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Silicon Valley war gestern

Wirtschaftsminister besucht IT-Unternehmen Silicon Valley war gestern

Brandenburgs Wirtschafts- und Energieminister Albrecht Gerber besuchte am Montag zwei IT-Unternehmen und einen Medizintechnikhersteller in Teltow beziehungsweise in Kleinmachnow. Die Firmen entwickeln passgerechte Netzwerksysteme und -strukturen für fast alle Wirtschaftsbranchen und betreuen ihre Produkte auch.

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Am Blickmessgerät der OD-OS GmbH in Teltow erläutert Patrick Kroth (l.) Brandenburgs Wirtschafts- und Energieminister Albrecht Gerber (3. v. l.) das neue Verfahren.
 

Quelle: Christel Köster

Region Teltow.  Silicon Valley war gestern. „Wir sind besser“, sagte Netfox-Vorstandsvorsitzender Ulrich Otto selbstbewusst, als er am Montagmorgen Brandenburgs Minister für Wirtschaft und Energie sein Unternehmen vorstellte. Albrecht Gerber (SPD) begann seine Arbeitswoche mit einem „High-Tech-Tag“, wie er es selbst nannte, und hatte sich dazu zwei IT-Firmen und einen Medizintechnikhersteller aus Teltow beziehungsweise aus Kleinmachnow ausgesucht.

Die Netfox AG im Kleinmachnower Europarc Dreilinden berät andere Unternehmen, Institute und Einrichtungen zu IT-Systemen, richtet diese ein oder betreibt sie auf Wunsch ihrer Kunden auch. Die „Netzwerkfüchse“ sorgen dafür, dass Server, Notebooks, Tablets oder Smartphones fehlerlos funktionieren und stets mit der aktuellen Software ausgerüstet sind. Das schließt den Datenschutz und die Abwehr von Angriffen ein. „Wir können sehen, wenn Server angegriffen werden, und den Weg des Angriffs zurückverfolgen“, erläuterte Vorstandsmitglied Ortwin Wohlrab. Ein bis zweimal im Jahr besucht die gesamte Belegschaft einen Kunden, um zu sehen, wie es bei ihm läuft oder welche Unterstützung er braucht. „Wir denken mit, was der Kunde mit der Informationstechnik machen will“, verrät Wohlrab eines der Erfolgsgeheimnisse des Unternehmens, das in sein 27. Firmenjahr geht.

Nicht als „verlängerter Arm von IT-Herstellern“ sieht sich auch die Dimension Data Germany AG & Co KG in Teltow an. Das weltweit operierende Unternehmen mit knapp 400 Mitarbeitern in Teltow passt für seine Kunden Systeme unterschiedlicher Hersteller aneinander an, baut ganze IT-Strukturen auf und übernimmt auch den kompletten Service für diese Strukturen. In einem eigenen Labor testen Mitarbeiter Software vor ihrer Einführung oder können mit Modellen Fehler nachstellen, die sich aus der Ferne nicht beheben lassen. „Viele liefern zu, am Ende muss aber alles funktionieren“, beschrieb Geschäftsführer Jürgen Schmidt die Verantwortungs seines Unternehmens.

Das trifft auch besonders für die Blickmesssysteme der OD-OS GmbH in Teltow zu, mit denen die Behandlung der Augennetzhaut durch ein navigiertes Lasersystem verbessert werden kann. Im Gegensatz zu bisherigen Lasersystemen, die die Augenbewegung nicht messen können, kann der Augenarzt jetzt die Diagnose punktgenau vornehmen. Außerdem lässt sich die Behandlung jetzt auch dokumentieren und kann für den Erfahrungsaustausch unter Augenärzten oder für Forschungseinrichtungen zur Verfügung gestellt werden.

Wirtschafts- und Energieminister Gerber zeigte sich vom „unheimlichen Fortschritt“ in der Teltower Region sichtlich beeindruckt. „Der High-Tech-Bereich ist super aufgestellt. Wir haben in Teltow einen wirklichen guten Wirtschaftsstandort“, zog Gerber nach seiner Rundreise Bilanz. Der Minister traf sich am Nachmittag noch mit Unternehmern aus verschiedenen Branchen im Technlogiezentrum Teltow, in dem auch die IT-Firmen ihre ersten Gehversuche unternommen hatten. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen unter anderem das Projekt „Industrie 4.0“, einer Plattform zur Weiterentwicklung der Kommunikation zwischen Maschinen, sowie die teils aufwendige Bürokratie bei der Beantragung von Fördermitteln. Es sei schwierig, es der Mehrheit der ehrlichen Antragsteller einfach zu machen, sagte Gerber. Doch es gäbe immer wieder das berühmte eine Prozent „schwarze Schafe“, das in der Öffentlichkeit dann oft Empörung über die Vergabe von Steuergeldern erzeugen würde.

Teltow ist ein gut aufgestellter IT-Wirtschaftsstandort

Die Netfox AG im Europarc Dreilinden beschäftigt derzeit 45 Mitarbeiter und vier Auszubildende. Die Firma wurde jetzt als einziger IT-Dienstleister in Berlin und Brandenburg mit dem „Wachstums-Champion 2016“ der Zeitschrift „Focus“ ausgezeichnet. Neben kompletten IT-Systemen für Unternehmen rüstet die Netfox AG seit 2004 Straßentunnel mit Alarmsystemen aus. Zu den Kunden zählen auch ein Hersteller von Stromwandlern für Straßenbahnen sowie das Ernst-von-Bergmann-Klinikum in Potsdam. Die Mitarbeiter des Unternehmens sind persönlich zertifiziert worden. Zur Nachwuchsgewinnung arbeitet Netfox mit der Fachhochschule Brandenburg und der Uni Potsdam zusammen.

Von Heinz Helwig

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