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Windräder tabu, weil Rotmilan Gefahr droht

Protest in Ferch und Werder Windräder tabu, weil Rotmilan Gefahr droht

Die Stadt Werder will den Bau von neun 140 Meter hohen Windrädern im Bliesendorfer Wald nicht zulassen und verwehrt ihr Einverständnis. Weil aus Sicht der Kommune die Landschaft, der Erholungsort und die Tierwelt gravierend beeinträchtigt werden, hält sie eine Genehmigung des Windparks für nicht möglich.

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Der Rotmilan gehört zu den geschützten Arten in Deutschland.

Quelle: Liebe

Werder. Neun Windräder, 141 Meter hoch und mit einem Rotordurchmesser von 117 Metern, will die Prokon GmbH entlang der A10 im Bliesendorfer Wald und in der Gemarkung Ferch errichten. Doch dem Antrag des Unternehmens hat die Stadt Werder jetzt nach einem Beschluss des Hauptausschusses am Donnerstag ihr Einvernehmen versagt.

Damit unterstützt die Stadt Werder die Bürgerinitiative Bliesendorf, die sich seit vielen Monaten mit Unterschriftensammlungen und Protestaktionen gegen den geplanten Windpark im Erholungsort und in der Kulturlandschaft wehrt.

Die Absage der Stadt fließt in das Verfahren ein, in dem das Landesumweltamt betroffene Kommunen anhört, die das Projekt ablehnen oder befürworten können. „Die überdimensionalen Anlagen zerstören die typische Landschaftsbild, gleiches gilt für die Kulturlandschaft. Darüber hinaus wird der Tourismus stark beeinträchtigt“, sagt Werders Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU). „Die Genehmigung von Windenergieanlagen verbietet sich ausdrücklich aus Gründen des Landschaftsschutzes in diesem Bereich.“

Ablehnung: Die Natur muss geschützt werden

In der Begründung zur ablehnenden Haltung der Stadt verweist der Hauptausschuss am Donnerstag auf den schützenswerten Wald und die einzigartigen Dünen im Umfeld der geplanten Windräder. Darüber hinaus haben aktuelle Beobachtungen von Naturschutzhelfern ergeben, das im Plangebiet seltene Vogelarten leben und brüten.

Als lebensbedrohlich bewerten Naturschützer die Aussichten für den Rot- und den Schwarzmilan, die gegenwärtig im Plangebiet leben, es überfliegen und dort für den Nachwuchs der bedrohten Art sorgen.

„Der geplante Windpark ist mit dem gebotenen Schutz des Rotmilans nicht zu vereinbaren“, heißt es in der Begründung der Stadt zur Ablehnung der Windräder. Dies gelte für alle dort festgestellten geschützten Vogelarten. Laut deutschlandweiter Statistik sind vor allem Groß- und Greifvögel wie Mäusebussard, Rot- und Schwarzmilan durch Tod an Windrädern gefährdet. Der Rotmilan ist nach einer Untersuchung des Landes Brandenburg die Vogelart mit den meisten Verlusten durch Windräder.

Fledermäuse leben im beabsichtigten Windpark

Doch nicht nur der Milan lebt im beabsichtigten Windpark, sondern auch die Fledermaus. So hat Naturschutzhelfer Karsten Bathe 53 Tiere des Großen Abendseglers festgestellt. Nach dem Windkrafterlass Brandenburg muss bei den Fledermäusen ein Abstand von 1000 Metern zum Quartier gewährleistet sein, heißt es in der Erläuterung einer Kanzlei für öffentliches Baurecht. Auch müssten zu den Flugkorridoren Abstände von 200 Meter eingehalten werden. Werden die Abstände eingehalten, kann laut Kanzlei der Windpark nicht genehmigt werden.

Für die Stadt und die Bürgerinitiative besteht kein Zweifel, für den Windpark ist die Bliesendorfer Heide kein geeigneter Standort. Hinzu komme, dass einige Windräder im vorgesehenen Wasserschutzgebiet Ferch-Mittelbusch stehen würden.

„Die Entwertung der Landschaft insgesamt durch die Windräder führt auch dazu, dass der Tourismus leidet und Einkommensmöglichkeiten für Einheimische schwinden“, beklagt Stadtoberhaupt Saß.

Für die BI Bliesendorf und Ortsvorsteherin Eveline Kroll sind auch die Belastungen für die Anwohner „unzumutbar“. Darum wird die Bürgerinitiative nicht müde, gegen den Park Sturm zu laufen. Die nächsten Aktionen sind zu Beginn des nächsten Jahres geplant, sagt Kroll am Rande der Hauptausschusssitzung.

Von Regine Greiner

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