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Potsdam-Mittelmark „Wir empfanden das als Raubrittertum“
Lokales Potsdam-Mittelmark „Wir empfanden das als Raubrittertum“
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02:16 09.10.2015
Bernd Jähn Quelle: Andreas Koska
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Borkwalde

Vor 15 Jahren ist die Bürgervereinigung „Notgemeinschaft“ gegründet worden. Sie sitzt mit einer eigenen Fraktion in der Gemeindevertretung Borkwalde. Über die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gab der Vorsitzende, Bernd Jähn, jetzt Auskunft.

MAZ:Wie kam es damals zur Gründung der Notgemeinschaft?

Bernd Jähn: Anlass war die Politik des damaligen Bürgermeisters Marco Wilde (Wir in Borkwalde) und seiner Anhänger, die in der Kommune allein regierten. Im Zuge des Kindergartenneubaus sollten mehrere Straßen gegen den Willen der Anwohner neu gebaut sowie mit Trink- und Abwasserleitungen voll erschlossen werden. Die Anwohner sträubten sich dagegen, weil sie, üblicherweise, den Löwenanteil der Kosten hätten tragen müssen.

Wie kam es zu dem ungewöhnlichen Namen?

Jähn: Wir empfanden diese Art der Politik als modernes Raubrittertum und gründeten die „Notgemeinschaft gegen Raubrittertum“. Solch klare Worte fanden besonders bei denen, die von dem Problem nicht betroffen waren, wenig Verständnis. Deshalb nannten wir uns wenig später „Borkwalder Notgemeinschaft gegen Zwangserschließungen“. Im Laufe der Jahre kam es zu der Verknappung „Notgemeinschaft“.

Haben Sie die anfangs gesteckten Ziele erreichen können?

Jähn:Im Prinzip ja. Anfangs haben wir uns gegen Zwangserschließungen und unangemessene Belastungen der Bürger engagiert. Das tun wir auch heute noch. Inzwischen sind aber unsere Ziele weiter gesteckt. Wir bringen uns in allen Ausschüssen auf den unterschiedlichsten Gebieten ein, machen Vorschläge zur Lösung von Problemen und haben mit den „Brandenburger Vereinigten Bürgerbewegungen“ (BVB) einen starken Partner an unserer Seite, wenn es um überregionale Probleme geht.

Welche Aufgaben sind heute vorrangig?

Jähn:Da wir den Vorsitz im Bauausschuss haben, natürlich vorrangig die Reparatur und Instandsetzung unserer Straßen. Hier geht es uns vor allem darum, das zu tun, was notwendig ist und nicht das, was die Bürger an den Rand ihrer Existenz bringt. Wir brauchen keine Autobahn im Wald, wir brauchen vernünftige, dem Ort und den Bewohnern jeweils Rechnung tragende Lösungen.

Wie sollte es da also weitergehen?

Jähn:Das ist abhängig vom Straßenentwicklungs- und Beleuchtungskonzept. Der Auftrag zur Erarbeitung wurde inzwischen vergeben. Mittlerweile haben wir uns davon überzeugt, dass die Technologie des sogenannte Tränk-Macadam-Verfahrens eine preisgünstige und gangbare Lösung ist, die zum Charakter unserer Sandstraßen passt. Mal sehen, was da machbar ist.

Gibt es weitere Ziele?

Jähn:Dazu gehört der zügige Garagenaufbau. Lange genug hat es gedauert. Die Gemeindearbeiter brauchen eine Unterkunft. Ferner sollte das Radwegenetz attraktiver werden. Selbstverständlich wollen wir bei Ortsentwicklung und -vermarktung mitwirken.

Und in der Zukunft?

Jähn:Der Bau eines Gemeindezentrums ist fällig. Wobei wir eine sparsame Variante bevorzugen. Denn es gibt noch viele andere Aufgaben, die deshalb aber nicht vernachlässigt werden dürfen.

Von Andreas Koska

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