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Stadt bekräftigt Kritik an neuen Windrädern

Treuenbrietzen/Nichel (Potsdam-Mittelmark) Stadt bekräftigt Kritik an neuen Windrädern

Die Treuenbrietzener Stadtverordneten verweigern ihre Zustimmung zum Neubau von acht Windkraftanlagen in der Nachbargemarkung Nichel. Damit folgen sie ihrer neuen Linie. Demnach soll die weitere „Verspargelung der Fläminglandschaft“ verhindert werden.

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Der Windpark Rietz bei Treuenbrietzen wurde 2014/15 von der Firma Enertrag gebaut. Jetzt soll er um weitere zehn Anlagen in der Nachbargemarkung Nichel erweitert werden.

Quelle: Thomas Wachs

Treuenbrietzen/Nichel. Die Treuenbrietzener Stadtverordneten untermauern ihre Kritik zum Bau neuer Windkaftanlagen. In ihrer jüngsten Sitzung lehnten sie im Rahmen der Nachbarschaftsbeteiligung ihre Zustimmungen zum Projekt der Firma Enertrag für acht Anlagen in der Gemarkung Nichel einstimmig ab.

Bedenken zu Schallprognosen

Sie folgten damit der Argumentation und einem Antrag von Detlef Höhne (Die Linke). Der Abgeordnete hatte in der Sitzung des Ausschusses für Stadt- und Ortsteilentwicklung die ablehnende Stellungnahme gefordert. Bedenken wurden laut bezüglich der neuen Schallprognosen. Demnach sei die Ermittlung der Lärmgrenzen laut einer Richtlinie vom Dezember 2017 nicht mehr zulässig. Auch sollten eine „Verspargelung der Fläminglandschaft“ unterbunden und deren Erholungsfunktion erhalten werden.

Zudem hält Höhne die Netzkapazitäten zur Ableitung des Stroms für unzureichend. Dies führe zur Abschaltung von Anlagen. Ferner sieht der Abgeordnete „wachsende finanzielle Belastungen der Bürger der Stadt durch das Erneuerbare Energie Gesetz (EEG)“. Diese Punkte sind nun in die ablehnende Beschlussvorlagen eingeflossen und von den Abgeordneten gebilligt worden.

Am Rand des Eignungsgebietes

Der neue Windpark in der Gemarkung Nichel liegt am Rande des im Regionalplan Havelland-Fläming ausgewiesenen Eignungsgebietes 28 „Treuenbrietzen Vorfläming“ für Windenergienutzung.

Vorgesehen sind dort von der Firma Enertrag aus der Uckermark acht Windräder des Typs E-141.

Die modernen Anlagen erreichen eine Spitzenleistung von bis zu 4,2 Megawatt pro Windrad.

Die Stromerzeuger verfügen über eine Nabenhöhe von knapp 159 Metern und sind bis zur Rotorspitze fast 230 Meter hoch. Die Firma EnBW aus Stuttgart plant auf Nicheler Boden weitere zwei Anlagen.

Abgelehnt hatten die Stadtverordneten bereits in ihrer vorherigen Sitzung – damals allerdings mit äußerst knapper Mehrheit – ein weiteres Projekt im Zusammenhang mit dem Bau von zwei weiteren Windrädern im gleichen Vorhabengebiet in der Gemarkung Nichel.

Dort ging es um Entschädigungszahlungen durch die Firma EnBW-Windkraftprojekte GmbH aus Stuttgart. Diese betrafen zwei Flurstücke der Stadt Treuenbrietzen in der Gemarkung Rietz. Sie sollten als Abstands- und Rotorüberflugsflächen sowie für einen temporären Aufstellplatz von Baukränen mit Nutzungsrechten belastet werden. Windräder selbst sind auf dem Treuenbrietzener Areal nicht geplant. Der Stadt Treuenbrietzen hätten Zahlungen für zunächst 25 Jahre zugestanden. Sie hätten sich auf insgesamt 102 500 Euro belaufen können.

Gemeinde Mühlenfließ plant Sondersitzung

In der Gemeinde Mühlenfließ selbst ist das Projekt für den neuesten Windpark bei Nichel, der an die elf bestehenden Anlagen bei Rietz anschließen würde, schon seit September gebilligt. Genehmigt sind zudem weitere, schon länger geplante Anlagen der Firma Enercon zwischen Niederwerbig und Grabow. Die Gemeindevertretung Mühlenfließ plant nun noch eine Sondersitzung zu den zwei EnBw-Anlagen in Richtung Rietz, die noch umstritten sind.

In Treuenbrietzen ist im Dezember ein weiteres Projekt im Zusammenhang mit Windkraftnutzung ebenfalls knapp abgelehnt worden. Der über sieben Jahre erarbeitete Bebauungsplan zum bereits arbeitenden „Windpark Feldheim Nord“ wurde an Ende nun nicht gebilligt.

Darin ging es unter anderem darum, dass Ersatzpflanzungen auf dem Territorium der Stadt erfolgen, die Zahl der Anlagen begrenzt und der Abstand zu Wohnsiedlungen vergrößert werden sollten. „Ich frage mich, ob die Stadtverordneten, die diese Ablehnung beschlossen haben, sich bewusst sind, welche Auswirkung das auf die künftige Entwicklung haben wird“, sagte Werner Schlunke (BIV) aus Feldheim nun vor den Stadtverordneten.

Von Thomas Wachs

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