Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam-Mittelmark Windelfirma zahlt 3 Monate kein Gehalt
Lokales Potsdam-Mittelmark Windelfirma zahlt 3 Monate kein Gehalt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:50 03.06.2016
Fünf der einst 65 Beschäftigten blicken über den Zaun zu ihrem früheren Arbeitsplatz bei der RAD Medical GmbH  Quelle: Andreas Koska
Anzeige
Niederwerbig

Fünf Männer richten ihren Blick über den Zaun bei der RAD-Medical-GmbH. Hoffnung, dass sie dort je wieder beschäftigt sein werden, haben sie längst nicht mehr. Doch wenigstens wollen sie Löhne und Gehälter für die am Jahresanfang geleistete Arbeit erhalten. Im Januar wurden die Entgelte dem Vernehmen nach noch in Tranchen gezahlt. Von Februar bis April – Fehlanzeige.

Die Einstellung der Windelproduktion am Rand des 61-Einwohner-Dorfes sorgt immerhin für Ermittlungen der Justiz. Eine Anzeige wegen Insolvenzverschleppung ist bei der Staatsanwaltschaft Potsdam eingegangen. Das hat Sprecher Benedict Welfens bestätigt, ohne zu sagen, von wem sie erstattet wurde. Ob die Zahlungsunfähigheit überhaupt ordnungsgemäß gemeldet worden ist, lässt sich jedoch nicht sagen. „Insolvenzverfahren sind grundsätzlich nicht öffentlich“, teilt Wolfgang Peters vom zuständigen Amtsgericht Potsdam dazu knapp mit. Augenscheinlich hat niemand die ordnungsgemäße Abwicklung oder gar Sanierung des Unternehmens betrieben.

Kurzarbeitsgeld vom Amt kam nicht an

Im Gegenteil. So hat die Arbeitsagentur beispielsweise 5000 Euro Kurzarbeitsgeld ausgezahlt. Bei den Kollegen sei davon nichts angekommen, berichten sie. „Die Summe ist zurückgefordert worden“, bestätigt Marko Wilke. „Bisher haben wir sie aber nicht erhalten“, so der Leiter der Geschäftsstelle in Bad Belzig. Sie versucht derzeit der Belegschaft neue Perspektiven anderenorts zu vermitteln.

Zwei Schwesterfirmen

Neben der RAD Medical GmbH haben die Big Bear GmbH und die DEM Pharma eine Niederlassung in Niederwerbig.

Beide Unternehmen haben ihren Hauptsitz unter derselben Adresse in Köln. Bei beiden ist Wahidollah Razai der Geschäftsführer.

Sie sollen mit der RAD Medical-GmbH verbandelt sein. In allen drei Firmen war Zalmai Atifi Inhaber oder geschäftsführender Gesellschafter.

Geschäftsführer Pjotr Kurszwewski soll vor noch gar nicht so langer Zeit angekündigt haben, dass es im Mai wieder richtig losgeht. Doch die Bänder stehen still. Anfragen der MAZ blieben indes unbeantwortet. Dafür berichtet das Ehemaligen-Quintett von einem Russen, der im Dezember als Chef, begleitet von mehreren Bodyguards, aufgetreten sei.

Angst vor dem Chef hemmt den Kampf

Angst hätten sie deshalb einerseits und wollen ihre Namen nicht nennen. Andererseits wollten sie für sich und die weiteren 60 Kollegen von einst kämpfen. Einen Betriebsrat gab es nicht, gleichwohl 2012 schon eine Krise zu bewältigen war. Damals war die einstige Riboth-GmbH unter dem neuen Namen in ein Handelskonsortium aus Dubai eingegliedert worden.

Vor Ort wurden nun Lastwagen beobachtet, heißt es. Sie sollen nachts an den Lagern vorgefahren sein. „Darin lag Ware im Wert von einer halben Million Euro. Jetzt sind die Hallen leer“, sagt einer der Ex-Mitarbeiter. Sie glauben nicht daran, dass ihr Betrieb pleite gewesen sei. Die Auftragsbücher wären gut gefüllt gewesen. Die Produktion hätte mit je drei Maschinen in den zwei Linien jederzeit wieder aufgenommen werden können, lautet ihre Einschätzung. Jetzt sorgen sie sich, dass die Technik ebenfalls ausgebaut wird und abtransportiert wird, so dass jegliche so genannte Masse, aus der ihre Forderungen erfüllt werden könnten, verloren ginge. Maschinenpark und Grundstück stellen ihrer Meinung nach durchaus noch Werte dar.

Die Vermutung, die Investitionsbank des Landes Brandenburg, könnte ins Verfahren involviert sein, scheint sich nicht zu bestätigen. Denn es hat kein Geld von dort für die RAD Medical GmbH gegeben, beteuert Matthias Haensch. „Es wurde 2012 lediglich ein Antrag gestellt. Er war jedoch umgehend zurückgezogen worden“, so der Sprecher der Institution, die also keinen Anlass hat, sich mit der Ex-Belegschaft zu verbinden.

Von Andreas Koska und René Gaffron

Ein seit Jahren erwogenes Konzept zur Beleuchtung der Johanniskirche zu Niemegk wird jetzt umgesetzt. Ab September werden spezielle Strahler das Portal und den Turm des Gotteshauses ins Licht rücken. Die veranschlagten Kosten von circa 9000 Euro teilen sich die Kirchengemeinde und die Stadt.

02.06.2016

Ein Mann hat mit einem gemieteten Transporter auf der Autobahn 9 zwischen Brück und Beelitz einen Unfall verursacht. Die Polizisten staunten nicht schlecht, als der Alkoholtest mehr als 3 Promille anzeigte. Glück im Unglück hatte das Unfallopfer, das starke Nerven bewies.e

02.06.2016
Potsdam-Mittelmark Potsdam-Mittelmark: Polizeibericht vom 2. Juni 2016 - Beamte finden Vermissten am Wannsee

Der 25-jährige Kleinmachnower Lucian S. ist wieder aufgetaucht. Nach dem jungen Mann, der wegen seiner psychischen Probleme einem Arzt vorgestellt werden sollte, hatte die Polizei seit dem 26. Mai gesucht. Nur einen Tag später fanden Beamte Lucian S. in verwirrtem Zustand im Berliner Stadtteil Wannsee. Er wurde zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.

02.06.2016
Anzeige