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Potsdam-Mittelmark Wo das Handwerk viel erzählen kann
Lokales Potsdam-Mittelmark Wo das Handwerk viel erzählen kann
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07:10 22.03.2018
Das da ist der Storchenturm: Silvia Zimmermann kann Besuchern des Heimatmuseums an dem Modell sehr gut die Stadt erklären. Quelle: Tobias Wagner
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Brandenburg/H

Der Weg führt direkt zur Burg. Doch wer zum Heimatmuseum Ziesars will, geht nicht durch das Tor hindurch, sondern biegt davor nach rechts ab. Auf dem alten Wirtschaftshof der Burganlage werden die Zeugnisse der historischen Entwicklung des Ortes ausgestellt.

Der Besucher lernt hier anhand liebevoll zusammengetragener Stücke nicht nur die Handwerksgeschichte Ziesars kennen, sondern kann hautnah jahrhundertealte Lebensgewohnheiten erleben.

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Heimatmuseum Ziesar Museum Ausstellung Burgmuseum Silvia Zimmermann

Neben Gewerken wie dem Schuster, Sattler, Korbmacher und Friseur zeigt das Museum unter anderem Stücke von dem Gewerbe, das in Ziesar von 1647 an über drei Jahrhunderte durch Töpfereien und Tonwarenproduktion geprägt war.

Charakteristische Gebrauchsgegenstände wie Tassen, Kannen und Schüsseln zeugen von den handwerklichen Fähigkeiten der Töpfer. Auch heute noch sind Tonwaren aus Ziesar an ihren markanten Tüllen und der Innenglasur erkennbar.

Schlüssel, Schlösser und Kunstschmiedearbeiten der Schlosserei Lindner, die in Ziesar über 100 Jahre tätig war, zeigen, wie mit simplen Gerätschaften filigrane Stücke hergestellt wurden. Besonders eindrucksvoll ist vor allem der eiserne Adler, der bis Ende der 1930-er Jahre das Hotel „Schwarzer Adler“ in Ziesar schmückte.

Öffnungszeiten und Aktionen

Das Heimatmuseum Ziesar befindet sich auf dem Wirtschaftshof der Burg: Mühlentor 16, 14793 Ziesar.

Die ehrenamtlich geführte Ausstellung ist am ersten Sonntag des Monats geöffnet und dann in der Zeit von 13 bis 17 Uhr – außerdem am Pfingstmontag von 13 von 18 Uhr.

Bei der überregionalen Aktion „Feuer und Flamme für unsere Museen“ beteiligt sich das Ziesaraner Heimatmuseum. Es ist am Sonnabend, 27. Oktober von 13 bis 20 Uhr geöffnet.

Eine Weihnachtsgeschichte mit dem Schauspieler Frank Grünert aus Bad Belzig kann man am Sonnabend, 15. Dezember, im Museum erleben. Dafür ist eine Anmeldung nötig.

Eintritt: Erwachsene 1 Euro, Kinder bis 14 Jahre kostenlos.

Das Museum ist barrierefrei.

Gruppenführungen sind jederzeit willkommen. Anmeldung bei der Tourist-Information unter 033830/12735 oder Email an info@burg-ziesar.de

Mehr Infos unter www.burg-ziesar.de

Das gesellschaftliche Leben im Ort wurde maßgeblich von Vereinen bestimmt. Das Wirken der Schützengilde, die zwischen 1578 und 1945 existierte, wird ebenso dokumentiert wie das der Feuerwehr seit 1880. Der Kegel-Club und der Männer-Gesangsverein von 1887 waren ebenfalls Möglichkeiten, soziale Kontakte zu knüpfen und zu vertiefen.

Anhand von Lehrmaterialien und Zeugnissen ist außerdem die Entwicklung des Schulwesens nachvollziehbar. Besonders interessant: nicht nur Schüler wurden benotet. Der „Schul-Catalogus“ von 1775 bewertete zudem die Schule in Ziesar. Ein Inspektor kontrollierte auch den Fleiß und das äußere Erscheinungsbild der Schüler.

Wie es allerdings um 1900 in den eigenen vier Wänden aussah, zeigt eine bemerkenswerte Installation, die von Mitgliedern des Kultur- und Heimatvereins errichtet wurde. Sie bauten 2005 ein Handwerkerhaus im Museum nach – inklusive Einrichtung.

Der Alltag der Bewohner, in diesem Fall ein fiktiver Sattler und eine Weißnäherin, spielte sich hier auf engstem Rau ab. Denn die gewerblichen Arbeiten wurden im Wohnhaus verrichtet. Während der Sattler in der Küche saß und Pferdegeschirre, Sättel und Treibriemen für die Landwirtschaft nähte, empfing seine Frau Kundinnen zum Maßnehmen und zur Anprobe in der Stube. Eventuell auch im Schlafraum- je nachdem wo die Nähmaschine ihren Platz fand.

„So viele Unterschiede zu heute gab es gar nicht“, versichert Silvia Zimmermann (58), Vorsitzende des Kultur- und Heimatvereins. „Bis auf die fehlenden modernen technischen Gerätschaften“. Das falle vor allem den jungen Gästen auf. Besucher mit Kindern sind im Museum gerne gesehen. Sie können sich ein bestimmtes Thema aussuchen,über das gesondert gesprochen wird. Damit möchte man eine Standardführung vermeiden.

In der Ausstellung sind einige Werke des Malers Otto Altenkirch (1875-1975) zu sehen. Der Professor aus Ziesar schuf viele reizvolle Landschaftsbilder der Stadt und Umgebung. „Unser Ziel ist es, Altenkirch bekannter zu machen“, sagt Zimmermann. „Neuere Generationen kennen ihn leider gar nicht“. Mit der Stadt sammelt sie momentan Spenden für die Restaurierung der Bilder.

Ebenfalls fast vergessen ist die Tatsache, dass in Ziesar über 30 Jahre lang Kindersachen genäht wurden. Die Sonderausstellung zum VEB Brandenburger Kinderbekleidung, kurz Braki, verdeutlicht den Arbeitsalltag im Betrieb. In der DDR gehörte das Unternehmen zu den größten Arbeitgebern für Frauen in der Stadt Brandenburg.

Im Betriebsteil Ziesar waren bis zu 100 Mitarbeiterinnen beschäftigt worden. Eine Nähmaschine ist noch voll funktionstüchtig. „Hier saß vor kurzem eine ehemalige Mitarbeiterin des Betriebs“, sagt Zimmermann. „Sie hat ihr Nähpensum von damals nicht mehr geschafft und ist ganz schön ins Schwitzen gekommen“.

Der Heimatverein plane die nächste Sonderausstellung. Das Thema ist der „Konsum“. Gezeigt werden sollen die ehemaligen Standorte und Arbeitsbedingungen in den Geschäften.

„Es ist wichtig, weiterhin neue Impulse zu setzen“, betont Vereinschefin Silvia Zimmermann. „Damit unser Museum auch in Zukunft interessant bleibt“.

Von Tobias Wagner

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