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Windelproduktion in Niederwerbig steht still

Mitarbeiter warten auf Geld Windelproduktion in Niederwerbig steht still

Die Windelproduktion bei der RAD-Medical-GmbH in Niederwerbig (Potsdam-Mittelmark) steht still. Die 65 Beschäftigten warten noch auf Lohn- und Gehaltszahlungen für Februar. Die meisten von ihnen haben sich wohl vorsorglich bei der Arbeitsagentur gemeldet. Das Unternehmen war bereits 2011 in wirtschaftliche Schieflage geraten.

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Am Standort Niederwerbig wird aktuell augenscheinlich nicht produziert.

Quelle: Thomas Wachs

Niederwerbig. Nun läuft wohl keine Windel mehr vom Band. Seit Januar stehen die Maschinen bei der RAD-Medical-GmbH still. Das haben Mitarbeiter berichtet. Sie warten auf Lohn- und Gehaltszahlungen für Februar. Insgesamt 65 Beschäftigte werden allem Anschein nach demnächst auf der Straße stehen.

Offenbar hat das Unternehmen wieder einmal massive Absatz- und Finanzprobleme. Allerdings wurde bisher laut MAZ-Recherche kein Insolvenz-Antrag gestellt. Wie es aus der Belegschaft heißt, soll Kurzarbeit bei der Arbeitsagentur beantragt sein. Die Regelung darf auch nur beansprucht werden, wenn keine Insolvenz besteht.

Massive Finanz- und Absatzprobleme

Zumindest in der Verwaltung des Amtes Niemegk, zu dem Niederwerbig gehört, sind die Probleme aber noch nicht bekannt. „Davon habe ich noch nichts gehört“, sagte Amtsdirektor Thomas Hemmerling auf MAZ-Anfrage. Bei der Arbeitsagentur-Geschäftsstelle Bad Belzig herrscht ebenfalls Überraschung. „Wir haben einen erhöhten Zugang von Arbeitslosen aus dem produzierenden Gewerbe zu verzeichnen“, bestätigt Marko Wilke. „Es sind Anlagenfahrer und Produktionsmitarbeiter“, so der Behördenchef. Das sei bei der guten Beschäftigungslage auffällig. Mehr wolle und könne er nicht sagen. Es ist allemal Indiz darauf, dass sich Mitarbeiter der auf Windelproduktion spezialisierten Firma sich vorsorglich bei der Agentur gemeldet haben müssen.

Eine MAZ-Anfrage an die Geschäftsführung um Pjotr Kurszwewski blieb unbeantwortet. Vor Ort ist niemand anzutreffen, Telefon- und E-Mail-Anfragen laufen ins Leere. Es ist nicht das erste Mal, dass das Werk ins Schlingern gerät. Schon das Vorgängerunternehmen Riboth musste auf Grund von Missmanagement Insolvenz anmelden. Der Standort wurde dann von der RAD-Medical-GmbH mit Sitz in Potsdam, die ihrerseits zu einem Handelskonsortium mit Sitz in Dubai gehört, übernommen. Eigentümer Zalmai Atifi hatte die Eroberung neuer Märkte in Asien und Osteuropa angekündigt.

Stetiges Auf und Ab

Nach der Insolvenz der Riboth-GmbH hat die RAD-Medical-GmbH 2011 das Werk in Niederwerbig übernommen.

1992 war die Produktion am Standort mit 15 Mitarbeitern gestartet worden. Zu Konjunkturzeiten waren dort fast 100 Leute beschäftigt.

2010 ist der Betrieb für den Unternehmenspreis der Industrie- und Handelskammer Potsdam, Kategorie „Wachstum“ nominiert gewesen. Sie honorierte den Versuch, Marktnischen mit ökologischen Innovationen zu erschließen.

Offenbar ist es nicht gelungen. Zumindest in der im Dezember 2015 veröffentlichten Bilanz für das 2014 ist von Verbindlichkeiten in Höhe von knapp 2,1 Millionen Euro, davon rund 500 000 Euro Steuerschulden die Rede. Demgegenüber standen Forderungen an Dritte in einem Umfang von 1,65 Millionen Euro.

Indes wird versucht, über das so genannte Crowdfunding rund 2.5 Millionen Euro an Einlagen einzuwerben, 6,5 Prozent Zinsen jährlich sind in Aussicht gestellt. Allerdings wird ferner auf das Risiko des Totalverlustes hingewiesen.

Von Andreas Koska

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