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Wo der Himmelsfalter schlüpft

Potsdamer Schulreporter im Schmetterlingshaus der Biosphäre Wo der Himmelsfalter schlüpft

Die Klasse 3d der Potsdamer Karl-Foerster-Grundschule beteiligt sich am MAZ-Medienprojekt „Schulreporter“ und war auf Expedition im Schmetterlingshaus der Biosphäre unterwegs. Dort haben sie viel gesehen, gelernt und hatten Glück, dabei zu sein, als ein Falter schlüpfte.

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Ein Monarchfalter: Die Schüler machen große Augen im Schmetterlingshaus der Biosphäre Potsdam.

Quelle: Christel Köster

Potsdam. Das hat ja prima geklappt! Als die erste Schulreporter-Gruppe der Klasse 3d der Karl-Foerster-Grundschule am 23. November ihre Expeditionstour ins Schmetterlingshaus absolviert, war ihr das Glück hold: „Boah, da schlüpft grad einer!“, rufen die Kinder, als inmitten der flatternden Vielfalt direkt vor ihren Augen ein Himmelsfalter schlüpft. Ganz langsam.

Turbulent ist es dennoch im Schmetterlingshaus, wo es rund 150 Exemplare von etwa 30 Arten gibt. Irgendwer flattert immer umher. Gelb-schwarz, herrlich hellblau oder bunt. „Angst braucht ihr nicht zu haben“, beruhigt Kristin Schmidt die Kinder, die sich hektisch ducken. Sie führt neben Nora Kiesant als Guide die Schulklassen. Sie erklärt zum Beispiel die Fütterung der Falter mit besonderem Nektar. Der wird aus Honig, Zucker, Traubenzucker und Salz hergestellt. Salz mögen die Tiere, deshalb verweilen sie auch gern auf dem Arm eines Besuchers. Von der Hand der Lehrerin Monika Hohn will sich ein Falter nicht mehr trennen. Eigentlich sollen die Tiere gar nicht berührt werden, rät Kristin Schmidt. „Aber der kam ja von sich aus und will nicht wieder weg von mir“, verteidigt sich lachend die Lehrerin.

Sie beteiligt sich mit mehreren Klassen gerade an dem Schulreporter-Projekt. Mit dem Biosphären-Besuch belebt die Dritte anschaulich das Schmetterlingsthema im Sachkundeunterricht. In der MAZ lesen die Schüler besonders die Kinder-Seite und jetzt natürlich die Berichte über die Anschläge in Paris und Mali. „Sie sind sehr interessiert, und die meisten kennen die MAZ auch von zu Hause“, erzählt Monika Hohn. An der aktuellen Schulreporter-Staffel beteiligen sich rund 100 Klassen in Schulen der Landeshauptstadt und des Umlands. Vier Wochen lang bekommen die Schüler die MAZ kostenlos geliefert, arbeiten mit ihr im Unterricht und unternehmen Exkursionen zu den Partner-Einrichtungen des Projektes wie etwa der Biosphäre.

Marlon schaut, als hätte er ein Facettenauge eines Schmetterlings

Marlon schaut, als hätte er ein Facettenauge eines Schmetterlings.

Quelle: Köster

Bevor die jungen Reporter im Schmetterlingshaus, „die Juwelen der Insekten“ bestaunten, „schlugen“ sie sich tapfer durchs Dickicht der Biosphäre – entlang an Bambuspflanzen, die pro Tag allein 15 Zentimeter wachsen und – wie Leon richtig weiß – hier nicht auf Pandabären treffen. „Seid ihr aber schlau“, lobt Kristin Schmidt die Kinder, die prompt sagen können, dass es einen Regenwald zum Beispiel „in Afrika und Asien“ gibt, aber auch in Südamerika und Australien. Aber warum fliegen in der großen Halle keine Schmetterlinge? „Weil sie Eier auf die Pflanzen legen und diese dann kaputt gefressen würden“, antwortet Jeremy. „Ihr seid ja heute Schmetterlingsexperten“, freut sich die Fach-Führerin. Als die Truppe vor Terrarien mit Gespenstschrecken steht, erfahren die Schüler, dass die Schrecken einen Legestachel „wie einen kleinen Spaten haben“, mit dem sie eine kleine Kuhle in den Boden stoßen, in die sie ihre Eier legen. Katja Gdzeczyk vom Biosphären-Marketing kennt das große Staunen: „Viele können sich gar nicht vorstellen, wie vielfältig der Regenwald ist. Hier haben sie ihn vor der Haustür.“

Lotta spritzt Nektar in ein Röhrchen am Futtertisch für die Falter

Lotta spritzt Nektar in ein Röhrchen am Futtertisch für die Falter.

Quelle: Köster

Während die einen „Schmetterlingsexperten“ durch die Tropenhalle ziehen, laborieren die anderen der 3d im Grünen Klassenzimmer und mixen während des Workshops zum Thema „Schmetterlinge – die Juwelen der Insekten“ Nektar für die Schmetterlinge oder ziehen mit einem kleinen Rad im Holzständer Fäden von Seidenkokons ab. Bei Friedrich klappt das super. Andere erkunden mit dem Binokular die feine Struktur eines Schmetterlings. Dieses optische Instrument ermöglicht das Betrachten eines Gegenstandes über zwei getrennte Strahlengänge mit beiden Augen gleichzeitig. Der Beobachter erhält dadurch einen plastischen, dreidimensionalen Tiefeneindruck. „Das ist spannend“, rufen die Kinder, die sich dort von Nora Kiesant verabschieden.

Workshop im Grünen Klassenzimmer

Workshop im Grünen Klassenzimmer: Friedrich zieht an einem Rad den faden vom Seidenkokon ab. Hinten arbeiten Kinder am Binokular.

Quelle: Köster

Im Schmetterlingshaus erwartet sie gleich noch viel mehr. Zum Beispiel ein Atlasfalter, einer der größten Schmetterlinge der Welt. Er lebt nur eine Woche, frisst und trinkt nicht, muss sich „nur“ schnell paaren und Eier legen.

Außerschulischer Lernort

Die Biosphäre Potsdam wurde im September 2002 im Volkspark eröffnet. Um deren Fortbestand wird im politischen Raum mit der Stadtverwaltung immer noch debattiert.

Neben dem ständigen Angebot eines authentischen Tropenerlebnisses gehören ständig neue Themen, Aktionen und Führungen zum Konzept.

Die Biosphäre gilt als außerschulischer Lernort für die Klassenstufen 1 bis 12. Da werden Themen wie „Wasser zum Leben“, „Von der Kakaofrucht zur Leckerei – Mach deine eigene Schokolade“, „Klimawandel & Nachhaltigkeit“ mit entsprechenden Workshops angeboten. Kontakt: 0331/55 07 40

Von Claudia Krause

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