogen worden.

Doch der Bürgermeister der Gemeinde Wiesenburg/Mark, der zunächst für die Rücknahme plädiert hatte und sich vom Parlament mit einer entsprechenden Verhandlungsvollmacht ausstatten ließ, hat sich in den vergangenen Wochen und Monaten eines besseren belehren lassen. Nunmehr verweist der Verwaltungschef auf die Stellungnahmen der Kommunalaufsicht des Kreises und der unteren Denkmalbehörde.

Demnach darf der 20-Meter-Turm nicht einmal, wie von ihm seinerzeit gedacht, als Träger einer Werbung für den Naturpark „Hoher Fläming“ dienen. Längst ist der 1949 errichtete Trinkwasserspeicher selbst eine bedeutende Landmarke im Hohen Fläming und steht seit zehn Jahren unter Denkmalschutz. Das heißt allerdings: Die Möglichkeiten für eine alternative Nutzung tendieren eigentlich gegen Null.

Im Ortsbeirat war einmal mehr die Errichtung einer Aussichtsplattform erörtert worden. Doch sei von einer Konkurrenz zum Aufstieg im Schlossturm abgeraten worden, hieß es in dem Gremium unter Berufung auf den Tourismusverein. Außerdem dürfte der Investitionsaufwand erheblich sein, wenn die Sicherheits- und Denkmalauflagen solch Vorhaben überhaupt zulassen würden.

Mithin darf die Stahlkonstruktion samt ihrem 300-Kubikmeter-Speicher erst recht nicht abgerissen und beispielsweise beim Schrotthändler verwertet werden. Insofern wird sich wohl kaum ein Interessent finden, der das Bauwerk wirklich übernehmen will. Daher zeigt sich die Kommune jetzt zuversichtlich, dass ihr das Bauwerk in der Silhouette langfristig erhalten bleibt.

Von René Gaffron

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