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Wiesenburgern drohen weite Wege

Bahnsteigplanung bekannt geworden Wiesenburgern drohen weite Wege

Die Kreuzung von B 107 und Bahnlinie Berlin – Dessau wird niveaugleich ausgebaut. Kein Tunnel, keine Brücke. Das spart Kosten und findet Zuspruch. Doch am Rande ist die Bahnsteig-Planung bekannt geworden. Sie lässt weite Wege für die Reisenden erahnen. Es sei denn, der Wunsch von Bürgermeister Marko Beckendorf (die Linke) geht in Erfüllung.

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Die Bahnsteig-Planung lässt weite Wege erahnen.

Quelle: René Gaffron

Wiesenburg. Geht es nach den Vorstellungen von Marco Beckendorf (Die Linke), soll links neben dem einstigen Güterschuppen eine sogenannte Reisenden-Sicherung gebaut werden. Sie würde den potenziellen Passagieren des Regionalexpress 7 die Möglichkeit einräumen, auf kurzem Wege von den aktuell ausgewiesenen Parkplätzen an der Ladestraße auf den gegenüberliegenden Bahnsteig zu gelangen. Eine solche Schrankenlösung soll laut Bürgermeister in Anklam existieren. Unklar ist, ob die Deutsche Bahn-AG so etwas heutzutage noch herrichten darf und will. Wenn dies nicht der Fall ist, wünschen sich die Einheimischen gern einen barrierefreien Tunnel.

900.000 Euro investiert

Wahrscheinlich kommt es anders. Das lässt sich jedenfalls aus den Plänen für den Ausbau der Kreuzung von B 107 mit der Eisenbahnstrecke Berlin – Dessau ablesen. Sie haben jetzt mit einiger Verzögerung doch Beschlussreife erlangt, und die Kommune wird wohl ihr Einsverständnis erklären. Das hat Hartmut König mitgeteilt. Wie der Bauamtsleiter berichtet, wird der Bahnübergang in den nächsten Jahren lediglich einer Modernisierung unterzogen. Ideen für einen Brücken- oder Tunnelbau sind hingegen vom Tisch. Statt fünf Millionen Euro müssen Bund, Bahn und Kommune lediglich knapp 900.000 Euro insgesamt investieren, weshalb die Gemeinde Wiesenburg/Mark, die anteilig zur Kasse gebeten wird, zustimmen will.

Im wahrsten Sinne des Wortes am Rande ist dem Papier zu entnehmen, wie die Bahnsteig-Gestaltung wohl in Zukunft aussehen soll. Ursprünglich – im Fall neuer Bauwerke – war die Verschiebung in Richtung Park im Gespräch gewesen. Aktuell gibt es real noch – ganz nostalgisch – einen Mitarbeiter im Bahnhof, der kurz vor Ankunft der Züge ein Tor öffnet und die Reisenden auf die sonst gesperrten Plattformen lässt bzw. die Leute nach der Ankunft hinaus begleitet und die Pforte wieder schließt. In Zukunft stehen – ähnlich wie in Baitz – die Hauptzugänge dann jeweils von der B 107 aus jederzeit offen. Weitab allerdings von den jetzigen Parkplätzen, der Bushaltestelle und dem Empfangsgebäude, das seit fünf Jahren von einer Genossenschaft bewirtschaft wird. Der historische Weg soll – nach erster Intervention – wohl erhalten bleiben. Jedoch sind damit nur noch die nicht so häufig genutzten Züge nach Dessau zu erreichen.

Einiges bleibt unklar

Ob es noch Spielraum bei der Ausgestaltung des Vorhabens gibt, darüber waren sich die Teilnehmer der jüngst vom Verwaltungschef einberufenen Informationsveranstaltung uneins. Nicht zuletzt weil kein kompetenter Vertreter der Deutschen Bahn-AG vor Ort war und im Firmengeflecht des Logistik-Riesen die Zuständigkeit gar nicht so einfach zu ermitteln sein wird, wie Hartmut König mutmaßt. Seinen Ausführungen zufolge ist nicht einmal klar, ob die Kommune offiziell um Stellungnahme gefragt wird.

„Gleichwohl gibt es Bedarf und einige Argumente, die es zu beachten gilt“, findet Michael Jacobi. Der Mitarbeiter des Bauamtes verweist insbesondere auf das Fördergeld, das zur Gestaltung des Vorplatzes geflossen ist. Zu befürchten ist indes, dass künftig Autos in unmittelbarer Nähe des Bahnübergangs abgestellt werden. Wird dies untersagt, wovon auszugehen ist, müssen beispielsweise die Pendler künftig früher vor Ort sein oder/und noch eine Laufeinheit absolvieren, um vor allem den Zug nach Berlin zu erreichen. Öffentliche Parkplätze auf der Seite am Kreisel auszuweisen, gilt nach Einschätzung der Fachleute als nicht praktikabel.

Von René Gaffron

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