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Windkraftfirma erwirbt Abschnitt

Alte Bahntrasse verkauft Windkraftfirma erwirbt Abschnitt

Auf der Trasse der früheren Städtebahn zwischen Treuenbrietzen und Neustadt (Dosse) könnten bald Bäume, Sträucher und Feldfrüchte wachsen. Die Windpark-Firma Enertrag hat einen Abschnitt zwischen Treuenbrietzen und Niemegk gekauft. Genutzt werden soll der Streifen für die Erschließung und Ausgleichspflanzungen des wachsenden Windparkes Rietz.

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Auf historischem Boden: Die Firma Enertrag erweitert den Windpark Rietz und kauft das Gelände der früheren Bahntrasse.

Quelle: Foto: Thomas Wachs

Rietz. Die Städtebahn zwischen Treuenbrietzen und Neustadt (Dosse) war eine Strecke mit fast 100 Jahren Tradition. Sie ist nun wohl beendet. Denn die Windparkfirma Enertrag hat kürzlich einen Abschnitt des Flurstückes zwischen Treuenbrietzen und Niemegk gekauft — besser gesagt, kaufen müssen. Bernd Schumacher bestätigt entsprechende Informationen der MAZ. „Eigentlich benötigten wir ja nur einen kleinen Abschnitt von wenigen hundert Metern für die Erschließung zur beantragten Erweiterung des Windparkes Rietz“, sagte der Projektentwickler der Firma Enertrag.

Doch die Deutsche Bahn, der das zusammenhängende Flurstück der einstigen Trasse noch gehörte, „wollte dieses nur komplett verkaufen“, erläuterte Schumacher. Auch auf die ansonsten übliche Eintragung von Dienstbarkeiten habe sich die Bahn bei den seit längerer Zeit geführten Verhandlungen nicht eingelassen. „Für benötigte Wegerechte schwebten uns eigentlich nur die Eintragung oder ein Kauf von Teilflächen vor“, so Schumacher. Er rechnet in wenigen Wochen mit den Baugenehmigungen für die vier neuen Windräder. Zwei davon entstehen bis Jahresende zwischen Treuenbrietzen und Haseloff links der Bundesstraße 102 im Windpark Rietz mit derzeit sechs Anlagen. Zwei neue Windräder errichtet die Firma zudem rechts der Straße im Wald zwischen der B 102 und der ehemaligen Bahntrasse.

Sie Städtebahn führte einst auch   am Bahnhof Belzig entlang

Sie Städtebahn führte einst auch am Bahnhof Belzig entlang.

Quelle: Sammlung Kraemer

Fast 100 Jahre alt geworden

Die Städtebahn zwischen Treuenbrietzen und Neustadt (Dosse) ging am 25. April 1904 in Betrieb. Sie war eine wichtige Nord-Süd-Verbindung in der Mark.

Nach Beseitigung der Kriegsschäden lief der Verkeht wieder ab September 1945. Im April 1949 wurde die Städtebahn verstaatlicht und Teil der Deutschen Reichsbahn.

Trotz des Ausbaus für den schweren Güterverkehr in den Jahren 1952/53 wurde zehn Jahre später, im Oktober 1962, der Personenverkehr zwischen Belzig und Treuenbrietzen eingestellt.

Ab Januar 1963 rollten dann auch keine Güterzüge mehr ab Niemegk.

Das Stück zwischen Bad Belzig und Brandenburg an der Havel wurde im Dezember 2003 stillgelegt. Inzwischen sind die meisten Gleise auf dem Abschnitt demontiert. Zwischen Niemegk und Treuenbrietzen verschwanden die Gleise im Dezember 2006.

Heute läuft der Verkehr nur noch auf dem Abschnitt zwischen Rathenow und Brandenburg an der Havel – auf einer sanierten Trasse.

Deren nun wider Willen erworbene Flächen zwischen dem Hans-Grade-Weg in Treuenbrietzen und der Straße von Haseloff nach und Grabow will die Firma Enertrag unterdessen weitgehend wieder verkaufen. „Wir sind in Gesprächen mit den Besitzern angrenzender Landwirtschaftsflächen“, erklärte Bernd Schumacher. „Sie haben Interesse, ihre bislang durch die Bahntrasse geteilten Grundstücke wieder zusammenzuführen“, versicherte der Projektentwickler.

Erschließung von der Autobahn kommend

Zudem wolle die Stadt Treuenbrietzen Teilstücke am Hans-Grade-Weg erwerben, um damit Grundstückzufahrten für Anlieger dauerhaft zu sichern, erklärte Schumacher. Laut Kaufvertrag mit der Bahn müsse der Verkauf anteilig exakt zum Ankaufspreis erfolgen. Darüber hinaus wollen die Windparkbauer die verbleibende Trasse nutzen, um vorgeschriebene Ausgleichspflanzungen für die beim Bau von Windrädern und Wegen versiegelten Flächen zu realisieren.

Die Erschließung der Windparkbaustellen erfolgt derzeit wegen der Sperrung der Ortsdurchfahrt in Haseloff von der Autobahn in Linthe kommend über Landstraßen bis Jeserig/Niederwerbig sowie über neu angelegte Behelfswege. Auf der Strecke wurden an zwei Stellen eigens Abbiegespuren für überlange Spezialtransporter angelegt. Weitere Projekte sind in Planung. So bereitet die Firma Enertrag bei Nichel gemeinsam mit der Firma Enercon den Bau von bis zu zehn weiteren Windrädern vor, kündigte Bernd Schumacher an. Das Antragsverfahren laufe. Zudem gebe es Pläne der Firma Enercon, bei Niederwerbig ebenfalls bis zu zehn Windräder zu errichten. Alle diese Bereiche sind im Regionalplan Havelland-Fläming als Eignungsgebiete für die Windkraftnutzung ausgewiesen.

Von Thomas Wachs

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