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Potsdam-Mittelmark Wiesenweihe genießt besondere Achtung
Lokales Potsdam-Mittelmark Wiesenweihe genießt besondere Achtung
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20:27 07.03.2018
Vogelexperte Helmut Brücher sowie die ehrenamtliche Helferin Antje Drangusch  haben die Mitarbeiter der Agrargenossenschaft Marzahna für den weiteren Schutz der Wiesenweihe sensibilisiert. Quelle: Thomas Wachs
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Marzahna

Auf den Feldern der Agrargenossenschaft „Flämingland“ rund um Marzahna fühlt sich die Wiesenweihe so wohl, dass die ansonsten vom Aussterben bedrohte Vogelart fleißig Nachwuchs produziert. Daran haben auch die Landwirte großen Anteil.

Bildervortrag für den Schutz der bedrohten Vogelart

Denn für die inzwischen seltenen Greifvögel machen die Maschinisten mit ihren Mähdreschern und sonstiger Ackertechnik auch schon mal einen großen Bogen um die Nester der Wiesenweihe. „Die Kooperation mit allen Landwirten hier in der Region klappt hervorragend“, sagt Helmut Brücher am Mittwochmorgen beim Frühstücksvortrag mit Mitarbeiter der Agrargenossenschaft in Marzahna. Dort wirbt der Ornithologe aus Rohrbeck (Teltow-Fläming) bei der Winterschulung mit einem Bildervortrag für den Schutz der bedrohten Vogelart. „Die Mitarbeiter sollen für das Thema Vogelschutz weiter sensibilisiert werden“, erklärt Heike Balzer, die Chefin des Agrarbetriebes.

In der Brutzeit zwischen Mai und August lassen Helmut Brücher und seine weiteren ehrenamtlichen Helfer die Vögel in ihrem Beobachtungsgebiet, das sich über die Kreisgrenze nach Teltow-Fläming hinaus zwischen Niemegk und Dahme erstreckt, nicht aus dem Blick. Sobald im Hohen oder Niederen Fläming die Greifvögel im Anflug auf ihre kleine Brutstätte irgendwo im Feld verschwinden, versuchen die Vogelschützer sofort, die Nester zu lokalisieren.

Stange ist das Achtungszeichen für die Landwirte

Mit Ferngläsern sind sie auf der Pirsch. Ist die Brutstätte ausgemacht, wird sie mit einem Gatter in der Größe von zwei mal zwei Metern geschützt. Eine aus dem Feld ragende Stange ist das Achtungszeichen für die Landwirte. Neben den Mähbalken ihrer Maschine sind jedoch auch Füchse und Wildschweine eine Gefahr für Eier und Jungvögel im Gelege. Denn sie Wiesenweihe ist der einzige Greifvogel, der am Boden brütet. Bis zu 60 Tage bleiben die Muttervögel ab Mai beim Nest, während die Männchen die Futterversorgung sicher. Vor allem mit Mäusen.

Antje Drangusch erklärt Feldbauchef Torsten Bölke die Beringung der Wiesenweihe.      Quelle: Thomas Wachs

Einstmals brüteten die Weihen auf Wiesen mit Seggen-Riede an den Verlandungszonen von Gewässern. Da es davon durch die Intensivierung der Landwirtschaft immer weniger gibt, „brütet der Vogel seit vielen Jahren europaweit oft im Getreide, meist im Wintergetreide“, sagt der Experte.

In ganz Deutschland nur knapp 400 Brutpaare

Zählungen des Naturschutzbundes (Nabu) zufolge gibt es in Deutschland nur knapp 400 Brutpaare der seltenen Wiesenweihe. Mehr als die Hälfte davon ist im Freistaat Bayern beheimatet. Von den rund 22 Brutpaaren in Brandenburg leben 17 allein in der Flämingregion. „Immerhin sind das 90 Prozent“, sagt Helmut Brücher in Marzahna. Seit gut drei Jahren haben sich die Felder der dortigen Agrargenossenschaft zum besonders beliebten Brutort der Vogelweihe entwickelt. „Hier entscheidet sich die Brut Brandenburgs“, sagt er.

Haben die Vogelschützer – auch mit Hilfe der Landnutzer – ein Nest ausgemacht, wird ein 50 mal 50 Meter großes Areal im Umkreis des Gatters nicht gemäht. „Eigentlich wären laut Naturschutzgesetz 300 Meter Schutzzone zulässig. Der kleinere Bereich reicht aber, um das Ausfliegen der Jungvögel zu sichern“, erklärt Brücher. Landwirte erhalten von der Vogelschutzwarte des Landes Brandenburg eine Prämie von 250 Euro pro Nestschutzzone für den Ernteausfall.

Helmut Brücher kennte die Wiesenweihe und ihre Bedürfnisse. Erstmals hat er dazu nun auch vor Mitarbeitern der Agrargenossenschaft Marzahna referiert. Quelle: Thomas Wachs

„Wir haben uns inzwischen daran gewöhnt, auf die Nester zu achten“, sagt Torsten Bölke, der Leiter des Feldbaus bei der Agrargenossenschaft Flämingland. Freilich bedeutet das auch zusätzlichen Aufwand. Denn sobald die Brutzeit vorbei ist, muss der Mähdrescher noch mal extra raus, um auch die verbliebene Schutzzone noch abzumähen und so eine unerwünschte Aussaat zu vermeiden. „Als Landwirte sind wir nicht nur Landnutzer sondern auch Naturfreunde und auf einen natürlichen Kreislauf bedacht“, sagt Heike Balzer. Dass von fünf Bruten der Wiesenweihe auf ihren Feldern voriges Jahr zwei erfolgreich waren, „macht auch unsere Mitarbeiter etwas stolz“, so die Chefin der Genossenschaft.

Von Thomas Wachs

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