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Potsdam-Mittelmark Ein Mann kämpft gegen Blitzerfalle an der B 2
Lokales Potsdam-Mittelmark Ein Mann kämpft gegen Blitzerfalle an der B 2
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15:03 06.10.2015
Der Wilhelmshorster Joachim Dyllick an der Fußgängerampel an der B 2, die ihren Zweck vor fast sechs Jahren verloren hat. Quelle: Jens Steglich
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Wilhelmshorst/Potsdam

Joachim Dyllick geht den Sachen gern auf den Grund, vor allem den Verkehrssachen. In diesem Fall hatte ein Blitzer an der B 2 kurz hinter Wilhelmshorst den Entdeckerdrang des Rentners angestachelt, der bis 2012 als Justiziar des Landkreises selbst für Gerichtsverfahren im Verkehrsrecht zuständig war. Zunächst fuhr seine Frau in die Blitzer-Falle der Polizei. Als ihm kurze Zeit später Gleiches widerfuhr, forschte Dyllick nach, warum an der Stelle eine Begrenzung auf Tempo 70 gilt. Zutage förderte er Kurioses – zum Beispiel eine Fußgängerampel, die nach Nirgendwo führt. Die Ampel spielt in seiner Verteidigungsstrategie die wichtigste Rolle, aber dazu später.

Wenn der frühere Kreis-Justiziar in einer Bußgeldsache in den Ring steigt, geht es ihm in der Regel um mehr als die 20 Euro Bußgeld, die er zahlen soll. Dyllick steckt sich lieber gleich das Ziel, die Begrenzung auf Tempo 70 auf der B 2 vor dem Sago-Gelände zu kippen. Aus seiner Sicht darf das 70-Schild dort nicht mehr stehen. Hier kommt die Fußgängerampel wieder ins Spiel. „Tempo 70 gilt dort, weil es in Höhe des Sago-Geländes die Bedarfsampel gibt“, so Dyllick. „Die Fußgängerampel ist wiederum eingerichtet worden für eine Bushaltestelle, damit die Leute lebend über die B 2 kommen.“ Aber: Die Haltestelle gegenüber des Sago-Geländes existiert nicht mehr – seit fast sechs Jahren. Seit dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2009 hält dort kein Bus mehr, bestätigte die Beelitzer Verkehrsgesellschaft. Die Fußgängerampel hat also längst ihren Zweck verloren, führt doch auf der anderen Seite kein Weg weiter. Für Dyllick ist damit ebenso der Grund für die Tempobegrenzung weggefallen. Erstaunlich ist freilich auch: Die Ampel funktioniert nach fast sechs Jahren sinnlosen Daseins immer noch perfekt. Sobald der Drücker bedient wird, schaltet sie auf Rot, stoppt die Autos und gewährt für Sekunden den gefahrlosen Gang ins Nirgendwo.

Verkehrsargumente

Vor Ampeln ist eine Begrenzung auf Tempo 70 anzuordnen, steht in einer Verwaltungsvorschrift der Straßenverkehrsordnung. Wo die Anordnung fürs Tempo-70-Schild aus Richtung Wilhelmshorst ist, ist noch unklar.

Frank Schmidt vom Landesstraßenbetrieb geht davon aus, dass es für die Tempobegrenzung dort noch andere Gründe gibt: Die Trassierung der B 2 und der Abzweig zum Holzhandel kurz vor der Nesselgrundbrücke könnten auch ein Grund für Tempo 70 sein.

Ex-Justiziar Joachim Dyllick glaubt das nicht: Allenfalls könne dort Tempo 80 angesetzt werden. „Es ist die Einfahrt auf ein Betriebsgelände, ich wüsste nicht, warum selbst Tempo 80 dort angeordnet werden sollte.“

Der Ausgang im Bußgeldstreit steht derweil noch in den Sternen. Dyllick hat Akteneinsicht beantragt und will die Tempo-70-Anordnung einsehen. Das ist schwieriger als gedacht. Für die Tempo-70-Schilder bei Wilhelmshorst gäbe es weder in der Verkehrsbehörde Potsdam noch beim Landesstraßenbetrieb einen Aktenvorgang. So teilte es die Verkehrsbehörde Dyllick in einem Brief mit. Das Schild „resultiert aus der Historie“, heißt es darin. Vermutet wird, dass sich eine Anordnung bei den mittelmärkischen Kollegen finden lässt. Dorthin hat sich Dyllick nun gewandt. Nun geht Mittelmarks Verkehrsbehörde der Sache auf den Grund.

Von Jens Steglich

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