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Wildgans bei Familie aufgewachsen

Mika aus dem Ei Wildgans bei Familie aufgewachsen

Mika möchte es ihren Artgenossen gleichtun. Die Graugans will fliegen. Doch bei einer Rangelei mit einem Waschbären flogen die Federn. Jetzt sucht die Apothekerin von der Lehniner Bahnhofsapotheke ein geeignetes Zuhause für die Gans, bis diese wieder starten kann. Am besten auf einem Hof mit Auslauf und anderen Gänsen.

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Alida Deutsch mit Graugans Mika.

Quelle: Privat

Netzen. Mika möchte es ihren Artgenossen gleichtun. Die Graugans will fliegen. Doch bei einer Rangelei mit einem Waschbären flogen die Federn. „Sie kann nicht vom Boden abheben. Sämtliche Flugversuche scheitern“, beschreibt Manuela Deutsch das Handicap von Mika. Jetzt sucht die Apothekerin von der Lehniner Bahnhofsapotheke ein geeignetes Zuhause für die Gans, bis diese wieder starten kann. Am besten auf einem Hof mit Auslauf und anderen Gänsen, von denen sie etwas lernt. Und ganz wichtig: Mika soll nicht in der Bratröhre landen.

Warum Manuela Deutsch aus Plötzin sich so rührend um das Schicksal einer Wildgans kümmert, ist eine Geschichte, die bei einem Spaziergang im März diesen Jahres begann. Tochter Alida fand ein verwaistes Gänseei. Schneeweiß und noch warm. Doch von den Elterntieren keine Spur. „Das kommt bei durchziehenden Vögeln schon mal vor. Die zurückgelassenen Eier holen sich Fuchs oder Waschbär , weiß der Kloster Lehniner Naturführer Lutz Manzke.

Beliebter Rastplatz

Graugänse zählen zu den häufigsten Wasservögeln. Nach der Kanadagans handelt es sich um die zweitgrößte Gänseart. in Europa. Die Gegend um den Rietzer See und den Netzener See gehört zu den beliebten Rastplätzen der Gänse.

Die Graugans ist die Ursprungsform der Hausgans. Während des Zuges ist sie in ganz Europa anzutreffen. Im Winter zieht die Gans nach Süden. Allerdings entwickelt sich sie sich wegen günstiger Nahrungs- und Klimaumstände immer mehr zum Standvogel

Doch die Zwölfjährige wollte dem Gänsenachwuchs eine Chance geben. Also musste sich die Glucke der Netzener Großeltern Detlef und Rosemarie Drömer an die Arbeit machen. Auf dem Plötziner Anwesen von Familie Deutsch brütete die Glucke mit dem Namen Peggy das untergeschobene Gänseei zusammen mit mehreren Hühnereiern aus. Es funktionierte. Vier Wochen später schlüpfte ein gesundes Gänseküken, das den Namen Mika erhielt.

Die nächsten zehn Wochen waren aufregend für Familie Deutsch. Mika gewöhnte sich an die Menschen, spielte Babysitter für die Hühnernachwuchs, flog dem Schulbus hinterher und landete schon mal im Pool vom Nachbarn. Die unter Tränen am Netzener Strengsee arrangierte Auswilderung scheiterte. Mika trieb sich lieber auf den Grundstücken und in der Nähe der Menschen herum. Die Gans mit dem grünen Ring am linken Bein war bald bekannt, wie ein bunter Hund. Selbst im Hotel Seehof.

„Alles war gut, bis der Waschbär sie erwischte“, bedauert Manuela Deutsch. Derzeit verbringt die lädierte Graugans ihre Tage auf dem Grundstück einer Freundin in Netzen. Doch dort ist Mika allein. Der Kontakt zu Artgenossen ist aber wichtig, damit sich das Findelkind ihnen anschließen kann. Wer helfen kann, kontaktiert Manuela Deutsch unter 0162/9885645.

Von Frank Bürstenbinder

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