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Potsdam-Mittelmark Windräder im Wald nur letzter Weg
Lokales Potsdam-Mittelmark Windräder im Wald nur letzter Weg
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19:55 21.07.2017
Windräder im Wald sollten der allerletzte Weg sein, sagt der SPD-Landtagsabgeordnete Ralf Holzschuher. Quelle: Fotolia
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Beelitz

Windräder im Wald zwischen Fichtenwalde und Kloster Lehnin hält der energiepolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Ralf Holzschuher, für ungeeignet. Damit äußerte sich überraschend ein führender Landespolitiker einer Regierungspartei am Donnerstag in Beelitz auf einem Wahlkampfforum kritisch zu den umstrittenen Standorten. Auf dem Forum mit Direktkandidaten des Wahlkreises 60 zur Bundestagswahl vertrat Holzschuher den erkrankten Erardo Rautenberg. Zur Diskussion über erneuerbare Energien hatte die Umweltvereinigung „Waldkleeblatt – Natürlich Zauche“ zudem Brandenburgs Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (CDU), Anke Domscheit-Berg (Linke), Erik Vohn (FDP), Till Heyer-Stuffer (Grüne) und Klaus Riedelsdorf (AfD) ins Tiedemann-Haus eingeladen.

Die regionale Planungsgemeinschaft Havelland-Fläming habe aber die Windeignungsgebiete festgelegt, so Holzschuher. Windkraftanlagen im Wald sollten jedoch der allerletzte Weg sein, erklärte er. Vielleicht müsse man noch einmal über die genannte Region reden, überlegte der SPD-Politiker laut.

Ansonsten verteidigte Holzschuher den Ausbau von Windkraftanlagen als unabdingbar für die unausweichliche Energiewende im Zuge des Klimawandels, auch wenn er derzeit keine Technologien sieht, die Klimaziele wie geplant bis 2050 zu erreichen. Größtes Problem sind wohl die fehlenden Speicherkapazitäten für die Windenergie, hieß es immer wieder in der Veranstaltung.

Auch Domscheit-Berg hält am Ausbau fest. Die Abschaltung von Kohle- und Atomkraftwerken sei ohne alternative Energiequellen nicht möglich, warnte die Linken-Politikerin. Dietlind Tiemann und Erik Vohn dagegen halten die Energiegewinnung mit Windparks in der Region für aussichtslos und geben eher der Geothermie eine Chance. Man müsse die Möglichkeiten nutzen, die die Region wirklich bietet, statt Wunschvorstellungen aufzubauen, fordert Tiemann.

Warum Wälder zerstört werden, wenn Speicherkapazitäten fehlen und Windräder nicht genutzt werden können, konnten die Kandidaten dem Beelitzer Heinrich Dankert in der Diskussion nicht glaubhaft beantworten. Heyer-Stuffer von den Bündnisgrünen setzt jedoch große Erwartungen in die Wissenschaft, entsprechende Speicheranlagen zu schaffen. Auf ein Moratorium des Ausbaus bis zu diesem Zeitpunkt, das Fichtenwaldes Ortsbürgermeister Tilo Köhn (GfB) vorschlug, wollten sich die Bundestagskandidaten nicht einlassen. „Wir müssen die Kirche im Dorf lassen“, so Heyer-Stuffer. Ein Windrad verhindere das 1000-fache an Kohlendioxid, das ein Baum aufnehmen könne. Darum sei eine Windkraftanlage im Wald akzeptabel. Diese Feststellung kommentierte AfD-Mann Riedelsdorf mit den Worten: „Vor zwanzig Jahren hätten sich die Grünen an jeden Baum angekettet.“

Kritisiert wurde auch das Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG). Während FDP und AfD es klar ablehnen, sind SPD, Grüne und Linke für eine Überarbeitung, des Gesetzes, das in ihren Augen unsozial ist. Ähnlich unterschiedlich sind die Auffassungen zur Aufhebung der Privilegierung von Windkraftvorhaben im Baugesetzbuch.

Regional sechs Windparks mit 250 Windrädern

In der Region zwischen Fichtenwalde und Kloster Lehnin sollen sechs Windparks mit bis zu 250 Windrädern mit einer Höhe von 200 Metern entstehen.

Für den Ausbau des Windenergienetzes will Brandenburg nach Aussage der Linken-Politikerin Anke Domscheit-Berg rund 200 Millionen Euro ausgeben. Vier Millionen Euro davon sollen für Speicherkapazitäten bereitstehen.

In Werder hatte die Umweltvereinigung „Waldkleeblatt“ zuvor ein gleiches Wahlforum mit den Direktkandidaten des Wahlkreises 61 veranstaltet.

Dem „Waldkleeblatt – Natürlich Zauche“ gehören Fichtenwalde, Borkheide/Borkwalde Bliesendorf und Kloster Lehnin an.

Von Heinz Helwig

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