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Wo das schnelle Internet eine Schnecke ist

Wilhelmshorst (Potsdam-Mittelmark) Wo das schnelle Internet eine Schnecke ist

In Wilhelmshorst ist das schnelle Internet bisweilen eine Schnecke. Wolfgang Hundschok und Joachim Dyllick warten immer noch darauf. Hundschok hatte die Auftragsbestätigung schon im Oktober 2016 im Briefkasten: „Herzlichen Glückwunsch! Sie sind nur noch einen Schritt von Ihrem Highspeed-Internet entfernt“, steht vorn auf der Mappe.

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„Herzlichen Glückwunsch...“: Wolfgang Hundschok (l.) und Joachim Dyllick tragen ihren Ärger mit Galgenhumor.

Quelle: Jens Steglich

Wilhelmshorst. Wolfgang Hundschok hatte die Auftragsbestätigung im Oktober 2016 im Briefkasten. „Herzlichen Glückwunsch! Sie sind nur noch einen Schritt von Ihrem Highspeed-Internet entfernt“, stand da auf der Mappe. Was nicht drauf stand: Wie lang so ein Schritt zum schnellen Internet dauern kann. Hundschok spricht inzwischen von einem Jahrhundertschritt. Der Wilhelmshorster wartet heute noch darauf, dass das Highspeed-Internet um die Kurve kommt und auch bei ihm im Hubertusweg Einzug hält.

Kontrollleuchte blinkt und blinkt

Dabei war nach der Kündigungsprozedur beim alten Anbieter mit dem neuen Partner DNS-Net schon ein Umschalttermin gefunden. Am 12. Juni 2017 sollte der Tag sein, an dem die Schaltung erfolgt und die Informationen aus der Online-Welt mit bis zu 100 Megabyte pro Sekunde durchs Telefonkabel rasen. Router und Fritzbox kamen per Post, der Techniker war am 12. Juni, halb Zehn, auch pünktlich. Er schloss alles an und sagte: „Wenn die Kontrollleuchte nicht mehr blinkt, dann soll ich ihn anrufen. Dann hat die Telekom umgeschaltet und er kommt wieder und erledigt den Rest“, erzählt Hundschok. Die Kontrolllampe aber hörte nicht auf zu blinken. 14 Uhr ruft er den Techniker an und fragt: „Muss ich unruhig werden?“

Der Mann mit der Werkzeugkiste rückte anderthalb Stunden später wieder an und sagte: „Es wird heute nichts mehr.“ Morgen und übermorgen oder in acht Wochen auch nicht, könnte Hundschok jetzt, im August, hinzufügen. Wenn er nicht mit der Telekom vereinbart hätte, dass die Umschaltung nur unterbrechungsfrei zu erfolgen hat, stünde er ohne Anbieter da und die Kontrolllampe würde immer noch blinken.

Verwirrende Korrespondenzen

Ähnlich erging es Joachim Dyllick, der die Werbung beim Wort nahm und vom lahmen Internet auf die Highspeed-Variante von DNS-Net umsteigen wollte. Im März 2017 sagte man ihm dort noch, es sei kein Problem und würde maximal vier Wochen dauern. Dyllick kündigte im April bei der Telekom, die in Wilhelmshorst – einem Ausbau-Gebiet der DNS-Net – übers Telefonkabel nur Internetgeschwindigkeiten von 384 Kilobyte je Sekunde anzubieten hat. Es folgten verwirrende Korrespondenzen mit dem neuen Partner, weil sich beim schnellen Internet nichts bewegte. Dyllick würde sogar sagen: Die haben den Rückwärtsgang eingelegt. Aus vier Wochen bis zum High-Speed-Surfen wurde der 29.  September.

Neuer Termin: „spätestens Ende 2017“

DNS-Net teilte auf Anfrage mit, dass am Standort ein Schaltverteiler in Zusammenarbeit mit der Telekom umgerüstet wird: „Die Prozesse sehen hier jedoch vor, dass keine Kunden im Umrüstvorgang geschaltet werden dürfen und es ist ein langwieriges Prozedere, das wir nicht beeinflussen können.“ Dyllick, der gern aus der Frühjahrsaktion der Firma zitiert („So surft man heute, jetzt wechseln“), hat einen neuen Termin bekommen. „Wir freuen uns, Sie spätestens Ende 2017 begrüßen zu können...“ Er antwortete mit Galgenhumor: „Na dann, fröhliche Weihnachten!“ Wahrscheinlich geht der BER-Flughafen früher ans Netz als hier das schnelle Internet, so Dyllick.

Von Jens Steglich

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