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Obst hält frisch und fit

Wilhelm Lauterbach feiert in Bad Belzig seinen 100. Geburtstag Obst hält frisch und fit

Das Wilhelm Lauterbach seinen 100. Geburtatag feiert liegt womöglich am überdurchscnittlichem Genuss von frischem Obst. „Mein Vater hatte immer mindestens Äpfel, lieber noch Früchte der Saison in der Aktentasche, wenn er zur Arbeit ging“, erinnert sich der 61-Jährige Sohn des Jubilars.

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Quelle: R. Gaffron

Bad Belzig. Ein Schnäpschen in Ehren... Doch das ist nicht das eigentliche Rezept, um so alt zu werden wie Wilhelm Lauterbach. Er kann am Freitag im Hospital „Zum Heiligen Geist“ seinen 100. Geburtstag feiern.
„Womöglich ist es eher der überdurchschnittliche Genuss von Obst, der ihn so frisch und fit gehalten hat“, lautet die Vermutung von Sohn Wilfried. „Mein Vater hatte immer mindestens Äpfel, lieber noch Früchte der Saison in der Aktentasche, wenn er zur Arbeit ging“, erinnert sich der 61-Jährige. Kein Wunder: Denn in Kirchmöser, wo die Familie lange Zeit zu Hause war, hat der Jubilar zuweilen drei Kleingärten bewirtschaftet und dabei nicht zuletzt alte Obstgehölze veredelt. Außerdem war der Jubilar im Vorstand seiner Sparte tätig.

Dies war freilich nicht das einzige Hobby von Wilhelm Lauterbach. Unter Geflügelzüchtern hat der Name des Seniors ebenfalls einen sehr guten Ruf. Denn er hatte seinerzeit Erfolge mit Gelben Italienern, die nur schwierig zu züchten sind, wie die Kenner wissen. Schließlich war der Wahl-Brandenburger ein begeisterter Petrijünger. In der Morgendämmerung ließ er sich gern am Ufer der Havelgewässer nieder, um die Angel ins Wasser zu halten. „Eine schöne Gegend“, erinnert er sich.

Kindheit und Jugend des Hundertjährigen waren weniger erfreulich. Im polnischen Oberschlesien als Sohn eines Gastwirts geboren hat er zunächst die Volksschule besucht, konnte aber nicht wie gewünscht die Kaufmannslehre beginnen. „Wir hatten doch einen Kolonialwarenladen – das hat mich gereizt“, erinnert sich der Senior. Als er mit dem eingeschlagenen Berufsweg als Tischler gerade so seinen Frieden gemacht hatte, kam der Zweite Weltkrieg dazwischen. Wilhelm Lauterbach war sowohl in Frankreich als auch in Russland an der Front. Verwundet kam er 1942 nach Kirchmöser. Besonders schlimm: der Verlust eines Auges. Zurück in die Heimat ging es ebenfalls nicht, denn die Familie mit seinen immerhin drei Geschwistern gehörte zu jenen, die vertrieben wurden.
Gleichwohl fand Wilhelm Lauterbach mit seiner Dorothea in der Mark sein persönliches Glück. Als Normsachbearbeiter war er im Reichsbahnausbesserungswerk ebenfalls anerkannt. Und weil stets kontaktfreudig wie zuverlässig übernahm er außerdem die Aufgabe des Kassierens der Beiträge für die Staatliche Versicherung der DDR.

Fotos im Zimmer der evangelischen Senioreneinrichtung in der Kur- und Kreisstadt erinnern den Jubilar an „sein“ Kirchmöser. Die Schönheiten von Bad Belzig hat Wilhelm Lauterbach eher nicht kennengelernt, gleichwohl er schon zehn Jahre hier lebt. Aber er ist nicht mehr gut zu Fuß. Immerhin fühlt er sich gut umsorgt und bekommt mindestens wöchentlich Besuch.
Heute kommt sogar die Familie, zu der neben dem Sohn noch zwei Enkel und zwei Urenkelinnen gehören. Eine Kaffeetafel ist geplant und es gibt zur Feier des Tages einen edlen Tropfen Wein. Womöglich auch noch ein Schnäpschen in Ehren.

Von René Gaffron

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