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Windradfirmen klagen gegen Beelitz

Ringen um geplante Windräder in einem Waldstück bei Fichtenwalde Windradfirmen klagen gegen Beelitz

Der Konflikt um geplante Windräder in einem Wald zwischen den Beelitzer Ortsteilen Fichtenwalde und Reesdorf spitzt sich zu und beschäftigt jetzt auch die Gerichte. Zwei Firmen, die in dem Waldgebiet bis zu 200  Meter hohe Anlagen aufstellen wollen, klagen gegen die Stadt Beelitz.

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Die geplanten Windräder sollen eine Nabenhöhe von 137 Metern und eine Gesamthöhe von 200 Metern haben.

Quelle: Archiv

Beelitz. Das Ringen um die geplanten Windräder in einem Wald zwischen den Beelitzer Ortsteilen Fichtenwalde und Reesdorf geht in eine entscheidende Runde. Die Firma Forst Reesdorf Projekt GbR hat jetzt einen Bauantrag für sieben Windräder mit einer Maximalhöhe von 200 Metern gestellt. Das Landesumweltamt setzte inzwischen das entsprechende Genehmigungsverfahren nach Bundes-Immissionsschutzgesetz in Gang. Die Planungsunterlagen liegen bis zum 5. Juni öffentlich aus, Bürger können bis 19. Juni ihre Einwendungen einbringen. Die Inbetriebnahme der Anlagen ist im September 2016 geplant. Im gleichen Waldgebiet hat bereits die Firma Juwi zwölf Windräder beantragt.

Der Konflikt beschäftigt nun auch die Gerichte. Nach MAZ-Informationen klagen die beiden Windradfirmen gegen die Stadt Beelitz. In einem Normenkontrollverfahren greifen sie den Bebauungsplan und die zweijährige Veränderungssperre an, die von der Stadt Ende 2014 in Kraft gesetzt wurde, nachdem die Stadtverordneten den B-Plan für das Gebiet auf den Weg gebracht hatten.

Mit dem Bebauungsplan will Beelitz Einfluss auf das Geschehen gewinnen, um nicht allein den Regionalplanern und Windradfirmen das Feld zu überlassen. Wie berichtet, weist der Regionalplan das Waldareal als Windeignungsgebiet aus. Etwa 50 Anlagen könnten theoretisch dort platziert werden. „Wir als Stadt versuchen, mit dem B-Plan die Anzahl und die Höhe der Windräder auf ein verträgliches Maß zu begrenzen“, sagte Bürgermeister Bernhard Knuth der MAZ.

Mit Verweis auf das laufende Verfahren wollten sich weder er noch der Sprecher der Fichtenwalder Windradgegner, Winfried Ludwig, weitergehend zum Rechtsstreit äußern. Nur so viel: „Unsere Anwälte sind gerade dabei, die Klageschrift zu erwidern und die Gegenargumente vorzubringen“, sagte Knuth.

Die beiden Firmen klagen gegen den B-Plan und die Veränderungssperre, weil sie Beides als sogenannte Verhinderungsplanung ansehen. Allerdings ist es allgemein üblich, beim Start eines Bebauungsplanverfahrens eine solche Veränderungssperre auszusprechen. Damit will die Stadt verhindern, dass schon vor dem Inkrafttreten des B-Plans auf dem Areal vollendete Tatsachen geschaffen werden.

Die Bürgerinitiative Waldkleeblatt, in der vier lokale Initiativen vereint sind, ruft derweil die Bürger dazu auf, sich aktiv im Verfahren zu den jetzt beantragten Windrädern zu beteiligen und ihre Einwendungen einzubringen. „Während die Firma juwi in ihrer Planung derzeit noch Abstände von etwa 1500 bis 2000 Meter zur ersten Wohnbebauung einhält, rückt die Forst Reesdorf GbR mit ihren Windkraftanlagen unmittelbar bis auf 1000 Meter an die ersten Wohnhäuser von Fichtenwalde und Borkwalde heran“, sagte Ludwig, der konstatierte: „Mit dem Antrag werden alle unseren bisherigen Einwendungen gegen Windräder in Wäldern bedenkenlos ignoriert.“ Er kritisierte auch, dass die Regionalplanung die Windeignungsgebiete bei Bliesendorf und bei Fichtenwalde mitten in ein riesiges, zusammenhängendes Waldgebiet platziert. „Dieser Wald ist ein großer Sauerstoffproduzent für die ganze Region bis nach Potsdam“, so Ludwig, der es für ökologischen Unsinn hält, im Namen des Klimaschutzes Windräder im Wald aufzustellen und damit Hand am wichtigsten Kohlendioxid-Speicher anzulegen.

Pro Windrad werden laut Ludwig etwa 10 000 Quadratmeter Fläche benötigt. Das bedeute, es müssten ungefähr 450 Bäume pro Windrad weichen, sagte er.

Von Jens Steglich

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