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Winterschulungen für wissbegierige Landwirte

Nachgefragt beim Kreisbauernverband Winterschulungen für wissbegierige Landwirte

Pflanzenschutz, Agrarpolitik und Fördermöglichkeiten für Landwirte – das Themenspektrum bei den Winterschulungen des Kreisbauernverbandes Potsdam-Mittelmark ist breit gefächert. Im Interview mit der MAZ spricht Geschäftsführerin Silvia Wernitz darüber, wie die Schulungen bei den Landwirten ankommen und welche Themen im Februar auf dem Programm stehen.

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Silvia Wernitz

Quelle: Andreas Koska

Bad Belzig. Während die Feldarbeit ruht, haben Landwirte die Möglichkeit, sich bei Winterschulungen fortzubilden. Über das Angebot und die Resonanz gibt Silvia Wernitz, Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes Potsdam-Mittelmark, Auskunft.

MAZ: Frau Wernitz, wie oft finden die Winterschulungen statt und wie werden sie von den Landwirten angenommen?

Silvia Wernitz: Wir bieten in diesem Jahr vier Veranstaltungsmodule an. Los ging’s am 14. Januar mit dem Sachkundenachweis für Pflanzenschutz. Die Nachfrage war so groß, dass wir die 60 Teilnehmer auf zwei Vorträge aufteilen mussten – einen am Vormittag und einen am Nachmittag. Diesen Sachkundenachweis müssen die Landwirte alle drei Jahre mit aktuellem Wissen auffrischen.

Welche Themen finden besonderes Interesse?

Wernitz: Besonders nachgefragt sind immer die aktuellen Informationen aus dem Fachdienst Landwirtschaft des Landratsamtes Bad Belzig. Birgit Rettig hatte am 27. Januar beispielsweise Erklärungen zum geobasierten Antragsverfahren, zum Referenzflächenabgleich und zur Feldblockpflege im Gepäck.

Sind die Landwirte verpflichtet, an solchen Schulungen teilzunehmen?

Wernitz: Nein, die Teilnahme ist freiwillig. Die Landwirte nehmen das Angebot aus Eigeninteresse wahr. Und auch Mitarbeiter aus den Unternehmen nutzen die Informationen für ihre tägliche Arbeit.

Können an den Schulungen nur Mitglieder des Kreisbauernverbandes teilnehmen oder auch andere Interessenten?

Wernitz: Die Winterschulungen stehen allen Landwirten und Gärtnern des Landkreises und darüber hinaus offen. Wir freuen uns immer, wenn die ausgewählten Themen ankommen und die Teilnahme dementsprechend gut ist.

Wurden im ersten Block der Pflanzenschutz und die neue Agrarpolitik behandelt, lag der Fokus anschließend auf den Themen Fördermöglichkeiten und Abfederung von Verlusten. Muss man sich tatsächlich jedes Jahr auf neue Richtlinien einstellen?

Wernitz: Generell gelten die Richtlinien für einen längeren, festgelegten Zeitraum. Beispielsweise für die einzelbetriebliche Förderung waren sie für die gesamte Agrarförderperiode bis 2020 aufgelegt. Es kommt aber hin und wieder - gerade in dieser Förderperiode - vor, dass nachgebessert wird.

Bei welchen Themen ist das der Fall?

Wernitz: Ab 2017 werden bei Stallbauten statt der Basisförderung nur noch Anträge der Premiumförderung bearbeitet. Hierbei kommen erhebliche Auflagen bezüglich des Tierkomforts hinzu, was natürlich auch die Kosten um ein vielfaches nach oben treibt. Aus meiner Sicht ein falsches Signal.

Warum?

Wernitz: Weil Betriebe, die im Rahmen der Basisförderung mehr für das Tierwohl leisten wollten, nun auf der Strecke bleiben. Ich befürchte, dass die ausschließliche Förderung nach Höchstkriterien nicht für jeden Betrieb und jede Investition umsetzbar ist und damit weniger Betriebe die Förderung in Anspruch nehmen können.

Was werden die Themen bei den Winterschulungen im Februar sein?

Wernitz: Am 11. Februar stehen die Gewässerunterhaltung als gesetzliche Aufgabe der Wasser- und Bodenverbände, die Rechte der Gewässer-Eigentümer und die Knackpunkte bei der Umsetzung des Gewässerentwicklungskonzepts zur Diskussion. Am 25. Februar geht es beim Thema Agrarrecht um das Pacht- und Vertragsrecht. Erfahrungsgemäß rechnen wir auch hier mit einer guten Beteiligung.

Suchen sie die Themen aus oder kommen Vorschläge aus dem Mitgliederkreis?

Wernitz: In der Regel stelle ich in Abstimmung mit dem Vorstand das Programm zusammen. Anregungen unserer Mitglieder würde ich mir herzlich gern wünschen. Schließlich soll sich das Angebot an den Bedürfnissen der Landwirte orientieren.

Von Andreas Koska

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