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Potsdam-Mittelmark Windkraft-Podium lässt viele Fragen offen
Lokales Potsdam-Mittelmark Windkraft-Podium lässt viele Fragen offen
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04:24 13.10.2018
Fünf Windräder sollen im Wald unweit von Lühsdorf gebaut werden. Quelle: Peter Geisler
Lühsdorf

Drei Stunden sind zu wenig. Sie reichen nicht aus, um alle Fragen rund um das Thema Windkraft zu klären. Das mussten auch Treuenbrietzens Bürgermeister Michael Knape (parteilos) und die Mitarbeiter der Firma „Energiequelle“ am Ende einsehen. Gemeinsam mit den Dorfbewohnern wollten sie am Donnerstagabend in der Lühsdorfer Kirche ins Gespräch kommen und über den geplanten Bau eines Windparks im Wald nahe Lühsdorf informieren.

Überschrieben war diese Podiumsdiskussion mit „Fakten erfahren, Bedenken äußern, Zukunft gestalten“. Und Bedenken, die haben die Lühsdorfer durchaus – zu den Themen Brandschutz, Immission und Emission, Wald, Rückbau, Naturschutz, Vorteile für den Ort und zum Planungsstand. „Sie haben uns ganz schön ins Schwitzen gebracht, Sie haben eine Menge Fragen“, stellte auch Bettina Knothe fest. Sie leitet die Abteilung Konfliktberatung beim Kompetenzzentrum Naturschutz und Energiewende (KNE) und hat als Moderatorin durch den Abend geführt.

Bürgerinitiative war unerwünscht

Zur Diskussion eingeladen waren die Lühsdorfer und Stadtverordnete aus Treuenbrietzen. Mitgliedern des Vereins „Waldkleeblatt – Natürlich Zauche“, in dem fünf windradkritische Bürgerinitiativen vereint sind, sei der Zutritt dagegen verwehrt worden. Das berichtet der Vereinsvorsitzende Winfried Ludwig.

„Im Vorfeld der Veranstaltung hatte unser Verein eine Versammlung angemeldet. Diese verlief als friedliches Dialogforum zwischen den anwesenden Vereinsvertretern, Vertretern der Windparkbetreiber und Einwohnern von Lühsdorf“, so Ludwig. „Mit Beginn der Veranstaltung zog man sich aber darauf zurück, dass dies ja eine Veranstaltung für Lühsdorfer Einwohner sein sollte. Unseres Wissens gehören dazu aber weder Vertreter von Energiequelle noch der Firma „Umweltgerechte Kraftanlagen“. Ihnen wurde die Teilnahme an der Veranstaltung nicht verwehrt.“

Bau von fünf Anlagen geplant

Der Gemeindekirchenrat hat zu Beginn der Diskussion eine Erklärung verlesen, in der es hieß: „Wir stellen die Kirche als Veranstaltungsort zur Verfügung, um einen Beitrag zur Diskussion zu leisten. Das bedeutet aber keine Positionierung für oder gegen das Thema an sich.“

Konkret sollen im Wald zwischen Beelitz, Buchholz, Dobbrikow, Kemnitz, Lühsdorf, Nettgendorf, Rieben und Wittbrietzen fünf Windkraftanlagen gebaut werden.

Anträge sind laut „Energiequelle“ noch nicht eingereicht – was aber zumindest für drei Anlagen zeitnah passieren solle. Bei zwei Anlagen würden dagegen noch Untersuchungen zum Naturschutz laufen.

Gebaut werden sollen Enercon-Anlagen mit einem Rotordurchmesser von 138 Metern und einer Nabenhöhe von 160 Metern.

Zudem sei einem anwesenden Waldbesitzer aus Kemnitz, der sein Grundstück für die Errichtung von Windkraftanlagen zur Verfügung stellt, die Teilnahme gewährt worden, berichtet Ludwig weiter. Keinen Zutritt habe dagegen eine windkraftkritische Waldbesitzerin aus Wittbrietzen erhalten.

Diejenigen, die bleiben durften, sind schließlich in drei Arbeitsgruppen aufgeteilt worden. Jede sollte rund 45 Minuten lang Fragen sammeln, die das Podium später beantworten wollte. Die Fragen sind dann in Themenblöcke gegliedert worden. Auf dem Podium haben neben Michael Knape auch Lühsdorfs Ortsvorsteher Ronny Eigenfeldt und „Energiequelle“-Mitarbeiter Platz genommen.

Betrieb könnte 2021 starten

Projektleiter Sebastian Paasch hat zuerst zum Thema Brandschutz informiert – die Anwesenden wollten beispielsweise wissen, wer haftet, wenn ein Windrad – und in der Folge womöglich auch der Wald – brennt. Oder auch, wie die Versorgung mit Löschwasscher sichergestellt wird. Beim Block „Immission und Emission“ sind vor allem Fragen zum Schattenschlag der Anlagen sowie zum Infraschall erörtert worden.

„Unser Ziel ist es, bis zum Jahresende den Antrag für drei Anlagen einzureichen“, sagte Paasch. „Ich rechne dann mit einem ein- bis anderthalbjährigen Genehmigungsverfahren und noch mal mit einer einjährigen Bauzeit für die Anlagen. Im günstigsten Fall würden die Anlagen also 2021 in Betrieb gehen.“ Paasch stellt auch noch einmal klar, das „Energiequelle“ derzeit nur eine Fläche für maximal fünf Anlagen gesichert habe. Einige Anwohner hatten sich besorgt geäußert, dass sich die Zahl der Anlagen künftig noch weiter erhöhen könnte.

Fortsetzung geplant

Moderatorin Bettina Knothe hat das Podium nach etwas mehr als drei Stunden beendet – obwohl eine Vielzahl der Fragen unbeantwortet geblieben ist. Sowohl Michael Knape als auch „Energiequelle“ haben sich aber bereit erklärt, zeitnah eine zweite Veranstaltung in genau dieser Form zu organisieren und weiter im Gespräch zu bleiben.

Von Josephine Mühln

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