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Windpark: Anlieger kritisieren Lärmbelästigung

Protest gegen „Feldheim-Nord“ Windpark: Anlieger kritisieren Lärmbelästigung

Ein erster Teil des neuen Windparks „Feldheim-Nord“ ist jetzt ans Netz gegangen. Weitere der 206 Meter hohen Anlagen sollen folgen. Bei Anwohnern aus Lüdendorf (Potsdam-Mittelmark) stehen die unter anderem auf Waldgrundstücken realisierten Projekte wegen der Lärmbelästigung in der Kritik.

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In Lüdendorf wird der Lärm kritisiert, der vom neuen Windpark Feldheim-Nord ausgeht.

Quelle: Thomas Wachs

Lüdendorf. Zwischen den Orten Lüdendorf und Schwabeck ist jetzt der erste Teil des Windparkes Feldheim-Nord ans Netz gegangen. Sieben Anlagen, die innerhalb von neun Monaten auf Feldern und in Waldlagen errichtet wurden, haben die vierwöchige Testphase bewältigt „und speisen nunmehr problemlos umweltfreundlich erzeugten Strom in die öffentlichen Netze ein“, erklärte Werner Frohwitter, Sprecher der Firma Energiequelle als Bauherr.

Für die Anwohner von Lüdendorf freilich ist das nicht so problemlos. In der Sitzung der Treuenbrietzener Stadtverordneten berichteten Gastwirt Manfred Gaßka und einige seiner Nachbarn von „erheblicher Lärmbelästigung“. Von den Drehbewegungen der gut 57 Meter langen Rotorblätter gehe ein lautes Rauschen aus, das bis in Dorf hinein zu hören sei. Die Anwohner forderten Messungen zur Einhaltung der Schallimmissionen. „Diese Anlagen gehören aufs Meer, aber nicht in knapp 1000 Meter Abstand zum Dorf“, sagte Maximilian Heinze. „Am Friedhof ist der Lärm unerträglich“, so der Lüdendorfer.

„Lärm ist unerträglich“

Er vermutet zudem bereits Auswirkungen auf die Tierwelt. In einem Keller seines Hofes in Lüdendorf beziehen stets Fledermäuse Quartier. „In den Vorjahren waren es immer um die 20 Tiere“, so Heinze. „Bei der jüngsten Zählung durch einen Experten waren aber nur noch fünf übrig“, berichtete der Anwohner vor Stadtverordneten. Unter jenen kritisierte er diejenigen. „die damals nicht schnell genug die Hand heben konnten für die Windparkprojekte“.

Riesige Kraftwerke

Im Windpark Feldheim-Nord werden 13 Anlagen modernster Bauart errichtet. Die Kraftwerke vom Typ Enercon E-115 haben jeweils eine elektrische Leistung von drei Megawatt (MW).

Die Nabenhöhe liegt bei 149 Metern, der Rotor-Durchmesser beträgt 115 Meter und die Gesamthöhe somit 206 Meter.

Im Jahresmittel werden die 13 neuen Anlagen rund 115 Millionen Kilowattstunden klimafreundlichen Windstrom erzeugen.

Diese Strommenge entspricht rechnerisch der Nachfrage von etwa 28 000 durchschnittlichen deutschen Haushalten.

Der Windpark Feldheim besteht insgesamt derzeit aus 49 Windenergieanlagen unterschiedlicher Typen. Sie haben insgesamt eine Nennleistung von 102 Megawatt und produzieren jährlich mehr als 220 Millionen Kilowattstunden Strom.

Unterdessen werden im zweiten Bauabschnitt derzeit sechs weitere Anlagen des gleichen Typs errichtet. Sie sollen im Sommer 2016 ihren Betrieb aufnehmen, heißt es von der Firma Energiequelle. Der Bereich Feldheim-Nord ist eine Erweiterung des bereits seit 1995 bestehenden Windparks Feldheim. Er besteht aktuell aus 49 und künftig dann aus 55 Anlagen. Zudem laufen dort Projekte zum sogenannten Repowering. Dabei werden ältere Anlagen abgebaut und durch weniger, jedoch deutlich leistungsstärkere moderne Modelle ersetzt.

Die ersten vier der 1995 errichteten Turbinen des Typs Enercon E-40 mit einer Nabenhöhe von 65 Meter und 500 Kilowatt Leistung wurden im Jahr 2014 durch drei moderne Anlagen vom Typ Enercon E-115 mit drei Megawatt Leistung ersetzt. „Eine Anlage dieses Typs erzeugt heute bis zum Neunfachen der Strommenge eines Windrads aus den 90er-Jahren“, erklärte der Sprecher der Firma Energiequelle.

Erste Turbinen wurden 1995 errichtet

Die Netzanbindung der bereits errichteten und noch im Bau befindlichen Anlagen im Bereich Feldheim-Nord an das Verteilernetz des Stromversorgers Edis AG erfolgt über ein neues Umspannwerk. Das hat die Energiequelle GmbH an ihrem bereits davor genutzten Standort in der Sernowstraße am Stadtrand von Treuenbrietzen zusätzlich errichtet.

Wie Werner Frohwitter weiter mitteilte, wurden die jetzt in Betrieb gegangenen sieben neuen Anlagen von einem Luxemburger Spezialfonds übernommen. Die Vertragsverhandlungen dafür wurden vom Schweizer Anlageberatungsunternehmen „Recap Global Investors AG“ begleitet.

In unmittelbarer Nähe des Windparks hat die Energiequelle GmBH auf ihrem Gelände im Dorf Feldheim gemeinsam mit der Enercon GmbH einen Lithium-Ionen-Speicher mit einer Leistung von zehn Megawatt errichtet. Dieser ist der bislang größte Speicher seiner Art, der Primärregelleistung zur Stabilisierung des Höchstspannungsnetzes bereitstellt.

Von Thomas Wachs

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